Deusyls de La Pèira blanc 2013

| 10. Juli 2015 | 0 Kommentare ...alles

Wein der grosse Emotionen freisetzt

Grosses Kino aus dem heissen Süden Frankreichs. Man möchte ihn umarmen und niemals wieder loslassen. Einfach grandios.

Winzer/Weingut: La Pèira en Damaisela, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Jonquières, von den berühmten “Terrasses du Larzac”.

La Peira Deusyls 2013 Flasche/Etikett: An Opulenz fast nicht mehr zu überbieten ist das hellgelbe Etikett das auf der Flasche klebt. In der Mitte ein durch einen Rahmen eingefasstes Rechteck. Darin in grossen Buchstaben DEUSYLS de la Pèira und in der Mitte leicht braun 2013. Unterhalb Pays d´Hérault und fertig. Umrankt wird alles von einem Gebilde das an die Einfassung barocker Spiegel erinnert. Üppig, opulent und wuchtig. Oben in der Mitte das Logo der Domaine mit einem kreuzähnlichen Gebilde. Darüber ein Engel und zwei Gesichter die irgendwie an Zeus erinnern. Am ebenso gelben Rückenetikett ganz oben gross LA PÈIRA und unterhalb alles wichtige wie Name, Herkunft usw. Was auffällt sind die wuchtigen 14,5% die aber irgendwie nicht wirklich verwundern, weil aus dem heissen Languedoc doch öfter solche Kaliber kommen. Eingefasst mit einer goldenen Halsmanschette mit einem Tolosanerkreuz darauf, wird die noble Erscheinung stilvoll abgerundet. Für eine halbe Stunde wandert der Deusyls in die Karaffe um dann zu zeigen, warum er international für soviel Aufsehen sorgt.

Im Glas: Kräftiges Gold strahlt aus dem Becher raus und lässt zarte grünliche Reflexe erkennen.

In der Nase: Der Duft des Deusyls einfach betrörend, umwerfend, erotisch, intensiv und dicht. Weisser Honig, Vanille, eine kleine Montecristo, Blütenaromen, Orchideen und Lilien. Opulent einerseits, trotzdem fein und frisch in der Nase. Für mich als grossen Condrieu- und Hermitageliebhaber eine einzige freudige Offenbarung mit welchen Aromen hier um sich geworfen wird. Der weisse Honig und die Blüten verleihen allem ein gewisses ‘Gewicht’, die Vanille sorgt für Dichte. Ein wunderbares Dufterlebnis.

Im Mund: Weich, ungewöhnlich klar und frisch, aber auch ebenso dicht und vor allem herb macht sich der Deuslys über den Mundraum her. Auf der Zunge spürt man augenblicklich wie weich und mild der Wein ist, wieviel Dichte er hat und wie rund er über sie rollt. Man schmeckt weisse Blütenaromen, dicken weissen Honig, auch die Montecristo breitet wieder ihre hellen Tabakblätter aus. Es ist würzig, ganz fein, und es ist tief. Da ist Schmelz, da ist Struktur die Volumen hat und sich doch so fein und klar anfühlt. Am Gaumen herb wie Blütenstaub, weiss und trocken. Und ganz am Schluss öffnet sich eine grandios elegante Vanillewolke und hüllt alles in sich ein. Nicht banal wie man es von so vielen unsäglichen Barriqueweinen kennt, das hier hat Stil, grosse Klasse und sorgt für ein Mundgefühl von welchem man sich wünscht, dass es am besten niemals enden möge.

Es ist einfach betörend was da im Mund abgeht. Der Deuslys ist wuchtig, ja. Er strengt aber nicht an. Er ist mächtig, versteht es aber seine elegante Seite hervor zu heben. Und er ist dermassen komplex und vielschichtig, dass man einfach überwältigt ist. Lässt man ihn eine Weile auf der Zunge stehen und spielt mit ihm, dann merkt man plötzlich, dass sich Salz aus seinem Körper löst. Man schmeckt auch klar und deutlich, dass man mehr von einer wilden Wiese als aus einem Obstkorb im Mund hat. Frisches Heu, Löwenzahn und Gänselblümchen kommen einem in den Sinn, während am Gaumen ein völlig anderer Film abläuft. Da zieht ein sehr viskoser Nebel auf, schmeckt herb und staubig, lässt spärlich weissen Honig tropfen und sorgt für einen ebenso herben wie gleichzeitig weichen, milden und runden Abgang. Im Nachhall einfach sündige, opulente Erotik.

Es fällt schwer bei diesem Wein objektiv zu bleiben, nicht den vielen hymnischen Beschreibungen der Weinelite zu folgen und auch weil ich wie bereits erwähnt, Viognier und Roussanne sehr liebe. Aber das was der Deusyls da abhält würde ich ohne jeden Zweifel ins Burgund verfrachten und niemals im Languedoc verorten. Was da auf der Zunge weiss und saftig rund wie mild und weich sich austobt, was am Gaumen traumhaft herb und trocken haftet, und wie sich hier Barrique zu ‘erfühlen’ gibt, das ist schon ganz ganz grosse Klasse. Einen wirklich grossen Hermitage oder Condrieu gibt es fast nicht unter 50 Euro zu erstehen, der Deusyls kostet 30. Weil er aus dem Languedoc kommt. Zwar hoch im Alkohol, der aber nicht spürbar ist (was eine Kunst für sich ist im Languedoc).

Resümee: Ein Wein der Emotionen freisetzt, der berührt, der einen Sentimentalität spüren lässt. Ein Wein der so tief in einen eindringt wie er selbst tief und emotional ist. Grosses Kino aus dem heissen Süden Frankreichs. Ich möchte ihn umarmen und niemals wieder loslassen. Oder mich ganz einfach darin ertränken. Kaufempfehlung!

Tipp: Eine halbe Stunde Luft gefällt ihm. Mit 10-12º trinken. Zu Fisch an heller Sauce sicherlich der grosse Star. Zur Alleinbespassung ein grandioser Wein den man garantiert nicht mehr vergisst.

Einen Bericht über den Deusyls lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Deusyls de la Pèira blanc 2013 von La Pèira en Damaisela aus dem Languedoc, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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