Stichwort: Weinverkostung

Outis Etna Bianco 2009

Völlig neue Geschmackswahrnehmung.

Wer echte unverfälschte Mineralität sucht wird sie in diesem Wein vom Lavaboden finden. Nichts für Fruchttrinkter.

Winzer/Weingut: Vini Biondi, Trecastagni/Catania, Sizilien.

Lage/Herkunft: Von steilen Hängen und Terrassenanlagen die auf schwarzen Lavaböden angelegt sind.

Outis Nessuno 2009 Flasche/Etikett: Auf der dunkelgrünen Bordeauxflasche klebt ein hohes weisses Etikett, das ziemlich einfach und unaufgeregt gestaltet ist. Nach dem Motto ‘weniger ist mehr’ steht ganz oben in rot nur ETNA D.O.C. BIANCO drauf und in der Mitte ist in schwarz OUTIS eingedruckt. Unterhalb in roter Klammer steht Nessuno und am unteren Rand des eleganten Stück Papiers ist das Logo des Betriebes in silber aufgedruckt. Insgesamt ein sehr edel wirkendes Etikett, reduziert und farblich auch sehr ansprechend. Einfach, dafür umso eleganter.

Am ebenso hohen weissen Rückenetikett steht nicht wirklich viel drauf, ausser das was unbedingt oben stehen muss. Über den Wein selbst erfährt man nichts und so bleibt einem nichts anderes übrig als selbst Recherche zu betreiben wenn man mehr über seine Herkunft, die enthaltenen Rebsorten usw. erfahren möchte. Dem Hinweis diesen Wein für 2 bis 3 Stunden vor Genuss zu dekantieren sind wir natürlich brav gefolgt und so kommt der Outis Etna Biacno nach drei Stunden in die polierten Gläser.

Im Glas: Der Wein funkelt in goldigstem Gold im Becher, sieht satt und dicht aus und zeigt eine ganz leicht trübe Note. Kristallkar sieht anders aus.

27. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Gemischter Satz 2011 Rosi Schuster

Vinophile Antithese.

Ein Wein der den ‘Spieltrieb’ weckt, das Entdeckergen aktiviert und einen neugierig auf das Unbekannte werden lässt.

Winzer/Weingut: Rosi Schuster, St. Margarethen/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von ungefähr 13 verschiedenen Rebsorten aus einem einzigen Weinberg in der Gegend von St. Margarethen im Burgenland.

Gemischter Satz 2011 Flasche/Etikett: Mit einem relativ unspektakulären, dafür umso stilvolleren, richtig elegant wirkenden Etikett ist die braune Burgunderflasche beklebt. Auf dem hellen, sandfarbigen Etikett ist oben ein Schild mit einem Löwen drin und einem oben drauf abgebildet. Unterhalb steht in grossen Lettern GEMISCHTER SATZ in klassischem Schriftbild. Unten drunter in senfgelb der Jahrgang und im Anschluss alles was unbedingt angeführt sein muss. Am unteren Rand steht ROSI SCHUSTER ebenfalls in gelb und in Kapitalen und Burgenland als Herkunft macht den Abschluss. Mit dem in senfgelb eingefassten Flaschenhals ergibt alles ein stimmiges Ganzes und macht einen soliden eleganten Eindruck.

Auf ein Rückenetikett wird verzichtet und so sollte man zumindest die grundlegenden Dinge über einen Gemischten Satz kennen. Um der burgenländischen Mischkulanz ein perfektes Ambiente zu bieten, wird sie in die schlanke Karaffe umgefüllt und darf sich dort 30 Minuten an die Wiener Raumluft anpassen.

Im Glas: Im Glas steht der Gemischte Satz in kräftigem strohgelb und funkelt mit dezenten grünen Reflexen vor sich hin.

26. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Pour mon père 2010

Liebe auf das zweite Glas.

Sauerfruchtig mit einem feinen Nebel aus Herbstlaub und Unterholz, versüsst dieser mystische Trofen jeden noch so grauen Herbsttag.

