Cuvée H 2014

| 17. November 2016 | 0 Kommentare ...alles

Süsse Würze very sexy

Ein Ausnahmewein, der sowohl mit Geschmack wie auch mit einem irre grandiosen Mundgefühl aufwartet.

Winzer/Weingut: Domaine La Barthassade, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von kalkigen, trockenen Böden auf dem Plateau Terrasses du Larzac.

cuvee-h-2014 Allgemeines: Der zweite Wein der unter dem Motto Tour de France heute verkostet wird ist ein Rotwein der nach einer Frau benannt wurde. Er heisst Cuvée H, das H steht für Hélène, und kommt von Guillaume Baron, der mit seiner Frau die kleine Domaine la Barthassade im Languedoc betreibt. Bevor Guillaume und Hélène Baron jedoch ihre eigene Domaine gegründet haben waren sie bei Sylvain Pataille im Burgund sowie bei vielen anderen Betrieben weltweit unterwegs um Erfahrungen zu sammeln und sie in ihren eigenen Betrieb einfliessen zu lassen. Die Reben für ihre Weine stehen auf den kalkigen, trockenen Böden auf dem Plateau Terrasses du Larzac. Im Keller verzichten die beiden auf jegliche Eingriffe und lassen ihre Weine einfach “werden”. Die Cuvée H ist eine Cuvée aus Mourvèdre, Cinsault und Syrah und wurde im Stahltank ausgebaut. Und weil das Glas bereits poliert ist, wird der Tropfen bevor dann hinein darf, für eine halbe Stunde in die Karaffe verfrachtet um sich an seine neue Umgebung anzupassen.

Im Glas: In dunklem Rot mit einem Stich von violett leuchtet die Cuvée H aus dem Glas.

In der Nase: Eine Ladung schwarzer Johannisbeeren springt in meine Nase, unterfüttert mit einer Frische die gewaltig ist. Das ist die totale Leichtigkeit, es fühlt sich schlank an, zeigt Töne von Zitronen und feuert eine Würze hinterher, die ebenso fein wie leicht wie auch verspielt ist. Kirschen tauchen auf, sorgen für Saft und letztlich für einen richtig rotfruchtigen Duft. Ungewöhnlich fein, ungewohnt frisch, einfach wunderbar.

Im Mund: Oh la la, wie ist das fein was meine Zunge da umspült. Dunkle Kirschen und eine kleine schwarze Olive haben sich in der Cuvée H zu einem harmonischen Duo zusammengetan und stehen eindrucksvoll im Mund. Es fühlt sich kompakt an, unter allem liegt eine ungemein dichte Würze, das Tanningerüst ist robust und doch sehr fein am Gaumen. Man schmeckt mehr Boden als Frucht, es ist kalkig, erdig, würzig und nur die vereinsamte Kirsche schafft es, sich zwischendurch ganz leise bemerkbar zu machen. Zur allgemeinen Überraschung taucht ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, im Abgang eine süsse Note auf, erinnert ein wenig an Nelke und sorgt für leichte Irritation die äusserst charmant ist. Wenig Frucht und süsse Würze, was für eine tolle Kombination!

Absolut beeindruckend ist es wie die Cuvée H an der Luft aufgeht. Wie sie immer sündiger, saftiger und konzentrierter wird. Die süsse Würze ist schlichtweg betörend, das Tanninkleid eine Wucht, weil einerseits sehr straff und doch so fein und elegant. Ebenso überraschend ist die Kühle die der Wein ausstrahlt, die Frische die in ihm herrscht. Von der Hitze des Languedocs ist nichts zu spüren, hier steht fast schon etwas “nordisch unterkühltes” im Mund. Richtig saftig spürt man die schwarze Kirsche auf der Zunge, wie sie an ihren Rändern feinst konzentriert mit einem Schuss dieser süssen Würze abfliesst. Der Gaumen selbst hat sich ergeben und lässt mit sich geschehen, was “Hélène” mit ihm anstellt. Der Abgang reinste Sünde. Saftig, kirschig, süss und lang. Ein Traum.

Es ist der totale Irrsinn. Der Tropfen wird immer besser, immer beeindruckender. Womit kann man ihn vergleichen? Vielleicht mit Balsamico. Kosten Sie einen billigen der nicht wirklich etwas mit Balsamico zu tun hat und dann kosten sie einen echten, wenn geht gereiften. Dann spüren sie diese feine Süsse, diese kompakte Textur. So verhält sich auch die Cuvée H. Sie ist fein konzentriert, sie ist saftig, sie ist echt und ihre süsse Würze ist die Krönung.

Resümee: Das ist ganz grosses Kino zwischen den Kiemen, das ist erotisch, das hat Sexappeal. Und schmecken tut es noch dazu gewaltig gut. Ein Ausnahmewein, der sowohl mit Geschmack wie auch mit einem irre grandiosen Mundgefühl aufwartet. Zu einem Preis der für soviel Wein ganz einfach lächerlich ist. 12,80 kostet die Flasche, was drin ist ist locker das Doppelte wert. Languedoc kann richtig gut sein!

Tipp: Eine Stunde in die Karaffe mit dem Wein und dann mit frischen 16º getrunken. Ein Traum zu Gebratenem, zu Ribs und Steak, zu knackigem Gemüse und zu jungem Käse. Als Solist ein Charmeur par excellence.

Einen Bericht über den Cuvée H lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde eine Cuvée H 2014 von der Domaine La Barthassade aus dem Languedoc in Frankreich. Bezugsquelle: K&U Weinhalle, Nürnberg.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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