Halenberg Auslese 2016

| 29. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

Immer viel zu wenig da

Der Tropfen ist die pure Wonne. Sinnlich, sexy, rassig, kurvig. Und darunter eine herrlich feine Schieferwürze.

Winzer/Weingut: Emrich-Schönleber, Monzingen/Nahe, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der legendären Monzinger Lage Halenberg.

Halenberg Auslese 2016 Allgemeines: Wer Nahe und Riesling sagt, muss auch Emrich-Schönleber sagen. Was das Duo Frank und Werner Schönleber aus seinen legendären Monzinger Lagen “Frühlingsplätzchen” und “Halenberg” Jahr für Jahr hervor zaubert ist schlicht phänomenal. Seit Jahren singt man Hymnen auf deren Rieslinge, die Riege internationaler Journalisten, allen voran Parker, Reinhardt und Co., überschlägt sich nur mit Lobgesängen. Die Auslesen von Emrich-Schönleber gehören zu den besten die man bekommen kann, und eine solche, nämlich die Monzinger Halenberg Riesling Auslese 2016, habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen. Vor fast genau einem Jahr hatte ich die Freude, den Riesling Mineral 2015 verkosten zu dürfen und war hin- und hergerissen von diesem grandiosen Tropfen. Nicht minder erwartungsfroh mache ich mich deshalb heute über die Auslese her und erwarte mir ein ebensolches Furioso wie ich es bereits erleben durfte. Die Gläser sind poliert, ich bin neugierig, es kann also fröhlich losgehen.

Im Glas: In hellem strohgelb funkelt die Halenberg Auslese aus dem Glas heraus.

In der Nase: Kaum hat man seine Nase reingesteckt wird sie umweht von frischen Noten weissen Pfirsichs, von reifen Aprikosen und einem Schuss Limette welche sich im Hintergrund herum treibt. Über allem weht ein feiner Hauch von nassem Schiefer. Ein Duft zum Reinsetzen. Ganz besonders dieser Schieferrauch der all die Frucht in Zaum hält und alles frisch und elegant erscheinen lässt. Was für ein Spass im Riechorgan, welch wunderbare Harmonie von Frucht und Mineralik.

Im Mund: Man bringe bitte einen grossen Becher. Weil ein Glas zu klein ist für die Menge, die man sich gerne von der Halenberg Auslese gönnen möchte sobald man erst einmal gekostet hat von diesem Saft. Wie sinnlich ist das, wie sexy, wie saftig, fruchtig und doch auch rassig, mineralisch. Die Zunge eingetaucht in Aprikose, Pfirsich und Zitrone, der Gaumen feinst benetzt mit einem Grip der Subtilität neu definiert. Unten Frucht, oben Würze, etwas rot, der Schiefer lacht hervor, die Säureader höchst lebendig. Da steppt der Bär, da tanzt ein Tropfen Rock ‘n’ Roll im Mund. Süss und rauchig, fruchtig und rassig, saftig, einfach grandios. Der Abgang schlicht phantastisch.

Was für ein Stoff. Man muss die Halenberg Auslese ein wenig an der Luft schnuppern lassen und schon entwickelt sich eine derart feine Haftung im Mund, die für Auslesen generell mehr als ungewöhnlich ist. Die Süsse nimmt etwas ab, die Mineralik tritt immer mehr in den Vordergrund, die Frucht dringt immer tiefer in den typischen Schiefernebel ein. Ein Fest für Zunge wie auch Gaumen, ein wahrlich sinnliches Erlebnis. Dieses Spiel von Druck und Eleganz, von fordernd und verspielt, man muss es schmecken, muss es spüren in der Geschmackszentrale. Es ist betörend, entzückend, total verführerisch. Noch ein grosser Schluck von diesem Elixier der Sünde, noch einmal den Mund komplett befüllen und sich an diesem Saft ergötzen. Unaufhörlich, hemmungslos. Das ist es was man will, wenn man diesen Wein im Mund hat.

Mit ihren schlappen 7 PS unter der Haube, macht es einem die Halenberg Auslese mehr als leicht sich in vollen Zügen an ihr zu erfreuen. Ein wenig mehr als Bier, aber hundertmal köstlicher. Der Tropfen ist die pure Wonne. Sinnlich, sexy, rassig, kurvig. Und darunter eine herrlich feine Schieferwürze. So macht man Riesling zum Träumen. Sogar das Finale ist ewig lang und hält genauso lange an. Zumindest bis zum nächsten Schluck. Wo dann das Spiel von Frucht und Mineralik, von Saft und Rauch, von Eleganz und Sinnlichkeit von vorne los geht.

Resümee: Ich sag nur eines: “Kaufen Sie und trinken Sie. Dafür ist dieser grandiose Tropfen, von dem immer viel zu wenig in der Flasche ist, gemacht. Wenn Sie es dann noch schaffen diesen Stoff für zwanzig oder gar auch dreissig Jahre zu vergraben, dann ziehe ich den Hut vor Ihnen. Ich nehm’ auf jeden Fall noch einen Schluck davon und mach die Flasche heute sicher auch noch leer. Prost.

Tipp: Mit frischen 8º geniessen. Entwickelt sich an der Luft zu einem richtig feinen Tropfen. Zu nicht zu süssen Dessert vorzüglich, auch zu diversem Käse. Am besten ohne alles trinken.

Einen Bericht über die Halenberg Auslese lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Halenberg Riesling Auslese 2016 vom Weingut Emrich-Schönleber aus Monzingen, Nahe, Deutschland. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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