Le Petit Closi rosé 2015

| 26. August 2016 | 0 Kommentare ...alles

Kleiner Rosé ganz gross

Der ideale Rosé für den Herbst und auch den Winter. Als Überlebensration. Man weiss ja nie was kommt wenn was kommt. Oder so.

Winzer/Weingut: Domaine Boudau, Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken die auf kalkigen Böden wachsen.

Le Petit Closi Allgemeines: Auch wenn man es nicht wahr haben will, aber der Sommer geht langsam aber sicher zu Ende. Der Herbst steht vor der Tür und somit wird hier auch die Farbe des Rosés der heute am Tisch der Wahrheit steht, ein wenig dunkler. Sind aber die Rosés aus dem Roussillon generell und jener den ich heute von der Domaine Boudau verkosten werde läutet praktisch, zumindest leise, die neue Jahreszeit ein. Véronique und Pierre Boudau werden seit geraumer Zeit mit Preisen überhäuft und so wundert es auch nicht, dass sogar ihr kleiner Rosé Le Petit Closi 2015 von der Appellation Vin de Pays Côtes Catalanes, mit solchen überhäuft wurde. Eine Cuvée aus Cinsault, Grenache und Syrah, dessen Rebstöcke auf kalkigen Böden wachsen. Die sogenannte “Cépages” praktisch ein Klassiker. Ich freue mich wieder einmal einen Rosé aus dem Roussillon im Glas zu haben, bleibe ich doch meistens in der Provence hängen und verende dort. Heute aber Côtes Catalanes, von der man öfter mal was trinken sollte. Ich bin bereit und auch gespannt ob da tatsächlich schon der Herbst im Becher angekommen ist.

Im Glas: Rot wie frisch gepresster Erdbeersaft steht der Le Petit Closi vor mir im Glas.

In der Nase: Frische Zitrusnoten hüpfen in die Nase, Sauerkirsche, Grapefruit und auch ein Stück Limette. Sehr erfrischend zieht der Duft das Riechorgan hoch und macht neugierig auf das was da gleich kommen wird. Ganz am Schluss auf einmal frische Himbeeren, reif und saftig rot. Ein richtig kleiner Fruchtikus mit einem zarten Tick von Würze hinten dran. Das hat was, das wird was. Da bin ich mir ganz sicher.

Im Mund: Da kommt Freude auf! Wunderbare rote Himbeeren treffen herrlich feine Würze. Fruchtig und doch herb ist es auf der Zunge, griffig am Gaumen, rot bis zum Anschlag und derart animierend, dass man gleich noch einen grosen Schluck vom Le Petit Closi nimmt. Man spürt Körper, man spürt Kraft und Muskeln obwohl der Wein sehr wenig Alkohol hat. Es ist einfach diese intensive Aromatik die an Bandol erinnert, die eindrucksvoll im Mund zu Werke geht und alles andere ist als ein banales rosa Schicki-Micki-Wässerchen. Das ist erwachsen, das macht Druck und tritt entsprechend resolut auf. Wie ist das schön, wie schmeckt das gut, wie traumhaft werkt der Tropfen in der Futterluke. Der Abgang von Erdbeeren und Himbeeren begleitet, aber dominiert von einer wahnsinnigen Mineralität die es versteht zu überraschen. Der perfekte Einstieg in den Herbst, wenngleich ich diesem Rosé das Prädikat “Spätsommerwein” verleihen würde.

Der Tropfen gehört unbedingt sehr gut gekühlt ins Glas, dann kann man förmlich seine Fruchtaromen einzeln schmecken. Rosa Grapefruit und Limette vertreten die Zitrusabteilung, Erd- und Himbeeren ihre eigene Gattung. Das Kunststück das sie vollbringen, ist, niemals zu fruchtig zu werden, der enormen Würze und der Mineralik den Vortritt zu überlassen und bestenfalls daneben herzuschwadronieren. Frankreich in rosarot. Geht nur dort so. Wird nur dort so gemacht. Und das ist wunderbar. Füllig einerseits fühlt sich der Le Petit Closi ganz kurz auf der Zunge an, doch kaum wird Tante Würze munter ist es vorbei mit weich und sanft, dann wird kräftig am Aromenrad gedreht. Wo kämen wir da sonst nur hin? Der Gaumen fühlt sich selbst schon dunkelrosa und ergötzt sich an dem mineralischen Befall der ihn ohne Pause heimsucht. Ganz kleiner Rosé, ganz gross im Mund.

Ich bin verzückt von diesem kleinen Racker. Der macht auf dicke Hose, spritzt mit roter Frucht und Zitrussaft um sich und schiebt hinten eine würzige Mineralik nach die sich gewaschen hat. Wird immer fester auf der Zunge, haftet sich immer mehr am Gaumen an und zeigt sich traumhaft saftig im Mundgefühl. Es passt einfach alles, Frucht, Säure, Haftung, Länge, Körper, Gefühl.

Resümee: Um diesen Preis ein Witz weil es so viel Rosé für so wenig Geld gar nicht geben kann. Le Petit Closi heisst der Kerl und so klein wie er sich ausgibt ist er gar nicht. Ich lager mir ‘ne Kiste ein weil das der ideale Rosé für den Herbst und auch den Winter ist. Als Überlebensration. Man weiss ja nie was kommt, und wenn was kommt, dann sollte man nicht ohne rosaroten Wein auskommen müssen. Ich mach die Flasche jetzt weg und träum vom Süden.

Tipp: Aufmachen und am besten direkt aus dem Gefrierfach Eiskübel in die Gläser kippen. Mit 6-8º der Hammer. Zu Fisch, zu Meeresfrüchten, zu frischem Obst oder einfach ohne irgendwas dazu. Der zischt und macht ganz einfach grosse Freude.

Einen Bericht über den Le Petit Closi rosé lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Le Petit Closi, rosé 2015 von der Domaine Boudau im Roussillon, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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