‘Les 4 Réserve’ 2009 Côtes de Gascogne

| 15. November 2011 | 0 Kommentare ...alles

Geheimnisvoller Gascogner.

Eine aussergewöhnliche Weissweincuvée. Sanft, leise und geheimnisvoll. Mit Attributen, die einen ins alte, mondäne Biarritz verführen.

Winzer/Weingut: Domaine du Tariquet, P. Grassa Fille & Fils aus Eauze im Départment Gers, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Eauze im Départment Gers, in der Gascogne im Südwesten Frankreichs. Zwischen den Pyrenäen und dem Golf von Biskaya im Atlantischen Ozean gelegen.

Flasche/Etikett: Das Etikett auf der bräunlich-grünen Bordeauxflasche zeigt wie schon beim ‘Classic’ das Chateau Tariquet im Stil eines alten Stichs. Es sieht herrlich ‘altmodisch’ und erhaben aus. Auch auf diesem Rückenetikett der Hinweis Für Veganer geeignet.

Im Glas: Ein schönes helles strohgelb füllt das Glas. Sehr klar in der Farbe und mit einer leichten Perlage am Grund. Dicke, fette Kirchenfenster benetzen das Glas und rinnen nur langsam ab. Es deutet sich ein frischer, aber auch sehr gehaltvoller Wein an.

In der Nase: Die Nase wird mit Zitrusdüften und einer erfrischenden, anregenden Note verwöhnt. Eine feine und elegante Mineralik macht sich bemerkbar und eine ebenso dezente Würze. Das Bukett ist voll und üppig und deutet auf ein animierndes Trinkerlebnis hin. Es ist nicht laut, vielmehr versucht es mit Zurückhaltung zu punkten, was äusserst angenehm ist.

Im Mund: Am Gaumen überrascht der Wein mit einem üppigen, fast öligen Auftritt. Ein sehr eigenartiger aber absolut erfreulicher Eindruck. Mit wenig Säure gleitet der ‘Les 4 Réserve’ richtig sanft über die Lippen und die Zunge und hinterlässt eine fast cremige Trockenheit. Etwas vanilliges schmeckt man heraus, begleitet von exotischen Früchten. Ein beeindruckend komplexes Aromenspiel. Es ist anders, es ist irritierend, es ist… ungewöhnlich. Auch wenn der Wein relativ trocken ist, hinterlässt er ein Gefühl als hätte man seine Lippen mit Balsam eingeschmiert. Fast wie mit Honig, was sicher am Sémillon in der Cuvée liegt. Die feine Mineralik am Gaumen lässt es ein wenig prickeln und beschert ein wahrlich aussergewöhnliches und erfrischendes Trinkerlebnis.

Irgendwie hat man das Gefühl an der rauen Küste von Biarritz zu sitzen und das Salz des Meeres zu schmecken. Trotz allem zeigt sich der Wein zurückhaltend, fast ‘vorsichtig’, leise und dezent. Er macht kein Aufsehen um sich selbst, spielt sich nicht in den Vordergrund und lässt ausschliesslich seine Aromen sprechen. Obwohl er lebendig wirkt ist Übermut seine Sache nicht.

Resümee: Ich würde den Tropfen als ‘sanften Burschen’ bezeichnen, so untypisch ruhig kommt er daher und verhält er sich in Nase und Mund. Und trotzdem hat er einiges zu bieten. Er ist opulent, hat Schmelz und seine feine Säure trägt ihn leichtfüssig über den Gaumen. Das Lippengefühl ist eindrucksvoll und man kommt nicht umhin sich diese immer wieder mit der Zunge abzutasten. Ein ungewöhnliches, ‘balsamisches’ Erlebnis welches nicht alltäglich ist. Ein durch und durch runder, sanfter Wein, der sicher auch zu den exotischesten Speisekombinationen gute Figur macht. Blind getippt würde ich behaupten, dass es sich um einen Vertreter der ‘slow wine’-Fraktion handelt.

Tipp: Leicht gekühlt (12-14ºC) servieren und sich einfach an der aussergewöhnlich anderen Art dieses Weins erfreuen. Ein höchst erquickliches Weinerlebnis.

Einen ausführlichen Bericht über den Les 4 Réserve lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein ‘Les 4 Réserve’ 2009 Côtes de Gascogne von der Domaine du Tariquet aus Gers in der Gascogne.

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Kategorie: Domaine du Tariquet, Verkostet

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