Les Premières Grives 2010

| 20. Dezember 2011 | 0 Kommentare ...alles

Ein süsser Sündenfall.

Ein Wein der verführerischer nicht sein könnte. Mit einer frischen Süsse die höchsten Suchtfaktor hat und der die reinste Sünde ist.

Winzer/Weingut: Domaine du Tariquet, P. Grassa Fille & Fils aus Eauze im Départment Gers, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Eauze im Départment Gers, in der Gascogne im Südwesten Frankreichs. Zwischen den Pyrenäen und dem Golf von Biskaya im Atlantischen Ozean gelegen.

Flasche/Etikett: Das Etikett impliziert herbstliche Assoziationen. Die reife Traube weist auf den Erntezeitpunkt hin, wenn die ersten Drosseln in den Weingärten ankommen und die späte Ernte beginnt. Auf der Rückseite sitzt eine Drossel auf dem Ast und stellt den Konnex zu diesem Wein dar. Auch hier der obligatorische Vermerk Für Veganer geeignet.

Im Glas: In einem strahlenden Goldgelb funkelt der ‘Les Premières Grives’ aus dem Glas. Sehr klar und auch saftig steht der Wein darin und zeigt ganz leichte grünliche Reflexe.

In der Nase: Steckt man seine Nase ins Glas hinein strömen einem reife Aromen von Aprikosen und Pfirsichen entgegen. Es duftet exotisch im Kelch und man vernimmt eine leichte Vanillenote im Hintergrund. Es ist fast schon ein Tariquet-tpischer Duft der sich hier zeigt. Wie ein Markenzeichen sitzt auf allen Weinen immer wieder eine fruchtig-reife, exotische Note obenauf.

Im Mund: Und dann der Angriff auf den Gaumen. Halleluja, kann man da nur sagen! Was hier aus dem Glas kommt ist so etwas von betörend süss und dabei gleichzeitig trocken, dass man gar nicht mit dem Schmatzen aufhören kann. Die erste Assoziation dazu ist: “Ich will sofort eine Pastete haben!” Der Gros Manseng lässt grüssen und tritt mit einer Reife auf, die mehr am Punkt nicht sein könnte. Die cremige Süsse dieses Weines ist ein Angriff auf die Geschmacksknospen die immer mehr davon wollen. Dabei ist der Wein nicht ‘zuckrig’, vielmehr macht ihn die samtige Trockenheit zu einem äusserst komfortablen Genossen. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Säure und Frucht präsentiert ein stimmiges Ganzes und lässt einen freudig mit der Zunge schnalzen.

Der Wein schmiegt sich im Mund richtig sanft an die Innenwände an und hinterlässt dort ein samtiges, cremiges Mundgefühl. Schön zu beobachten ist der Vorgang wenn der Wein die Lippen benetzt und sich dort wie ein Lippenbalsam anlegt. Man kommt nicht umhin mit der Zunge immer wieder über die Lippen zu gleiten. Es ist diese exotische Fruchtigkeit die einen immer wieder fasziniert und hier ist sie in eine süsse Hülle eingebettet die süchtig macht. Bei all seiner Süsse ist es aber auch die perfekt dazu abgestimmte feine Säure die dem ‘Les Premières Grives’ eine attraktive Spritzigkeit verleiht. Im Abgang gibt es nichts als reife Früchte die nicht enden wollen und einen erfreulich langen Nachhall ermöglichen. Der Wein ist eine Sünde, besser kann man diesen Tropfen nicht beschreiben. Er hat alles, von Zitrusfrüchten über reife Trauben, prickelnder Frische und betörender Süsse, gibt es nichts was diesem Tropfen fehlt.

Resümee: Das ist definitiv kein Wein den man sich nur einfach hinstellt und so weg trinkt. Dieser süsse Tropfen will genossen werden. Jeder Tropfen, jeder Schluck. Da leider keine Pastete im Kühlschrank ist muss ein reifer Blauschimmelkäse ‘dran glauben’. Dazu passt der ‘Les Premières Grives’ nämlich ebenso vorzüglich. Ein Stück Baguette dazu und fertig ist der lukullische ‘Sündenfall’.

Tipp: Unbedingt gut gekühlt servieren. Servieren Sie Pastete (Foie Gras) oder Blauschimmelkäse dazu und sündigen Sie was das Zeug hält.

Einen ausführlichen Bericht über den Les Premières Grives lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Les Premières Grives 2010 von der Domaine du Tariquet aus Gers in der Gascogne.

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Kategorie: Domaine du Tariquet, Verkostet

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