Kepos di Ampeleia 2013

| 8. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Kepos steht für Spass & Freude am Genuss

Ein eleganter, feiner, ungewöhnlicher (weil gar so untypisch italienisch) und vor allem ein ausgesprochen trinkfreudiger Wein.

Winzer/Weingut: Elisabetta Foradori, Ampeleia, Maremma, Italien.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergelböden auf drei unterschiedlichen Höhenlagen (Ampeleia di Sopra, Ampeleia di Mezzo und Ampeleia di Sotto).

Kepos di Ampeleia 2013 Allgemeines: Von der “Königin des Teroldego” kommt jener Wein, der heute bei mir am Tisch der Wahrheit steht. Im Zuge ihres Projektes Ampeleia in der italienischen Maremma, hat sich Elisabetta Foradori gemeinsam mit zwei Freunden (Thomas Widmann und Giovanni Podini) dazu aufgemacht, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich den alten mediterranen Rebsorten wie Grenache, Sangiovese, Carignan, Alicante und Cabernet Franc zu widmen. Der Kepos di Ampeleia ist so ein Wein der diesem ehrgeizigen wie auch wunderbaren Projekt entstammt. Der Kepos 2013 besteht hautsächlich aus Alicante Nero (besser bekannt als Grenache) sowie aus Carignan und Alicante Bouschet, einer Neuzüchtung von Henri Bouschet, aus Grenache und Petit Bouschet. Ausgebaut wurde der Kepos 2013 im Zementtank und reifte danach noch für weitere 7 Monate in der Flasche. Ampeleia ist biologisch zertifiziert. Kepos kommt übrigens aus dem griechischen und heisst ‘Garten’. Womit der Kreis zum Weinberg so wieder geschlossen wäre. Für eine Stunde wandert der Kepos aber erst einmal in die Karaffe um sich einzustimmen.

Im Glas: In sehr klarem wie auch transparentem granatrot steht der Kepos im Glas.

In der Nase: Ungewohnt, weil so gar nicht typisch italienisch ist der Duft der sich die Nase hochzieht. Da riecht man Veilchen (wachsen die “da unten” überhaupt?) und auch andere Blütentöne. Etwas Johannisbeere ist dabei, helles, leicht feuchtes Laub und auch grüne Noten von Oliven. Eine feine Kombination vor sehr dezenter Würze, etwas Frucht und ganz viel Blütentönen. Gewöhnungsbedürftig, aber dafür umso faszinierender. Langsam taut etwas Himbeere auf und sorgt doch noch irgendwie für rote Fruchtcharakteristik. Fein fühlt sich alles in der Nase an, leicht und unbeschwert.

Im Mund: Oh, was macht das Spass im Mund. Lebendig ist der Wein der auf der Zunge steht und frech und fröhlich mit Aromen frischer roter Kirschen um sich wirft. Sauerkirschen schmeckt man ebenso, die grüne Olive die schon in der Nase aufgetaucht ist, sorgt auch im Mund für eine wahnsinnig spannende Kombination. Leicht ist der Kepos, fein und elegant. So gut wie kein Gewicht das auf die Zunge drückt, am Gaumen ein wunderbarer feiner Gerbstoffnebel. Seidig, kühl und traumhaft animierend. Auch die Veilchen sind wieder da, bringen einen Ton von violett in dieses sonst so rote Trinkvergnügen. Langsam taucht im Hintergrund eine zarte grünbraune Aromatik auf, ein dezenter Salzton ist zu spüren. Während sich der Kepos über den Zungenrand in einer unglaublichen Frische hermacht, pinselt er den Gaumen mit einer leicht floralen Note ein. Im Abgang ein wunderbar leichtes wie auch schmackhaftes rotfruchtiges Vergnügen.

Man muss sich rot in grün vorstellen. Oder grün in rot. Mit einem Schuss schwarzer Johannisbeere. Dann hat man in etwa das beisammen, was der Kepos den Geschmackssensoren überträgt. Aufregende Frische, enorme Leichtfüssigkeit, mehr Sprinter als Langläufer, extrem fein und trinkig. Die Sauerkirsche ist der Star des Ensembles, gibt den Takt vor und duldet nur die grüne Olive als Co-Darsteller neben ihr. Die Würze darf sich in der zweiten Reihe anstellen und das Veilchen bestenfalls für drei Sekunden seine Fahne schwenken. Der Rest ist irgendwie als würde sich Frankreich mit Italien vereinen und sich in Form eines Rotweins präsentieren, welchem man sich nicht entziehen kann. Auch wenn Grenache dominant ist, der Einfluss des Carignans sorgt für genau jene grünrötlichkräutrige Aromatik die so verführerisch und vor allem so agil und auch erfrischend ist. Was ist das für ein Spasswein, was ist das für ein Trinkvergnügen!

Lässt man den Kepos dann auch noch weiter in der Karaffe atmen, dann wird aus diesem so leichtfüssigen Tropfen ein ausgesprochen mineralischer. Man spürt in seiner Struktur den Einfluss des Zements und man schmeckt dieses weisse wie auch nebelige Element das alles einhüllt. Wie ein feiner Film liegt alles über der Sauerkirsche, hält sie in Zaum und sorgt dafür, dass Harmonie im Mund herrscht.

Resümee: Der Kepos ist ein eleganter, ein feiner, ein ungewöhnlicher, weil gar so untypisch italienisch, und vor allem ein ausgesprochen trinkfreudiger Wein. Einer der einfach Freude schenkt, der Spass macht und den man einfach ohne viel zu denken zu jeder Zeit geniessen kann. Und glauben Sie mir eines; der Kerl wird immer besser je länger er “im Freien” spielen darf. Kepos steht für Spass, für Unbeschwertheit und für Freude am Genuss.

Tipp: Eine Stunde in der Karaffe sollte er bekommen. Am besten mit frischen 16º geniessen. Zu italienischer Küche, auch zu französischer und vor allem einfach ohne alles. Ganz grosser Trinkspass für unbeschwerten Genuss.

Einen Bericht über den Kepos lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Kepos di Ampeleia 2013 von Elisabetta Foradoris Ampeleia in der italienischen Maremma. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

Ihr Kommentar