Les Yeuses Sauvignon Blanc 2010

| 18. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Unerwartet anders.

Sauvignon Blanc der eigenwilligen und ungewöhnlichen Art. Ein Landwein mit Charakter zum absoluten Sozialtarif.

Winzer/Weingut: Jean-Paul et Michel Dardé, Domaine Les Yeuses, Mèze/Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus der Bucht von Mèze, gegenüber von Sète am Bassin de Thau im zentralen Languedoc, Frankreich.

Flasche/Etikett: Auf eben dieser, der grünen Flasche, klebt ein Etikett, das lausiger nicht sein kann. Ich habe selten einfallsloseres Design gesehen und würde ich den Wein im Supermarktregal sehen, ich würde einfach weitergehen. Aber wie es nun mal ist, das Etikett sollte kein Kriterium sein. Ist es aber manchmal doch, ob man will oder nicht. Werbung wirkt und es kommt eben doch auch auf die Verpackung an.

Im Glas: Les Yeuses´ Sauvignon funkelt in sattem gelb mit leicht grünlichen Reflexen im Glas. Dunkler als man es von einem jungen Sauvignon blanc erwartet hätte. Fast goldgelb schimmert der Wein.

In der Nase: Das Bukett ist erfreulich ‘leise’ und gibt dezente grüne, grasige Noten und eine feine kräutrige Würze frei. Es riecht gehaltvoll, rund und saftig. Der erste Eindruck dieser Aromenvielfalt würde nicht unbedingt schlagartig auf einen Sauvignon blanc schliessen lassen. Zu würzig ist er und zu saftig. Gänzlich entgegen dem typischen Sauvignon-Duftgebrüll.

Im Mund: Am Gaumen überrascht der Sauvignon mit einer äusserst eigenwilligen, herben Note. Der Wein zieht direkt über die Zungenmitte ohne sich lange dort aufzuhalten und entfaltet sich sofort am Gaumen. Dort zeigt er sich von einer Seite die man nicht unbedingt von einem Sauvignon erwartet. Er ist zwar leicht fruchtig und frisch, was ihn aber so ungewöhnlich macht ist diese herbe Spur die er beim Abgang und im Nachhall hinterlässt. Er schmeckt nicht so stahlig grün und kantig wie herkömmliche Sauvignon Blancs, er hat auch nicht diese typischen zitrusartigen Noten vorzuweisen. Dieser Wein ist dermassen trocken, dass er förmlich beim Trinken schon verdunstet. Die Kräuterwürze tut ihr Übriges dazu und trägt den Wein hauchfein über den Gaumen. Im Vergleich fühlt sich der Sauvignon mindestens genauso trocken an wie ein Martini Extra Dry. Was sofort auffällt, oder besser gesagt was man sofort irgendwie ‘vermisst’, ist Säure in diesem Wein. Hier schein so gut wie keine vorhanden zu sein und wenn, dann hat sie sich so gut versteckt, dass sie unauffindbar ist. Das macht den Sauvignon auch ein wenig cremig vom Mundgefühl her und lässt ihn sanft und weich erscheinen.

Resümee: Der Sauvignon Blanc von Les Yeuses (spricht sich übrigens Le-siös) gehört eindeutig zum Eigenwilligtsen was ich seit Langem an Sauvignons getrunken habe. Sind Weine dieser Art in der Regel fruchtig, frisch, aktiv und oft auch stählern hart und kantig, so ist dieser vollkommen weich, fast säurelos, staubtrocken und würzig-herb. Eine Erfahrung der neuen Art. Und das alles mit einem Sauvignon der gerade mal um die 6 Euro kostet. Das ist die echte Überraschung dran. Der Tropfen trinkt sich trotz seiner 13% wie von alleine weg und hinterlässt im Mund bestenfalls ein Gefühl von ‘Dürre’ und das Verlangen nach Flüssigkeit. Sauvignon Blanc der eigenwilligen Sorte und tolle Qualität zum Billigtarif. Und wenn Ihnen die erste Flasche zu rasch im Mund verdunstet, machen Sie einfach eine zweite auf. Der Wein ist schon jetzt gut trinkbar aber in einem Jahr sicher noch verführerischer und aufregender.

Tipp: Servieren sie den Wein sehr gut gekühlt, am besten um die 8-10º und geniessen sie ihn wozu sie gerade Lust haben. Ein universeller Begleiter für viele Anlässe.

Einen Bericht über diesen Sauvignon Blanc lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Sauvignon Blanc 2010 von der Domaine Les Yeuses aus Mèze im Languedoc, Frankreich.

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Kategorie: Domaine Les Yeuses, Verkostet

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