Château Artix Minervois 2009 Reserve

| 14. September 2011 | 1 Kommentar ...alles

Katharer, Schlösser und der Wein.

50% Syrah, 30% Grenache und 20% Vieux Carignan sind angetreten um zu zeigen, was das Château Artix zu bieten hat.

Winzer/Weingut: Joseph Castan, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus dem Weinbaugebiet Minervois im Languedoc-Roussillon. Von einem Château, welches im 11. Jahrhundert ein Schloss der Katharer war.

Flasche/Etikett: Anders als bei den bisherigen Castan-Weinen prangt auf dem Château Artix ein goldenes Etikett auf der Bordeauxflasche. Mit der typischen Abbildung des Château und der feudalen Ankündigung des Inhalts. Den Flaschenhals ziert die Fleur-de-Lys. Französisch bis ins Detail.

Im Glas: Im Glas präsentiert sich der Rote vom Château in intensivem kirschrot mit dunklen purpurnen Reflexen. Fast violett schimmert der Rand und seine Dichte lässt Körper und Kraft erahnen.

In der Nase: Eine sehr komplexe und vor allem eigenwillige Nase. Einerseits nimmt man gekochte Früchte wahr, andererseits drängt sich der Duft von Lakritze dazwischen. Kräuter und Gewürze vervollständigen ein überaus vielschichtiges Bukett. Es hat den Anschein als könnte man den Boden riechen dem dieser Wein entspringt. Ich mag Charakterdarsteller und liebe es wenn ich mich mit einem Geruch erst ‘anfreunden’ muss. Das kalte Klima in dem dieser Wein entsteht dringt bis ins Glas durch. Man kann die Kälte fast riechen, was der Nase eine angenehm frische Kühle gibt.

Im Mund: Im Mund präsentiert sich der Minervois zuerst etwas rauh und ungeschliffen, wird aber nach einer Weile weich und sanft. Ohne nicht trotzdem seine harmonisch eingebundenen Gerbstoffe zu zeigen. Im Geschmack voll und füllig sorgt er nicht für ein Fruchtfeuerwerk sondern eher für ein typisch südfranzösisches Aromenspiel. Lakritz ist eindeutig der Leader und fast hat es den Anschein als würde man mit Feuersteinen im Mund spielen. Dermassen mineralisch präsentiert sich diese Cuvée. Ausgesprochen angenehm und eigenwillig. Man muss so etwas mögen. Wenn man es nicht tut ist man verloren, wenn man es mag, dann wird es ein Erlebnis.

Interessant ist, dass die frische Kühle die ganze Zeit über bleibt. Es ist als wenn der Wein die kalte Temperatur des Bodens gespeichert hätte und jetzt langsam und beständig freigibt. Das Kommando haben eindeutig mineralische Aromen und Frucht blitzt nur ganz am Rand durch. Ein leicht herber Abgang gestattet aber auch einen langen Nachhall der Phantasien weckt.

Resümee: Insgesamt ist der Minervois vom Château Artix ein Wein der fordert. Eindeutig nichts für ‘massenkonditionierte’ Weinfreunde oder gar Wein-Einsteiger. Charakter steht hier im Vordergrund und Persönlichkeit wird gelebt. Wer etwas abseits des Massengeschmacks testen will ist hier gut aufgehoben. Hier geht es zur Sache und die 13,5% machen sich unmissverständlich bemerkbar.

Tipp: Geben Sie diesem Wein auf jeden Fall eine halbe Stunde in der Karaffe. So kann er sich schön öffnen und wird geschmeidig.

Einen ausführlichen Bericht über den Château Artix lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Château Artix – Minervois 2009 Reserve AOC von Joseph Castan Fine Wine aus Baillargues im französischen Languedoc-Roussillon.

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Kategorie: Joseph Castan, Verkostet

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  1. weinquellen | 14. September 2011

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