Bindella ‘I Quadri’ 2008

| 23. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Kräftig-saftiger Suchtstoff.

Sangiovese mit Saft UND Kraft und höchstem Suchtpotential. Ein Vino Nobile zum Niederknien.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Konsequent folgt man auch mit diesem Etikett dem minimalistischen Corporate Design im Haus Bindella. Was kommuniziert wird ist der Name in grossen Lettern, der Rest beschränkt sich aufs Wesentlichste. Keine Farben, keine Schnörkel, einfach schwarz auf weiss. Reduktiton als Hingucker. Alles andere steht wie üblich auf dem bunten Rückenetikett, welches beim I Quadri in metallisch glänzendem kupferorange gehalten ist. Auf diesem steht dann alles über Herkunft, Alkoholgehalt und alles was man wissen soll und muss, inklusive Signatur vom Herrn des Hauses, Rudi Bindella, selbst.

Auch den I Quadri lassen wir zum Atmen erst einmal für eine halbe Sunde in der Karaffe stehen und beobachten wie sich der Wein präsentiert und mit der Zeit entwickelt. Wie immer spannend, wie immer eine Geduldsprobe und wie immer, am Ende jede Minute des Wartens wert. Danach kommt der Sangiovese in das Glas.

Im Glas: In einem satten rubinrot steht der I Quadri im Glas. Er ist dichter als die Riserva und lässt nicht so tiefe Einblicke zu, behält aber noch eine gewisse Transparenz.

In der Nase: Sobald man die Nase ins Glas steckt strömt einem ein intensives Bukett entgegen. Dunkelbeerige Aromen, warme Würze und irgendwie ledrig riecht es. Auch die Nase des I Quadri wird von feinen, leicht rauchigen Holznoten begleitet. Ein sehr rundes, stimmiges Bukett. Fruchtig, würzig und warm.

Im Mund: Auf den Gaumen trifft der I Quadri mit weniger kräftigen Gerbstoffen als die Riserva. Sie sind feiner, seidiger. Dafür wird die saftige Kirschfrucht von einer richtig körnigen Mineralität begleitet. Es ‘rieselt’ wieder mal im Mund. Sehr angenehm und fein. Die reife Kirschfrucht ist sehr gut ausgeprägt und feine Röstaromen kann man schmecken. Durch den sortenreinen Ausbau spürt man mehr Frucht, welche in schöner Balance mit den Gerbstoffen und den würzigen Aromen steht. Es wirkt saftig und fleischig im Mund und der Sangiovese macht sich mehr am Gaumen als auf der Zunge bemerkbar. Er füllt den Mund aus, zeigt kraftvolle Textur und sorgt für ein langes Finale. Da ist echter Saft und echte Kraft in diesem Tropfen.

Nach einer Stunde an der Luft wird das Bukett immer runder und fruchtiger und sorgt für ‘Schnüffel-Alarm’. Auch geschmacklich nimmt der Tropfen Fahrt auf und wird immer saftiger. Auch dieser Sangiovese ist nichts für Leute die keine Gerbstoffe mögen, auch wenn diese hier feiner gezimmert sind als bei der Riserva und nicht so kräftig zupacken. Der I Quadri ist kein weichgespülter Schmusewein für Fruchtlöffler. Vielmehr versteht er es perfekt seine reife Kirschfrucht gekonnt mit den Tanninen in Einklang zu bringen. Saft UND Kraft, das ist eines der Geheimnisse die Wein zu gutem Wein machen. Fruchtig ist der Tropfen, ja, aber auch würzig und die Kombination mit Holzaromen, Textur und Körper machen ihn zu einem richtigen ‘Kerl’, der Stil und Klasse hat.

Resümee: Es macht Spass den I Quadri im Glas zu haben und ihn zu geniessen. Obwohl alle bis jetzt verkosteten Bindella-Weine wirklich grossen Eindruck bei mir hinterlassen haben, ist der I Quadri neben dem Einstiegswein von Bindella, dem Fossolupaio, zu meinem Liebling geworden. Von beiden Weinen will ich mehr. Viel mehr! Der Wein nimmt mit jeder Minute mehr an Saft zu und wird zum absoluten ‘Kracher’. Auch wenn ihn seine 14,5% nicht gerade zu einem Leichtgewicht machen (das aber trotzdem leicht schmeckt). Um 25 bis 28 Euro gibt es diesen bemerkenswerten Sangiovese und wer Qualität erkennt und auch zu schätzen weiss, der zahlt diesen ‘Wohlfühlbeitrag’ mit einem Lächeln im Gesicht.

Tipp: Geben Sie dem I Quadri 1 Stunde, besser 1 1/2, und lassen Sie sich dann bei 18-20º Trinktemperatur von ihm verzaubern. Der Wein hat alles was man sich nur wünschen kann. Leider gibt es diese ‘Medizin’ nicht auf ‘Kasse’.

Einen Bericht über den I Quadri lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Bindella I Quadri 2008 von Vallocaia Bindella aus Montepulciano in der Toskana, Italien.

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Kategorie: Bindella, Verkostet

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