Contrada IGT 2007 – COS

| 18. Mai 2012 | 0 Kommentare ...alles

Numero Uno.

Nicht weniger als diesen Status nimmt der Contrada aus dem Hause COS für sich in Anspruch. Ein Nero d´Avola der absoluten Spitzenklasse.

Winzer/Weingut: Azienda Agricola COS, Vittoria, Ragusa, Sizilien.

Lage/Herkunft: Aus der Region um Bastonaca auf 250m Seehöhe in Vittoria/Ragusa, im Südosten Siziliens.

Flasche/Etikett: Wie die ersten beiden Weine ist auch der Contrada in dieses COS-eigene, historische Gebinde von Weinflasche abgefüllt. Aufmerksame Leser wissen bereits, dass es sich dabei um Funde von Tonscherben aus der Römerzeit handelt die auf dem Weingut gefunden, zusammengesetzt und für COS in Glas nachgebaut wurden.

Das Etikett darauf ist farblich äusserst edel in sattem blau gehalten, mit einem silbernen Logo und weisser Typographie. Das Logo bildet stilistisch das Haupthaus der Azienda ab und der Name Contrada steht in grossen Lettern drunter. Ein von der Farbe her sicherlich ungewöhnliches Etikett, fällt mir auf schnell nämlich kein ähnliches ein welches auch komplett in blau gehalten wäre. Lustiges Detail am Rande ist der kleine ‘Fehler’ der sich bei der Beklebung der Flasche eingeschlichen hat. Dieses Etikett ist nämlich für die Magnum-Ausgabe gedacht gewesen wie die Füllmenge von 1500ml (unten im rechten Eck) zeigt. Hier steht trotzdem nur die kleine Flasche auf dem Tisch.

Im Glas: Zwei Stunden hat der Nero d´Avola bereits im Dekanter verbracht und ist nun bereit erste Eindrücke zu vermitteln. Die andere halbe Flasche haben wir einfach offen stehen lassen und werden ihr ein paar weitere Stunden Luftzufuhr gönnen. Im Glas zeigt sich der Contrada in einem funkelnden rubinrot und sieht dabei erstaunlich klar und transparent aus.

In der Nase: Es riecht würzig in der Nase und feine Holznoten begleiten den noch sehr verhaltenen Duft. Noch ist er ein wenig verschlossen, macht aber in den nächsten Stunden sicher auf. Wir riskieren trotzdem einen ersten Schluck vom Topprodukt der Azienda, weil die Neugier einfach zu gross ist und auch um zu erleben wie sich der Wein in den nächsten Stunden verändern wird.

Im Mund: Den Gaumen überrascht der Contrada sofort mit einem sehr weichen Auftritt den man von einem 100%igen Nero d´Avola so nicht erwartet hätte. Es findet keine Gerbstoffexplosion statt und man empfindet den Wein einfach nur als saftig. Lässt man den Wein im Mund zirkulieren, spürt man eine schöne Süsse an der Lippeninnenseite. Der Wein selbst wirkt frisch, zieht einen Hauch von Leder und Tabak über den Gaumen und verabschiedet sich mit einer leicht rauchigen Note. So wie der Contrada sich im Mund anfühlt versteht man warum er das Spitzenprodukt von COS ist. Einerseits mit einer elitären Würze versehen, steht saftige Frucht deswegen nicht hintan oder versteckt sich gar. Der Contrada wirkt konzentriert, man riecht und schmeckt schwarze Kirschen und auch Weichseln welche richtig reif und saftig sind. Samtig weich füllt der Contrada den Mund aus, lässt einen seinen Saft spüren und ebenso die ‘zärtlichen’ Tannine die so vorsichtig den Gaumen umspülen, dass man ihnen fast sagen möchte sie dürfen ruhig ein wenig ‘zupacken’.

Auch wenn andere Quellen eine Dekantierzeit von 24 Stunden empfehlen, wir wollen die Entwicklung des Contrada an der Luft verfolgen und sind aktuell bei drei Stunden im Dekanter angekommen. Der Rest steht noch in der offenen Flasche und wird ‘nachgereicht’. Eines ist aber jetzt schon klar; der Contrada protzt mit saftiger Süffigkeit, hat einen gefährlich animierenden, verlockenden Trinkfluss und lässt keinen Zweifel daran, dass er die Nummer 1 des Hauses und ein Wein der Spitzenklasse ist.

Resümee: Nach 6 Stunden in der geöffneten Flasche wird der Contrada weiter verkostet. Er ist noch weicher und runder geworden, richtig üppig ohne dabei aber schwer zu wirken. Fruchtseitig treten Weichselaromen in den Vordergrund, eingebettet in ein feines kräuterwürziges Gerüst. Saftig umspült der Wein die ganze Zunge bevor er sich über den Gaumen kraftvoll verabschiedet. Im Nachhall hinterlässt er eine leicht rauchige Note, ein wenig Tabak und vor allem dieses fruchtig-reife Weichselaroma. Mit seinen 13% ist der Contrada auch vom Alkohol her angenehm, was ihn leichter wirken lässt und ihn umso trinkfreudiger macht. Gerbstoffseitig bleibt er sanft und seidig, was ihn zu einem freundlichen Begleiter macht. Einzig was den Preis betrifft sollte man sich etwas wärmer anziehen, liegt dieser nämlich je nach Einkaufsquelle zwischen 40 und 50 Euro. Dafür haben Sie aber einen absoluten Spitzenwein im Glas. Wenn Sie weiterhin bedenken, dass das Terroir dem er enstammt vierzehn Jahre lang chemikalienfrei bearbeitet worden ist und die Erträge entsprechend gering sind, dann erscheint er aber in einem verständlicheren und nachvollziehbaren Licht.

Tipp: Zwei Stunden sollten Sie schon warten können bevor sie ihn ins Glas lassen. Wenn Sie zu den geduldigen Geniessern gehören geben sie ihm sechs oder mehr. Sie werden mehr als belohnt. 16-18º sind ideal, im Sommer ein, zwei Grad kühler servieren. Kochen Sie was Feines dazu, geniessen sie den Contrada allein, oder bei einem romantischen Abend zu zweit.

Einen Bericht über den Contrada IGT 2007 lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Contrada IGT 2007 von der Azienda Agricola COS aus Vittoria in der Region Ragusa, Sizilien.

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Kategorie: Az. Agricola COS, Verkostet

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