Kalysie (Cidre mit frischem Ingwer)

| 7. April 2016 | 0 Kommentare ...alles

Schräger Trinkspass

Mit schlappen 2% quasi alkoholfrei. Stoff für Leckermäuler, der selbige wie Süsses Bienen anzieht. Feiner Sommerspass.

Winzer/Weingut: Sasha Crommar, Kystin, Vannes/Bretagne, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von vulkanischen Basaltböden.

Kalysie Kystin Allgemeines: Vor fast genau einem Jahr hatte ich zum ersten Mal einen “schrägen” Obstwein von Sasha Crommars Kystin im Glas, die Cuvée XVII, ein Cidre mit Kastanien verfeinert. Was für ein Abenteuer, was für ein Genuss! Unvergesslich. Der Name Kystin, Sasha Crommars Cidre-Produktion in Vannes in der Bretagne, geht weit ins Keltische zurück und der heutige Leitspruch “Fide and Fortitudine” wurde schon von William Cromar (1385-1433), Graf de Cromar in Aberdeenshire, benutzt. Soviel zur Geschichte. Heute steht sein nächster grosser Coup am Tisch der Wahrheit. Der hat in Frankreich bereits wie eine Bombe eingeschlagen, der Kalysie. Ein Birnenmost der mit frischem Ingwer veredelt wurde. Praktisch alkoholfrei, die schlappen 2 Volumenprozent sind quasi zu vernachlässigen. Ich bin gespannt wie sich dieses exotische Gemisch zeigen wird. Wenn es nur halb so aufregend wie der “Kastaniencidre” ist, dann steht mir wieder grösster Spass bevor. Bevor der Obstwein aber in das Glas darf, wird er im Gefrierfach auf 4º runter gekühlt.

Im Glas: Dunkelgelb und mit vielen lustig blubbernden Perlen steht der Kalysie im Glas.

In der Nase: Saftiges Birnenaroma steigt die Nase hoch, im Anhang eine Knolle Ingwer, die sich aber nicht penetrant in den Vordergrund drängt, sondern fein uns elegant wirkt. Man riecht förmlich, dass es etwas süsser wird im Mund und dehshalb bin ich auch bereits gespannt wie sich dieser “schräge Obstwein” präsentieren wird. Auf jeden Fall steigt schon der Wasserpegel in der Luke weil es gar so saftig duftet.

Im Mund: Auf die Zunge strömt ein durchaus frischer, ja fast schon frech spritzger Saft, der, ich habe den Kalysie bereits einen Tag offen, noch lebhafter ist als am Vortag. Was gestern noch süss war, matcht sich heute mit einer wirklich frischen Säure und sorgt für grossen Spass im Mund. Reife Birne steht dick und satt auf der Zunge, und dann spürt man ihn schon, den Ingwer. Niemals dominant, nur ganz fein und leicht. Es ist ein echt schräger Geschmack, irritierend und interessant, fremd und doch sehr vertraut. Keine Spur von scharf, dafür traumhaft eingebettet in den Saft der Birne, die mit 9 Gramm Restzucker um sich wirft, welche aber dank der feinen Schärfe, die tatsächlich keine ist, perfekt gepuffert wird. Im Abgang saftig, sündig birnig und mit einer zarten Ingwerwürze.

Man will ständig den Mund mit diesem frechen Charmeur auffüllen, weil man sich spätestens nach dem zweiten Schluck verliebt hat in den Saft. Man hat sich an dieses feine Spiel des Ingwers mit der Birne gewöhnt und merkt jetzt auch wie finessenreich der Cidre auf der Zunge und am Gaumen ist. Und weil er auch nur 2% Alkohol hat, macht das den Genuss gleich noch einmal um einen Zacken erfreulicher.

Resümee: So ein Fläschchen kann man reuelos auch einmal zwischendurch vernichten. Doch Vorsicht wenn Kinder in der Nähe sind. Sollten diese an den Saft gelangen, bleibt für Sie mit Sicherheit nichts übrig. Der Kalysie ist Stoff für Leckermäuler und zieht selbige wie Süsses Bienen an.

Tipp: Am besten eiskalt mit 4-6º geniessen. Werfen Sie das Teil ruhig für 20-30 Minuten ins Gefrierfach! Von diesem Trank können Sie getrost auch ihren Kindern ein Glas gönnen. Versuchen Sie ihn zu Krustentieren, zu Pasteten, Käse oder frisch gemachtem Schokokuchen. Oder süffeln sie ihn einfach so zum puren Spass.

Einen Bericht über den Kalysie lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Cidre Kalysie (mit frischem Ingwer) von Sasha Crommars Kystin aus Vannes in der Bretagne, Frankreich. Bezugsquelle: K&U Weinhalle, Nürnberg.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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