Blaufränkisch ‘Altes Weingebirge’ 2009

| 11. Dezember 2011 | 0 Kommentare ...alles

Keine Spur von alt im Glas.

Aktiv und voller Temperament lässt einen das ‘Alte Weingebirge’ keine Minute an seiner Jugend zweifeln. Ein Blaufränkisch mit Biss.

Winzer/Weingut: Weingut Draxler, Haschendorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Schwere Lehm-Ton-Böden mit Nord-Ost-Ausrichtung im mittelburgenländischen ‘Blaufränkischland’.

Flasche/Etikett: Das Etikett, wie jenes des ‘Haschendorfs’ und alle anderen noch folgenden, setzt konsequent ein eindrucksvolles Corporate Design fort. Auch dieses in zartem Weiss gehalten, ohne störende Informationen und mit dem obligaten, einem zum Verwechseln ähnlich sehenden ‘Indianer’ drauf. Der keiner ist. Aber das hatten wir schon.

Auf der Rückseite dann wieder jene Informationen die der Weinfreund haben möchte und die einem das ‘Wein geniessen’ doch um einiges einfacher machen. In leicht verständlichen Symbolen die empfohlene Belüftungszeit, Trinktemperatur und optimale Reife dargestellt. Es ist so einfach Kunden glücklich zu machen.

Im Glas: Aus dem Glas strahlt ein sehr schönes und intensives dunkelrot und gibt dabei eine tiefe Einsicht frei. Sehr klar und frisch sieht es darin aus.

In der Nase: Heraus strömt ein duftiges aber auch angenehm würziges Aroma. Die Nase wirkt kühl und die nicht zu überriechenden Brombeeren transportieren einen leicht ‘pfeffrigen’ Ton mit. Ein sehr interessantes Bukett mit Kirschanklängen offenbart sich einem und die 15 Monate im Holfzfass lassen sich nicht abstreiten. Hier duftet es kräftig im Kelch und man nimmt gerne eine zweiten tiefen Atemzug davon.

Im Mund: Eine Überraschung ist der erste Kontakt des ‘Weingebirges‘ mit den Geschmacksnerven im Mund. Äusserst mineralisch und irgendwie prickelnd zischt er über die Zunge und umweht den Gaumen mit zarten Holzaromen. Erst dann gibt er seine frische Frucht frei und gewährt einen lang anhaltenden Geschmack. Seine Jugend kann er zweifellos nicht abstreiten und genau so präsentiert er sich auch. Er ist lustig-forsch und fordert einen mit seiner lebendigen und attraktiven Säure zielich heraus. Der Blaufränkisch tanzt förmlich auf der Zunge und seine leicht holzige und pfeffrige Note verleihen ihm richtig Rasse. Ein sehr temperamentvoller Auftritt auf der Zunge und am Gaumen und nichts von irgendwelcher Schwere zu bemerken.

Das ‘Alte Weingebirge’ gibt sich alles andere als alt und lässt ein wahres Feuerwerk an Eindrücken ab. Die knappe Stunde in der Karaffe hat ihm gut getan und jetzt präsentiert sich dieser Blaufränkisch als richtig ‘frischer Wind’ in Glas und Mund. Noch fehlt es ihm an Körper und Volumen, aber das kommt sicher auch noch. Vielmehr zeigen sich, eingebettet zwischen feinen Gerbstoffen und einer attraktiven Säure, reife Fruchtaromen die einen mit der Zunge schnalzen lassen.

Resümee: Im holzig-fruchtigen Abgang ist dieser Blaufränkisch ein richtig prickelnder Genosse. Es ist als würde sich die ganze in die aktive Säure eingebundene ‘Mannschaft’ über den vorderen Gaumen bis zum Abgang in eine sprudelndes Team verwandeln und sich pulsierend den Weg in den ‘Abgrund’ suchen. Ich weiss zwar nicht wie man Farben geschmacklich beschreibt, aber dieser Wein schmeckt ‘blau’. So richtig blau! Und er hinterlässt ein ganz samtiges und angenehm pelziges Mundgefühl mit viel und lang anhaltendem Geschmack. In diesem ‘Weingebirge’ will ich einmal wandern gehen und den Boden ‘kosten’ dem dieser Tropfen entstammt. Ich bin sicher, dass dieser dann wohl auch ganz blau schmeckt.

Tipp: 1 Stunde sollte er auf jeden Fall atmen. Sicher ideal zu einer deftigen Jause mit rustikal würzigem Bauernbrot.

Einen ausführlichen Bericht über den Altes Weingebirge lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Blaufränkisch ‘Haschendorf’ 2009 vom Weingut Draxler in Haschendorf aus dem ‘Blaufränkischland’ im Burgenland, Österreich.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Draxler

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