‘A Coroa’ 2011 Godello

| 29. Oktober 2012 | 0 Kommentare ...alles

Von der New York Times zum besten seiner Art gewählt.

Gleich einer Fatamorgana kommt und geht der Tropfen. Ein Weinerlebnis das sogar die New York Times zu Lobeshymnen hinreisst.

Winzer/Weingut: Adega A Coroa, Valdeorras, Spanien.

Lage/Herkunft: Von den hügeligen Weingärten im Valdeorras-Tal im Zentralterritorium Gigurri.

Flasche/Etikett: In der langen, schlanken Bordeauxflasche steht der Godello nun vor uns und ein einfaches und übersichtliches Etikett klebt auf ihr. In weiss gehalten ist das Stück Papier, mit dem Namen der Adega, was auf portugiesisch soviel wie Weinkeller heisst, und einer aufgestanzten Krone drauf. Deshalb auch der Name Coroa, der ebenfalls aus dem portugiesischen stammt, weil Valdeorras nämlich ganz nahe an der Grenze zu Portugal liegt.

Am Ende des Etiketts das illustrierte Weingut wie es wirklich aussieht. Ein simples aber umso wirkungsvolleres Design. Am Rückenetikett erfährt man alles was man wissen muss. Spanischkenntnisse vorausgesetzt. Und weil der A Coroa etwas ganz besonderes ist, darf er bevor er zuerst einmal österreichische Luft schnuppern und kommt dazu für eine halbe Stunde in die Karaffe.

Im Glas: Grünlich gelb leuchtet der Godello aus dem Glas. Sehr hell und klar ist seine Farbe und die Innenwand des Glases benetzt er vollflächig mit einem feinen Film.

In der Nase: Es riecht wunderschön floral im Glas, eine angenehme, erfrischende Kräuterwürze steht über all dem weichen Duft und man steckt seine Nase gern ganz tief ins Glas. Das Bukett des A Coroas ist sympathisch, verströmt Aromen von frischen grünen Kräutern und bleibt dabei bezaubernd weich in der Nase. Nichts Hartes oder Kaltes was da raushüpft, sondern bezaubernd sanfte Aromen versprühen einen wunderbaren Duft. Des Godellos Duft ist einer jener, der ob seiner Andersartigkeit das Zeug hat süchtig zu machen.

Im Mund: Äusserst weich fliesst der A Coroa über die Lippen und zeigt sich dabei derart trocken, dass man automatisch nachleckt weil man nicht glauben kann, dass da gerade etwas Flüssiges darüber gezogen ist. Genauso verhält er sich auf der Zunge. Fast cremig legt er sich auf sie, lädt kurz und kräftig seine floralen Noten auf ihr ab und verdunstet in einem Nebel feinster Kräuterwürze. So schnell kann man den A Coroa gar nicht greifen als er wieder weg ist, aufgelöst in eleganter Mineralik. Die Lippen fühlen sich an wie balsamiert, im Mundraum spürt man ihn an jeder Stelle nachwirken und eine hauchzarte bittere Note lässt ihn definitiv anders als Gewohntes schmecken. Es fühlt sich toll an im Mund und man sollte den A Coroa so lang wie möglich auf der Zunge halten um ihn vollständig zu ‘erfassen’. Nur so kann man die grüne Frische fühlen, spüren wie er sich entfaltet und trocken über den Gaumen ‘flussabwärts’ zieht.

Es ist definitv ein ‘anderes’ Geschmackserlebnis das der A Coroa einem beschert. Eine andere Form von Mineralität, eine die sich weicher im Mund präsentiert und sich sogar ganz leicht salzig anfühlt auf den Lippen und auf der Zunge. Dazu die leicht bittere Note und fertig ist eine Mixtur die verzaubert. Einzig der Umstand, dass der Tropfen dermassen schnell verdunstet mag ein kleiner Nachteil sein. Oder auch ein Vorteil, weil man rascher wieder etwas trinken kann. Reine Ansichtssache. Irgendwie hat der A Coroa etwas von einer Fatamorgana. Man sieht sie, aber kaum dreht man sich einmal um, ist sie wieder weg. Genau so rasch verflüchtig sich der A Coroa wieder und hinterlässt ein Gefühl von herb-würziger Trockenheit.

Resümee: Im Sommer gut gekühlt ein garantierter ‘Überflieger’, zeigt er sich wenn die Temperaturen sinken als wundervoll weicher und sanfter Typ. Fast würde ich persönlich ihn eher im Herbst angesiedelt sehen als im Sommer. Weil er ein warmer, nobler Charakter ist, seine Vorzüge stilvoll und verhalten einsetzt und weil er trotz seiner charmanten und leichtfüssigen Würze Körper und Gewicht hat. A Coroa trägt seine Krone zu Recht, soviel ist sicher. Um Euro 12,50 kann jeder seine eigene erwerben und sich vom aussergewöhnlichen Flair dieses Nordspaniers überzeugen. Von uns gibt´s jedenfalls zwei ‘Daumen hoch’ für diesen Tropfen.

Tipp: Im Sommer um die 8-10º, im Herbst und Winter um die 2º kühler servieren. Ideal zu kräftigeren Gemüse- und Fischgerichten, aber auch als ‘Einzelkämpfer’ ein Gedicht.

Einen Bericht über den A Coroa lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Godello ‘A Coroa’ 2011 von der Adega ‘A Coroa’ in Valdeorras, Spanien. Der Wein wurde uns von der K&U Weinhalle zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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