‘La Navilla’ 2007 Viña Pedrosa

| 30. Januar 2013 | 0 Kommentare ...alles

Tempranillo in Spitzenqualität.

Was dieser Wein im Mund ‘auf Schiene’ bringt ist ganz grosses Kino. Süffig, frisch und fröhlich trinkig, verdunstet der Spanier wie von selbst im Glas.

Winzer/Weingut: José Manuel Pérez, Bodegas Hnos. Pérez Pascuas, Pedrosa de Duero, Spanien.

Lage/Herkunft: Von der Einzellage La Navilla auf 844 Meter Seehöhe, welche mit 35 Jahre alten Tempranillo-Reben bestockt ist.

Viña Pedrosa La Navilla 2007 Flasche/Etikett: Wie schon die Crianza, ist auch die Flasche der Spezialcuvée La Navilla mit einem äusserst eleganten, in weiss gehaltenen Etikett beklebt. In schöner, für spanische Weinbeklebungen typischer Schreibschrifttypo ist in der Mitte Viña Pedrosa aufgedruckt, darunter die Lage La Navilla in Grossbuchstaben. Oben das Weinbaugebiet und darunter in gold gehalten die stilisierten ‘Berghänge’ mit der eingedruckten Zahl 844 MTS um auf die Höhe dieser speziellen Lage hinzuweisen. In gold im unteren schwarzen Rand der Jahrgang eingebunden. Sehr elegant und vornehm die Erscheinung dieses Gebindes. Am Rückenetikett findet der Interessierte alles Wichtige über den Wein, das Weinbaugebiet und die Lage dieses Tropfens. Zwar in spanisch, aber soviel sollte jedermann verständlich sein. Auch der La Navilla darf sich für eine Stunde in der Karaffe akklimatisieren um dann im Glas seine volle Pracht zu präsentieren.

Im Glas: In leuchtendem granatrot schindet der La Navilla kräftig Eindruck im Glas. Klar ist seine Farbe und nicht zu dicht seine allgemeine Erscheinung. Man sieht noch auf den Grund des Glases durch und an den Rändern blitzt es prächtig kirschrot.

In der Nase: Die Nasenflügel werden mit dem Duft von dunklen Beeren wie ebenso dunklen Gewürzen umweht und trotz seiner 20 Monate im Barrique ist die eingebundene Holznote nur sehr fein ausgeprägt. Man wird nicht vom Holz erschlagen, sondern nur mit einem leisen Hauch von frischem Holz verwöhnt. Im Vordergrund steht eine fruchtige wie auch würzige Frische und je mehr man den Wein schwenkt und seine Nase ins Glas steckt, umso dichter und auch rauchiger wird dieses fast schon orientalisch anmutende Bukett.

Im Mund: Was sofort für puren Spass im Mund sorgt ist die kühle Frische mit welcher der La Navilla auf der Zunge ankommt. Man spürt feinste Gerbstoffe genauso wie eine saftige, frech wirkende Frucht welche sich kongenial mit dem rauchigen Gewürzkorb ergänzt. Die Saftigkeit in Kombination mit der Frische die der La Navilla ablässt macht ihn dermassen süffig, dass man gut beraten ist ein wenig langsamer zu machen und den Mund nicht allzu voll zu nehmen. Dazu ist man nämlich ob seiner fruchtigen Feingliedrigkeit und seiner Leichtfüssigkeit verleitet. Der Wein macht Spass im Mund, lebt richtig auf der Zunge und am Gaumen hinterlässt er ein einfach beglückendes Gefühl von Frucht und Rauch. Kein Pelz, kein schwerer Film der Druck macht, sondern nichts als Leichtigkeit und fröhlicher Entspannheit. Süffig, frisch, trinkig, von selbst laufend … das ist der erste Eindruck.

Etwas länger an der Luft, offenbart der La Navilla auf eindrucksvolle Weise wie ‘Tempranillo’ wirklich schmecken kann. Da ist nichts Fettes oder Plumpes das die Zunge und den Gaumen malträtiert und eindickt. Hier kommt Wein in den Mund der einerseits genug Frucht mit sich führt um die Zunge jubeln zu lassen, andererseits aber durch seine höhenbedingte Lage ebenso frische Mineralität in sich trägt um ihm Kühle mitzugeben. In Verbindung mit der feinen rauchigen Würze und dem sehr verhaltenen Holzton wirkt der La Navilla leicht und fühlt sich fast filigran auf der Zunge an. Trotz allem hat der Tropfen Kraft und Körper welcher aber niemals breit wird. Vom Mundgefühl her definiert sich der La Navilla eher über die Zunge als den Gaumen. Letzteren verzückt er mit seidig feinen Tanninen, reifen roten Beeren die sich in einer lebendigen Fruchtigkeit präsentieren und einem Hauch von Rauch.

Resümee: Ich war ja schon vom Crianza schwer begeistert, aber was der La Navilla im Mund ‘auf Schiene’ bringt ist ganz ganz grosses Kino. Zu all dem lässt er einen mit einem unendlich langen Nachhall zurück, lässt einen lange davon ‘zehren’ während man bereits den nächsten Schluck nimmt. Mit seinem Trinkfluss höchster Gefahrenklasse trägt er zusätzlich dazu bei, dass der Wein förmlich verdunstet, weil man nicht umhin kommt ihn permanent im Mund spüren zu wollen. Um die 30 Euro kostet dieser Edelstoff und würde man ihn trinken wie er sich trinken lässt, dann könnte das zu erheblichen Budgetproblemen führen.

Tipp: Lassen Sie den Wein für 30-60 Minuten in der Karaffe und geniessen sie ihn dann bei 16-18º (eher 16º um seine ganze kühle Frische zu spüren). Passt zu Gegrilltem ebenso wie zu regionalen Wurst- und Schinkenkreationen. Als Solist fast zu ‘gefährlich’ weil er wie von Zauberhand im Glas verschwindet.

Einen Bericht über den La Navilla lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Viña Pedrosa ‘La Navilla’ 2007 der Bodegas Hnos. Pérez Pascuas aus Pedrosa de Duero, Spanien.

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Kategorie: Verkostet, Viña Pedrosa

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