Lugana DOC Brut 2008

| 12. September 2012 | 0 Kommentare ...alles

Cremig, elegant & knochentrocken.

So präsentiert sich der Spumante vom Gardasee. Ein herrlich herbes und tropisch fruchtiges Geschmackserlebnis. Salute!

Winzer/Weingut: Famiglia Olivini, Desenzano del Garda, Brescia, Italien.

Lage/Herkunft: Traubenmaterial zu 100% von eigenen Hanglagen rund um San Martino di Battaglia am südlichsten Eck des Gardasees.

Flasche/Etikett: Bullig steht der Spumante in der edlen Flasche vor uns und wie üblich in perfektem Einklang mit dem wunderschönen Corporate Deisgn der Olivini-Weine. Ganz edel in hellem schlammbraun, schwarz und weiss gestreift und von glänzenden goldenen Linien eingefasst. Alles was man wisssen muss steht in weiss in den schwarzen Streifen und natürlich auch der Hinweis, dass der Lugana nach der ‘Metodo Classico’ hergestellt wurde. Alles andere wie üblich auf dem ebenso gestylten Rückenetikett. Wir sind bereit den Korken knallen zu lassen und den Lugana zu erforschen.

Um jedoch gleich die Frage zu beantworten welche garantiert am Ende aufgrund unserer Glasempfehlung auftauchen wird, hier die Kurzfassung: Wir trinken Sekt, Spumante, Champagner, etc. prinzipiell aus Weissweingläsern weil es sich in erster Linie um Wein handelt der ebensolche Aromen in Nase und Mund freisetzt wie ‘normaler’ Wein. In den wir auch unsere Nasen reinstecken und ihn sensorisch kennenlernen wollen. Es lassen sich so die tatsächlichen Aromen viel genauer erkennen und gleichzeitig tritt die Kohlensäure etwas ‘leiser’, sprich in den Hintergrund. Wenn Sie nun einwenden, dass aber der Inhalt deswegen rascher als sonst verdunstet, haben Sie nicht unrecht. Aber, wie lange benötigen sie im Durchschnitt für ein Glas Blubberwasser? Und jetzt gibt´s ‘Frühstück’, es wird eingeschenkt.

Im Glas: Ein sehr schönes, sattes Gelb steht im Glas und man kann dem Lugana sehr schön beim aktiven Perlspiel zusehen.

In der Nase: In die Nase zieht ein Duft von Pfirsichen und weissen Blüten, aber auch diese feine Mandelnote ist wieder da. Leicht geröstet, ein wenig herb und sehr elegant. Es riecht saftig, exotisch, aber keinesfalls laut. All das sind Gerüche die man in der langen Flöte keinesfalls ausmachen könnte weil es dort keine Möglichkeit zur Entfaltung gäbe. Hier im Weissweinglas kann man seine Nase tief darin versenken und so die einzelnen Aromen sehr gut wahrnehmen.

Im Mund: Über die Lippen zieht der Lugana BRUT knochentrocken hinweg und schäumt auf der Zunge schön aktiv und erfrischend. Es fühlt sich definitiv anders an als aus dem Champagnerglas. Der Spumante kann sich besser ausbreiten, seinen eleganten Körper viel besser präsentieren und sich im Mundraum wesentlicher besser entfalten. Mit einer sehr feinen Perlage umspült er die Zunge ohne dabei nur banal zu prickeln. Vielmehr moussiert es richtig schön, man kann einen ganzen Strauss von Blüten und tropische Früchte erkennen und man kommt in den Genuss des typischen Mandelaromas.

Der Lugana BRUT fühlt sich trotz seiner frischen Perlage cremig an im Mund, hat eine feine Aromatik und kommt auch durchaus mineralisch auf die Zunge und den Gaumen. Es ist schön zu beobachten wie anders sich Spumante aus diesen Gläsern im Mund anfühlt und jeder der das nächste Mal einen (wirklich guten) Blubberwein geniessen will, sollte es einmal auf diese Art versuchen. Er wird überrascht sein wie anders, wie aufregend das sein kann solchen ‘Wein’ auf eine ganz neue Art zu ‘spüren’.

Das Schöne an dieser Art Spumante oder Champagner zu trinken ist das komplette Mundgefühl das man erhält. Wie bei ‘normalem’ Wein kann man so über Säurea, Frische, Gaumengefühl, Abgang, Nachhall, etc. viel mehr erleben als wenn man den ‘Schäumer’ einfach nur stylisch aber seelenlos in sich hinein kippt und hinunter schluckt. Der Lugana BRUT zeigt sich hier als relativ herber Spumante, trotz seiner durchaus fruchtigen Aromen. Das liegt an der Mandelnote die er in der Hinterhand hält und die er perfekt dosiert auf den Gaumen loslässt. So präsentiert er sich dann auch im Abgang, leicht herb, trocken, sogar etwas bitter, was aber durch den attraktiven ‘Blubber-Effekt’ wunderschön gepuffert wird.

Resümee: 13% hat der Lugana BRUT und versteckt diese äusserst finessenreich hinter seiner attraktiven Frische. Seine cremige Art macht ihn dann noch sympathischer und lässt auch die aktive Perlage weicher erscheinen. Bei vielen Diskont- und Billig-Blubberern hämmert einem diese nur allzuoft den Zahnschmelz von den Zähnen und malträtiert die Zunge und den Gaumen. In unserem Fall geniessen wir das was wir hier ‘spüren’ und schenken uns gleich noch ein Gläschen ein. Machen Sie es uns nach und gönnen Sie sich den Lugana BRUT der um die 19-20 Euro käuflich zu erwerben ist. Und vor allem: Trinken Sie ihn aus dem ‘richtigen’ Glas. Dann erschliessen sich Ihnen neue Horizonte in der Welt der Blasen- und Blubberweine.

Tipp: Auf 8º bringen und ab in die Gläser mit dem ‘Schäumer’. Passt zu jeglichem See- und Meeresgetier sowie zu Antpasti und vielen anderen Gelegenheiten. Zum ‘späten Frühstück’ ein idealer Kumpel, der (im richtigen Glas genossen) richtig Spass macht.

Einen Bericht über den Lugana DOC Brut lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Lugana DOC Brut 2008 von Famiglia Olivini aus Desenzano del Garda in der Region Brescia, Italien.

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Kategorie: Famiglia Olivini, Verkostet

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