Le Fief du Breil 2011 Muscadet

| 28. Juni 2015 | 0 Kommentare ...alles

Am Höhepunkt seiner Karriere

Volles Leben in jedem einzelnen Tropfen. Frische, Reife, Fülle, Saftigkeit. Im gesamten Mundgefühl ein Wein, der unverkennbar und einzigartig ist.

Winzer/Weingut: Jo Landron, La Haye Fouassiere, Muscadet, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von 40 Jahre alten Reben die auf mit Gneis- und Quartzböden stehen.

Le Fief du Breil Flasche/Etikett: Ein relativ kleines, in weiss gehaltenes Etikett, ziert die braune Burgunderflasche. Im linken Teil der Kopf eines Fuchses in gold abgebildet, im rechten Teil schlicht und einfach in schwarz le Fief du Breil. Unterhalb in hellem grau Muscadet Sévre et Maine. Ganz unten Jo Landron wieder in schwarz und fertig ist das klar gestaltete Label. Am hinteren, ebenfalls weissen Rücketikett ausführliche Informationen über den Wein, inklusive Jahrgang 2011, dass er von 40 Jahre alten Reben stammt, von exponierter Lage mit Gneis- und Quartzböden ist und mehr. Ebenso der Hinweis, dass der Wein aus biodynamischem Anbau stammt. Leichte 12% lassen die Freude auf den Tropfen steigen. Die Halsmanschette mit dem in gold eingedruckten Fuchsgesicht rundet das Erscheinungsbild ab. Da ich den Wein bereits kenne, kommt dieser heute nur mehr eine Stunde in die Karaffe, weil er sich entsprechend entwickelt haben dürfte und keinesfalls mehr drei und mehr braucht um so richtig aufzumachen.

Im Glas: Aus dem Glas leuchtet der Le Fief du Breil in einem kräftigen und reifen Gelb.

In der Nase: Ebenso gereift strömen einem bereits kraftvolle Aromen von saftiger Melone die Nase hoch. Im Gegensatz zum Vorjahr hat sich der Duft enorm weiter entwickelt. Er sorgt jetzt nicht mehr für die grosse Verwirrung, ist richtig reif geworden, sogar schon etwas üppig und auch ein paar gelbe Blüten haben sich dazu gemischt. Nach wie vor aber riecht man sehr schön das salzige und leicht algige, was auf der Stelle Sehnsucht nach dem Meer auslöst.

Im Mund: Beeindruckend wie sich der Le Fief du Breil innerhalb des letzten Jahres entwickelt hat. Bereits nach einer knappen Stunde in der Karaffe ist er voll da, steht auf der Zunge in eindrucksvoller Frische, läuft über die Ränder algig-salzig ab und hinterlässt ein höchst erfreutes Grinsen im Gesicht. Er hat an Dichte zugelegt, ist nicht mehr so schlank wie vor einem Jahr, hat Körper entwickelt und ist richtig saftig geworden. Gekontert wird mit einer Salzigkeit die es einem schwer macht zu erkennen, ob es nur Salz oder auch eine lustige Säureader ist. Auf jeden Fall schmeckt man ganz viel Stein und Muschelschalen, spürt wie weich der Wein sowohl auf der Zunge wie am Gaumen ist und wie er sich fast cremig seinen Weg bahnt. Dabei ist er leicht stoffig, hat feinen Grip und durchaus Fülle. Insgesamt ist er sehr saftig geworden. Saftig mit einem guten Schuss von Salz.

Einfach faszinierend. Anders kann man es nicht beschreiben. Der Le Fief du Breil scheint staubtrocken auf der Zunge zu stehen und lässt doch enorm viel Saft darüber ziehen. Salz, Algen und Jod tummeln sich auf ihr. Als würde man sich durch eine Kiste nasser Muschelschalen kauen. Dazu eine feine gelbe Würze die allem erst so richtig Drive verleiht. Ausserordentlich mineralisch, frisch, leicht und doch so reif. Der Le Fief du Breil ist meiner Meinung nach am Höhepunkt seiner Karriere und sollte entsprechend genossen werden. Über den Gaumen streift er füllig, säure- oder salzbetont, das ist hier wieder mal die Frage. Da ist Leben in jedem einzelnen Tropfen, Frische, Reife, Fülle, Saftigkeit. Im gesamten Mundgefühl ein Wein, der unverkennbar ist, der vordergründig wie ein Magermodel wirkt, nach ein paar Sekunden aber plötzlich Rundungen entfaltet, die eindeutig seiner Reife zu verdanken sind. Ich kenne den Wein noch von vor 2 Jahren, das ist heute nicht mehr zu vergleichen. Der Muscadet hat sich in sein schönstes Kleid geworfen und sich richtig fein heraus geputzt.

War vor einem Jahr von Frucht so gut wie nichts zu schmecken, so meint man jetzt an grünen und gelben Melonen zu kauen. Oder ist das einfach dieser reife Saft der aus jedem Tropfen quillt? Trocken und salzig, beides gleichzeitig. Leicht herb auf der Zunge, dabei Salz und Jod drauf. Frisch, neckisch, mundwässernd und auch verwirrend ob dieser Vielschichtigkeit. Ein Wein mit Multitasking-Fähigkeiten. Die Ränder zucken kurz zusammen weil es gar so salzig ist und man bemerkt, wie sich ein fast süsslich wirkender Tropfen dazu gesellt. Der nichts als pures Extrakt ist und mit “süss” genau nichts zu tun hat. Trocken, ganz fein aufgeraut verlässt der Le Fief du Breil die Zunge dann, um sich in einem gelben, saftig-würzigen, gut gesalzenen Abgang zu verabschieden.

Resümee: Was bleibt ist Sehnsucht. Nach Meer, nach feuchtfrischer Gischt, nach gegrilltem Fisch und noch viel mehr von diesem Muscadet. Jung ist er Wein den man sich erarbeiten muss, der einen fordert und der unbedingt seine drei bis vier Stunden in der Karaffe braucht. Reif genossen, wie dieser hier, ist er kurz belüftet ein ausgesprochen kompakter wie auch frischer und vielschichtiger Wein der alles zeigt was guter Muscadet zu zeigen hat.

Tipp: 40-60 Minuten belüften. Dann mit 10-12º geniessen. Zu Jakobsmuscheln, Hummer, gegrillten Fisch, Muscheln, Meeresfrüchten und allem was sonst noch aus dem Wasser kommt (ausser Nixen). Solo ein toller Wein mit dem man sich sorgenfrei und komplikationslos vergnügen kann.

Einen Bericht über den Le Fief du Breil lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Muscadet ‘Le Fief du Breil’ 2011 von Jo Landron aus La Haye Fouassiere in der Region Muscadet an der Loire, Frankreich. Bezugsquelle: K&U Weinhalle, Nürnberg.

Tags: , , , , , ,

Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

Ihr Kommentar