Grüner Veltliner 2014 SAND 1

| 6. August 2015 | 0 Kommentare ...alles

Saftig, rund & nordisch herb

Verführerisch und charmant herb wie eine nordische Schönheit. Saftig, rund und richtig spassig. Trinkvergnügen pur.

Winzer/Weingut: Weingut Zöhrer, Krems/Niederösterreich, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Kremser Sandgrube mit schweren Lössböden.

Gruener Veltliner Flasche/Etikett: Nichts Neues ist auf dem Etikett das auf der Schlegelflasche klebt zu erkennen. Ausser, dass auf diesem GRÜNER VELTLINER drauf steht. Sonst ist alles bis zum letzten Strich gleich geblieben. Sich nach oben hin kegelförmig verjüngend zeigt es im oberen Teil ein altes Haus oder Gehöft in Goldprägung. In der Mitte wieder gross in Outline-Typo SAND 1 und unterhalb GRÜNER VELTLINER in rot. Im unteren Teil wieder das goldene Wappen mit der Jahreszahl 1270. Links aussen das Siegel mit einem Doppeladler. Original Kremserwein steht ausserhalb. Rechts aussen, wieder in gold die Signatur von Anton Zöhrer und darunter Lehnherr von Krems/Weinzierl. Über dem Etikett noch das kleine Siegel mit 35 Jahre SAND 1, was auf das Alter der Hausnummer hinweist. Das Rückenetikett ist opulent gestaltet, wieder mit dem Gehöft der Zöhrers grossflächig unterlegt. Oben die Weinbezeichnung inklusive Kremstal DAC, in der Mitte eine kurze Beschreibung und unten dann noch alles was unbedingt angeführt sein muss. Der Schraubverschluss ist mit dem Logo und dem Aufdruck ZÖHRER Krems Austria versehen. Doch jetzt genug gelabert, jetzt wird der gute Tropfen angetrunken.

Im Glas: In hellem Gelb mit zartem grünen Schimmer dreht der Grüner Veltliner SAND 1 seine Kreise im Becher.

In der Nase: Sehr klar ist der Duft. Viel frische Zitustöne, sehr viel Pfeffer.Unterfüttert mit etwas Banane und gelben Früchten. Limette, Pfirsich und auch auch ein Stück grüne Melone kann man sehr schön riechen. Eine feine Kräuterwürze verleiht dem Duft den finalen Kick. Insgesamt ein sehr frischer, teils fruchtiger, letztlich aber würzig-mineralischer Aromenkorb der das sensible Riechorgan bezirzt.

Im Mund: Auffallend, wie schon beim Rosé, ist, dass auch der Grüner Veltliner relativ rund und cremig auf die Zunge kommt. Wo er sich augenblicklich äusserst pfeffrig zeigt. Man schmeckt gelbe Frucht, etwas Pfirsich, etwas Apfel, aber vor allem eine ausgeprägte Kräuterwürze. Da ist Schmelz am Gaumen, weich, ein Hauch von üppig, und dann löst sich alles in einer doch recht schlanken, dezent herben Wolke auf. Was bleibt ist das Gefühl, tatsächlich einen “klassischen” Grüner Veltliner im Mund zu haben und diesen auch zu schmecken und zu spüren. Die zarten Speckfältchen die für Körper sorgen, gibt es als “Bonus” oben drauf.

Spass macht der Saft der in diesem Veltliner sein Spiel treibt. Er füllt den Mund ohne breit zu werden, er hat Gewicht ohne schwer zu sein und er ist, entgegen der Erwartung, nicht übermässig fruchtig, sondern herrlich herb und pfeffrig. Auch am Gaumen spürt man herb und steinig und im Abgang und im Nachhall sowieso. Was an gelben Früchten vorhanden ist darf nur begleiten, niemals führen. Das ist schön, weil dadurch das was man von einem Veltliner erwartet auch “geliefert” wird; Pfeffer. Und davon hat der SAND 1 genug unter der Haube. Inklusive frischer Säure, die ebenfalls nicht das Kommando übernimmt, sondern einfach stützt und der steinig-mineralischen Würze das Feld so gut wie überlässt. Saftig, gelb und schmelzig; so würde ich den Grüner Veltliner SAND 1 in drei Wörtern beschreiben. Wenn es nicht so viel mehr über ihn zu sagen gäbe.

Resümee: Was mir persönlich so gut gefällt am Grüner Veltliner SAND 1 ist, dass er “nicht fruchtig” ist, wenngleich durchaus Frucht vorhanden ist. Sie taucht nur immer ganz vereinzelt aus den Ritzen zwischen den Steinen und der Erde auf, welche die totale Kontrolle über den Wein haben. Da darf sie kurz andrücken auf der Zunge, ein wenig dichten Saft abgeben und hat sich dann, sobald der Tropfen am Gaumen angelangt ist, wieder zurück zu ziehen. Dann bricht die “Zeit der Steine” an, dann darf der Pfeffer tun wozu er da ist und wer auf “nordisch” steht, dem brennt sich HERB in die Synapsen ein. Der Wein hat tatsächlich was von einer nordischen Schönheit. Er ist verführerisch, hat Charme dank seines Saftes und trotz seiner Rundheit Kanten. Er ist kühl und herb und er macht richtig Spass im Mund. Irgendwas um die 7 Euro kostet dieses erfreuliche Vergnügen. Deshalb lautet die Devise: “Zugreifen und das Leben geniessen!”

Tipp: Kapsel ab und rein ins Vergnügen. Mit 8 bis 10º zu Pute, Huhn und Fisch und allen leichten, sommerlichen Kreationen. Als Solounterhalter ein richtig feiner Vertreter seiner Gattung. Genauso wie man ihn sich vorstellt.

Einen Bericht über den Grüner Veltliner SAND 1 lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Grüner Veltliner 2014 SAND 1 aus der SAND 1-Kollektion vom Weingut Zöhrer aus Krems, Österreich.

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Kategorie: Verkostet, Zöhrer

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