Winzer/Weingut: Château de Gaure, Rouffiac d’Aude, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Mergel,- Ton,- Schutt- und Schotterböden rund um die Gegend von Limoux stammenden Weinbergen.

gaure pour mon père Flasche/Etikett: Wie schon das Etikett das auf der Flasche des Oppidum klebt, ist auch dieses ein abstraktes Gesamtkunstwerk. Auch hier steht am Seitenrand in goldenen, angeschnittenen Riesenbuchstaben GAURE drauf und den Rest des Platzes nimmt ein abstraktes Gewitter an Linien, Strichen und wirren Farbklecksen die sich an keine Regeln zu halten scheinen ein. Orange, bernstein, rot, gold und schwarz sind die Hauptfarben und ganz unten steht beiläufig in Schreibschrift pour mon père. Das Rückenetikett ist auch hier in der selben gekritzelten Typo bedruckt, es steht alles drauf was Rebsorten und Vinifikation betrifft, in französisch selbstverständlich. Und weil es Ritual ist, kommt der Pour mon père für eine Stunde in die Karaffe um sich dann, so ist zu hoffen, von seiner besten Seite zu zeigen.

Im Glas: In dunkelstem kirschrot und so gut wie blickdicht steht der Pour mon père im Glas. Leichte bläulichviolette Ränder zeigt er.

23. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Neuburger 2011 Nikolaihof

Supersofter Faserschmeichler.

Ein sehr milder, weicher und harmonischer Wein der nicht nur histaminfrei ist, sondern auch noch äusserst wohltuend schmeckt.

Winzer/Weingut: Nikolaihof, Mautern/Wachau, Niederösterreich,Österreich.

Lage/Herkunft: Vom ältesten Weingut Österreichs aus Weingärten mit Böden von Urgestein mit sandiger Lößbodenauflage.

Neuburger Nikolaihof Flasche/Etikett: Mit einem eleganten Etikett ist die dunkle Flasche die vor mir steht beklebt. Auf hellem Untergrund ist am ‘Hauptetikett’ nur Nikolaihof Wachau in geschwungener Schrift aufgedruckt. Umrahmt von zwei goldenen achteckigen Rahmen die alles wie ein ‘Türschild’ aussehen lassen. Nicht unbedingt eine moderne Erscheinung, viel eher die Interpretation von Tradition und Zeitlosigkeit. Unter dem Hauptetikett ein schmaler Streifen mit NEUBURGER darauf, ebenfalls duch goldene Rahmenlinien eingefasst. Es wirkt wie Altes das auf neu macht, ist unaufgeregt einfach und passt für mich sehr schön zu meinen mit dem Wein verbundenen Erinnerungen.

Am hinteren Etikett erfährt man ausfühlich alles über die Philosophie nach welcher der Nikolaihof arbeitet sowie darüber, dass es sich um einen Biowein handelt der nach Demeter zertifiziert ist. Eine schwarze ‘Halskrause’ mit Nikolaihof in gold drauf rundet das elegante Erscheinungsbild stimmig ab. Nicht weil er muss, sondern weil es unmittelbar mit der Erinnerung an meines alten Herrn üblicher Bestellung “einen Halben Neuburger” verbunden ist, kommt selbiger in die Karaffe.

Im Glas: In hellem strohgelb dreht der Neuburger seine Kreise im Glas. Ein zarter Stich ins Limettengrüne funkelt auf.

21. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Riesling Kabinett Royal 2012

Königlicher Wein für jeden Tag.

Spasswein der einfach unterhalten will, in Durstlöscherdosis zu vernichten und alles andere als aristokratisch verzopft ist.

Winzer/Weingut: Prinz von Hessen, Johannisberg/Rheingau, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Löss/Lehm- sowie sandig-lehmigen Böden aus den Weinbergen rund um den Johannisberg.

Kabinett Royal Flasche/Etikett: Wie alle Schlegelflaschen des Prinz von Hessen ist auch diese mit dem eleganten und stilvollen, in créme gehaltenen Etikett beklebt. Eine grosse weisse Fläche in der Mitte, in gold gerahmt und unterhalb der ‘Abstammung’ des Weins das goldene Wappen derer zu Hessen eingedruckt. Im unteren crémefarbigen Teil des Etiketts in klassischer Typo der Jahrgang und darunter Riesling Kabinett Royal angebracht. Johannisberg im Rheingau zeigt ganz unten noch seine Herkunft an und das war´s dann auch am grossen vorderen Etikett. Auf der Rückseite der Flasche erfährt man auch nicht viel mehr über den Wein, nur das Nötigste ist angeführt und vor allem das Logo des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter), dessen Mitglied man ist. Luftige 12 vol.% lassen schon vor dem Öffnen der Flasche auf ein leichtes Trinkvergnügen schliessen und deshalb darf der royale Riesling jetzt ins Glas.

