Corbières 2010 Cuvée Tradition

| 15. Januar 2013 | 0 Kommentare ...alles

Unkomplizierter Alltagswein für jeden Anlass.

Ein Tropfen aus dem Süden Frankreichs, den man einfach aufmacht und reuelos geniessen kann. Ideal für jeden Tag und jeden Anlass.

Winzer/Weingut: Château La Condamine, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von kargen Kalk- und Lehm, sowie schroffen Steinböden in der Region Corbières.

la condamine Flasche/Etikett: Auf der schlanken Bordeauxflasche klebt ein turmhohes, in gedecktem weiss gehaltenes Etikett. Elegant gestaltet zeigt es oben den Namen des Châteaus, den Jahrgang drunter und die stilisierte Abbildung eines Weinberges. Unterhalb in gold ‘Cuvée Tradition’ und Corbières in blauen Grossbuchstaben. Alles was von weiterer Wichtigkeit ist steht am unteren Ende dieses schicken Etiketts. Insgesamt ein nobler Auftritt der farblich aufs Wesentliche reduziert ist und deshalb umso mehr Eindruck macht.

Im Glas: Fast blickdicht, in tiefst dunklem dunkelrot präsentiert sich der Corbières im Glas. Fast schwarz steht der Wein darin und nur an den Rändern blitzen ganz dünne bläulich-violette Ränder auf.

In der Nase: In die Nase strömt ein warmer Duft von satten roten Früchten, eine saftige Kräuterwürze dreht ihre Runden mit Oliven und Waldbeeren. Man riecht Brombeeren die in ihrem eigenen Saft stehen und überraschenderweise riecht es frisch und kühl im Glas, nicht fett oder gar heiss. Es dampft nicht aus dem Glas heraus, es fühlt sich zivilisiert an in der Nase. Dafür sorgt wohl diese feine Note frisch gespitzten Bleistiftes, welche kühl und mineralisch wirkt.

Im Mund: So frisch und kühl der Corbières sich in der Nase präsentiert hat, genauso frisch und kühl läuft der Tropfen über die Zunge und den Gaumen. Es überrascht, dass dieser Wein mit einer Länge aufzeigt die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Er ist dicht und konzentriert und fühlt sich trotzdem äusserst fein und elegant im Mund an. Kein übermässiger Druck auf der Zunge, kein zuviel an Gewicht, vielmehr eine gewisse Leichtigkeit die man spürt. Es schmeckt ein wenig kräutrig, mehr würzig und die Fruchtaromen sind nicht schwer oder fett, sie zeigen sich verhalten, vornehm und harmonisch in die Textur des Weines eingebettet. Was die Gerbstoffqualität angeht zeigt sich der Corbières von seiner charmantesten Seite, indem er jene nur spärlich, fast schüchtern zeigt und auf den Gaumen los lässt.

Fast ist man geneigt den Corbières als weichgespült zu empfinden weil er so glatt geschliffen im Mund agiert. Da ist nichts was Druck macht, Zähne zeigt oder einen sonstwie fordert. Alles ist harmonisch, die Kräuter und Gewürze sowie die dunklen Fruchtaromen vertragen sich wie beste Freunde. Was dem Corbiéres jedoch diesen besonderen Touch verleiht ist seine mineralische, graphitbetonte Note. Diese macht ihn frisch, ein wenig anders und verleiht ihm diese kühle Eleganz. Mit zunehmender Luft wird der Tropfen saftiger, ein wenig fülliger im Mund, er bekommt mehr Struktur und Dichte und wird insgesamt charaktervoller. Auf der Zunge spürt man vorneweg den Saft und über den Gaumen streicht der Corbières ganz fein und sanft hinweg um in ein angenehmes, saftiges, aber auch frisches Finale überzugehen. Im Nachhall zeigt sich der Tropfen leicht herb, ein weing rauchig und mit einem fruchtigen Mundgefühl in welches sich jetzt auch ein wenig besser definierte Tannine integrieren.

Resümee: Der Corbières ist, wenn man so will, ein eckenloser Alltagswein der einfach Spass macht und den man ungezwungen geniessen kann. Selbst seine 14% wirken dank seiner kühlen Frische schlank, so wie sich der Wein insgesamt im Mund anfühlt. Kein grosser Wein mit dem man ‘protzt, sondern ein einfacher, dafür aber umso besser gemachter Wein für jeden Tag. Um 7 Euro ebenso alltagstauglich wie fair bepreist und sein Geld allemal wert. Eindeutig eine Entdeckung abseits der von mir bevorzugten ‘Weinabteilung’ und deshalb umso berichtenswerter. Reueloser Genuss, unkompliziert und für jeden Anlass geeignet.

Einen Bericht über den Corbières lesen Sie auch hier.

Tipp: Aufmachen, einschenken und geniessen. Um die 16º sind ideal, ein wenig wärmer geht auch noch. Passt gut zu allem Regionalen, zu kräftigen Fleischgerichten und zu gegrilltem Gemüse. Solo komplikationsloser, ungezwungener und frischer Trinkspass.

Verkostet wurde ein Corbieres 2010 La Condamine vom Château La Condamine in Paulhan, Frankreich.

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Kategorie: Verkostet

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