‘Flamberg’ Gelber Muskateller 2012

| 4. August 2013 | 0 Kommentare ...alles

Einer von der maskulin-würzigen Sorte.

Im Gegensatz zu den duftig-floralen Vertretern seiner Gattung ist dieser hier ein würzig-maskuliner Tropfen, der mit ausgeprägter Mineralik punktet.

Winzer/Weingut: Weingut Harkamp, St. Nikolai im Sausal, Steiermark, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Lage Flamberg, einem mit Muscheln und Korallen durchsetzten Sandhügel 40 km südlich von Graz.

Flamberg Flasche/Etikett: Auf der dunklen Burgunderflasche klebt ein relativ einfach gehaltenes Stück Papier. Flamberg Gelber Muskateller in Grossbuchstaben oben und unterhalb das Logo in Form von HH in goldenen Kapitalen, was für Hannes Harkamp steht. Umrankt von zwei Trauben und fertig ist das Etikett. Ein schmaler goldener Streifen mit Hannes Harkamp Flamberg ist unterhalb des Etiketts extra angebracht.

Das Rückenetikett informiert über die Lage Flamberg, sowie über deren Bodenbeschaffenheit und die geografische Lage. Der Rest ist technische Information die unbedingt vermittelt werden muss. Als ‘Service’ ist noch eine Trinktemperaturempfehlung angegegeben. Und weil der Steirische Backhendlsalat schon fertig ist, der Gelbe Muskateller die ideale Temperatur und keinen weiteren Bedarf an Extra-Sauerstoff hat, wird er von seinem Schraubverschluss befreit und eingegossen.

Im Glas: Wie ein kleiner Albinohase steht der Gelbe Muskateller im Glas und lässt ein paar grünliche Reflexe aufblitzen. Geht farblich eher ins Weisse als ins Gelbe, aber davon hat der Wein im Namen ja genug.

In der Nase: Aus dem Glas springen einem richtig frische, zitrusfruchtige Aromen in die Nasenflügel. Litschi hüpft aufgeregt durch die Gegend und auch feine Orangenaromen nimmt die Nase wahr. So frisch und fruchtig wie das duftet möchte man die Nase ganz ganz tief ins Glas stecken und gar nicht mehr aufhören daran zu riechen. Erfrischend, lebendig, agil, attraktiv und ungemein saftig riecht es. Ganz hinten tanzt die Muskatnuss und steuert dem Bukett eine subtile süsse Würze bei.

Im Mund: So erfrischend wie der Flamberg in der Nase war, so erfrischend kommt er auch auf die Zunge. Fast prickelt er auf ihr wenn er mit seiner belebenden Säure ankommt und sich frech seinen Platz verschafft. Obwohl der Wein nur 12% vol. auf die Waage bringt fühlt er sich trotzdem kraftvoll an im Mund und glänzt mit einem durchaus resoluten Körper. Erst der zweite Eindruck vermittelt wie fein und leicht der Wein im Grunde ist und wieviel Mineralik in ihm steckt. Keinesfalls von Frucht überladen, nicht floral oder typisch duftig, sondern eher auf der würzigen Seite ‘angesiedelt’, müsste man das Mundgefühl einordnen. Wenn schon Frucht dann etwas ‘Weisses’, auch ein Hauch von weissen Blüten und äusserst zart in seiner Struktur fühlt sich der Flamberg wie ein Leichtgewicht im Mund an und verdunstet förmlich schon bevor er noch seinen letzten Weg angetreten hat. Am Gaumen bleibt feine Würze übrig die sich letztlich in absoluter Trockenheit auflöst.

Resümee: Im Gegensatz zu mir bislang bekannten Gelben Muskatellern aus der Steiermark erscheint mir der Flamberg in seiner Würze und vor allem in seiner ausgeprägten Mineralik anspruchsvoller im Mund. Er macht gekonnt Druck und hält nicht hinterm Berg mit beiden, vergisst aber auch nicht sein leichtgewirktes und doch durchaus maskulines Wesen zu zeigen. Er ist spritzig auf der Zunge, aktiv und agil, lässt dabei aber genug Platz für seinen mittelkräftigen Körper und vor allem der sich warm anfühlenden Muskatfrucht. Über den Gaumen zieht er fast beiläufig hinweg, zeigt kurz seine würzige Seite und verabschiedet sich so frisch wie er gekommen ist. Nicht unendlich lang, gerade mal soviel dass man ihm hinterher schmecken kann, um sich sofort den nächsten Schluck zu gönnen weil man völlig ausgetrocknet zurück gelassen wird. Was bleibt ist ein frischer, etwas steiniger Geschmack der so die klar definierte Mineralität untermauert. Der Flamberg mag weniger für jene geeignet sein die von einem Gelben Muskateller dessen ‘typisch’ duftigen Aromenspiele bevorzugen; er begeistert eher jene, die Spass an kräftiger Mineralik haben und eine ebensolche Würze zu schätzen wissen.

Tipp: Kapsel ab und rein ins Glas. Im Sommer nicht wärmer als 10º werden lassen. Im Herbst und Winter gehen auch 12º. Zu saisonalen Salat- Geflügel und auch Rohkostgerichten vorzüglich. Zum Backhendlsalat sowieso. Als Solist ein unkomplizierter Durstlöscher mit Anspruch.

Einen Bericht über den Flamberg lesen Sie auch hier.

Bezugsquelle Österreich: Weinshop24.at

Verkostet wurde ein Gelber Muskateller ‘Flamberg’ 2012 vom Weingut Harkamp aus St. Nikolai im Sausal in der Südsteiermark.

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Kategorie: Verkostet

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