Im Glas: Blass wie ein Albinohase, oder um es vornehm auszudrücken, “in nobler königlicher Blässe’ steht der Kabinett Royal im Glas. Ganz leichte grünliche Reflexe blitzen auf.

12. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Rosato 2012

Cremig-herb & konzentriert.

Rosé für jene Tage, an denen der Sommer nicht so recht weiss ob er gerade aus dem Frühling kommt oder bereits auf seinem Weg in den Herbst ist.

Winzer/Weingut: Castello di Ama, Gaiole/Chianti, Siena, Italien.

Lage/Herkunft: Mittels Saignée, aus dem Vorlauf des Chianti Classico gewonnen. Von steinigen Kalkstein-Lehmböden.

Rosato 2012 Flasche/Etikett: Auch der Rosato ist in der schlanken Bordeauxflasche abgefüllt. Von der es übrigens 41.000 mit dem rosaroten Inhalt gibt. Auch diese Flasche ziert das turmhohe crémefarbige Etikett mit dem in einer Rüstung auf einem Pferd sitzenden Ritter bei dem es sich um den den italienischen Condottiere Guidoriccio da Fogliano handelt. Darunter wieder der IGT-Hinweis sowie diesmal der Name des Weines, entsprechende dem Inhalt angepasst, in dunklem Rosa. Unterhalb auch hier wieder das Logo des Castello di Ama, die zwei Wappenschilder. In Ermangelung eines Rückenetiketts steht auch auf dem das Wichtigste am unteren Ende und das war´s dann auch auf diesem Etikett. Ein Hinweis darauf was drin ist, Fehlanzeige. Muss man eben wissen. Wie es sich für einen echten rosaroten Freundenspender gehört, ist der Rosato auf Knopfdruck ‘einsatzbereit’ und kommt direkt aus der Flasche in die leeren Gläser.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Kirschkracherl funkelt der Rosato kristallklar aus dem Glas heraus.

3. Juli 2013 | 0 Kommentare ...alles

Gumpold Reserve 2010

Dreckig, aber nicht ungepflegt.

Keine banal belanglose Reinzuchthefe-Mundspülung, das ist Stoff für Männer die wegen einem aufgeschlagenen Knie nicht sofort den Notruf wählen.

Winzer/Weingut: Weingut Schellmann, Gumpoldskirchen, Österreich.

Lage/Herkunft: Von 25 Jahre alten Rebstöcken der Lage Brindlbach, der besten Lage für Chardonnay in Gumpoldskirchen.

Gumpold Reserve 2010 Flasche/Etikett: Mit einem beeindruckenden Etikett versehen steht die Burgunderflasche hier am Tisch und protzt mit ihren schwarzen Riesenlettern drauf. Schellmann in dicken, fetten, schwarzen Kapitalen, darunter Gumpold und in rot Reserve, damit man weiss was Sache ist. Der Jahrgang 2010 überdimensional unten aufgedruckt und darunter das obligate polynesische Männchen, das ein Fruchtbarkeitssymbol des Inselvolkes darstellt. Schellmann partiell lackiert, damit das Schwarz noch imposanter in Erscheinung tritt. Ebenso Reserve in rot, damit es richtig flunkert auf der Flasche. Unterlegt ist das komplette Stück Papier mit einem formatfüllenden grauen S. Wenn man die Flasche dreht liest man rechts woher der Wein stammt, wer ihn abgefüllt hat sowie den Hinweis auf die Winzervereinigung respekt, der Fred Loimer angehört. Auf der linken Seite stehen in grossen Ziffern die 13,5% die der Gumpold Reserve in sich beherbergt. Dass Chardonnay in dieser Flasche drin ist muss man raten oder weiss es einfach.

Bevor wir den Brummer von der ‘Südbahn’ aber in die Burgundergläser lassen wird der Gumpold Reserve für vier Stunden in die Karaffe verfrachtet um sich zu sammeln und für seinen grossen Auftritt vorzubereiten.

Im Glas: Im grossen Kelch zeigt sich der Gumpold in kräftigem Gelb mit goldenen Reflexen. Ein dicker Film zieht die Glaswand hinab.

1. Juli 2013 | 0 Kommentare ...alles