Stichwort: Syrah

Simon 2012 Clos Marie

Traumwein aus dem Languedoc

Ein Wein dem man auf der Stelle verfällt und sich wünscht, dass dieses Abenteuer niemals enden möge.

Winzer/Weingut: Clos Marie, Lauret, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Lagen am Fuße des Pic St. Loup im französischen Midi.

Simon 2012 Flasche/Etikett: Beklebt ist die braune Burgunderflasche mit einem einfachen, aber ansprechend gestalteten Etikett. Ganz oben die Herkunft, ohne die in Frankreich gar nichts geht, Pic Saint Loup. Darunter ist die Illustration eines alten Segelbootes aus dem ein übergrosser Frauenkopf mit goldener Haube oder Haar heraus ragt aufgedruckt. Hinweise auf diese Symbolik die etwas ans 16. oder 17. Jahrhundert erinnert, sind leider nicht überliefert. Unterhalb der Illustration in Grossbuchstaben CLOS MARIE und dann in rot in eleganter geschwungener Schrift Simon und noch der Jahrgang, 2012. Ganz unten ist all das angeführt was sonst auf einem Rückenetikett zu stehen pflegt, weshalb auf selbiges dann auch verzichtet wird. Links aussen noch die Nummer der Flasche eingestanzt, 04931. Bevor der Simon aber in das blank polierte Glas kommt, darf er sich für eine Stunde an seine neue Umgebung in der Karaffe gewöhnen und sich mit der berühmten Wiener Luft anreichern.

Im Glas: Reif wie eine dunkle Kirsche funkelt Simon karminrot aus dem Becher raus.

31. Oktober 2015 | 0 Kommentare ...alles

À Fleur de Pampre VISAN rosé 2014

Rosé der strahlt und wirkt

Rosé der strahlt, der wirkt und typisch südfranzösisch ist. Der zum Genuss in grossen Mengen und einfach lächerlich was seinen Preis angeht, gemacht ist.

Winzer/Weingut: La Florane, Visan, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Weinbergen die bis auf 380 Meter Seehöhe liegen.

Floran 2014 Flasche/Etikett: Reinweiss ist das quadratische Etikett das auf der transparenten Flasche klebt. Die linke Hälfte nimmt eine Illustration ein, welche nicht wirklich erkennbar ist, bei genauerer Betrachtung aber irgendwie an einen Rebstock erinnert. Ein “wirres Gekritzel” mit einem Filzstift träfe es genauso. Auf jeden Fall strahlt es eine gewisse Dynamik aus. Im rechten Teil oben der Name À Fleur de Pampre, was soviel wie “die Blüte der Rebe” bzw. “Rebblüte” heisst. Und damit ist auch die Illustration entschlüsselt. VISAN, die Herkunft, steht in grau in der Mitte und unten DOMAINE LA FLORAN in moderner Typo. Umfasst von einem dicken kreisförmigen Gebilde. Das Rückenetikett enthält alles was unbedingt erforderlich ist, wie auch das Biosiegel, damit man weiss was man bekommt und den Hinweis, dass es sich um einen Wein der Appellation Côtes du Rhône Village Controlee (AOC) handelt. 12,5 PS sind äusserst moderat. Eingefasst ist die Flasche mit einer schwarzen Manschette mit dem Aufdruck La Floran. Und jetzt wird Monsieur Rosa gut gekühlt und ohne weiteres Geschwafel ins Glas gekippt.

Im Glas: In hellem lachsrosa funkelt der À Fleur de Pampre aus dem Glas heraus.

2. Oktober 2015 | 0 Kommentare ...alles

La Pèira rouge 2012

Der totale Sinnesrausch

Weine wie diesen im Mund zu haben hat etwas erotisches, ist philosophisch, berührt das Herz. Sie sind die rare Spitze dessen, was im Weinbau möglich ist.

Winzer/Weingut: La Pèira en Damaisela, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Jonquières, von den berühmten “Terrasses du Larzac”.

La Peira rouge 2012 Flasche/Etikett: Elegant wie auch ein wenig ‘angestaubt’ ist das cremefarbige, turmhohe Etikett das diese Flasche ziert. Im oberen Teil sieht man einen Stich, der einen opulenten Jüngling mit einer Trommel inmitten von grossen Rebstöcken zeigt. Ein schönes Motiv. Unter diesem steht in Kapitalen LA PÈIRA und in der Mitte 2012 in einem gedeckten erdigen Rot. TERRASSES DU LARZAC Appellation Couteaux du Languedoc Controlée steht unter dem Jahrgang und damit ist man auch schon bei der Herkunft. “Die Terrassen des Paradieses” gehören zum Besten was der französischen Süden zu bieten hat und gehören auch zu den ältesten Weinanbauregionen Frankreichs. Am etwas kleineren Rückenetikett noch einmal alles was vorn schon drauf steht und die sonst üblichen Pflichtinformation die von Gesetzes wegen angeführt sein müssen. Für sechzig Minuten darf sich der La Pèira in der Karaffe etwas akklimatisieren und dann wird untersucht, warum er gar so laut besungen und umjubelt wird.

Im Glas: Sehr helles, funkelndes Rubinrot hüft einem kraftvoll in das Auge. Es strahlt im Becher.

7. August 2015 | 0 Kommentare ...alles

Rosé Fontauriol Reserve 2013

Rosarotes Südfrankreich für jeden Tag.

Kein Überflieger, sondern genau einer jener Rosés aus dem Süden Frankreichs, der einfach dazu gemacht ist Spass zu machen.

Winzer/Weingut: Domaine Fontauriol, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von biologisch bewirtschafteten Weingärten im südfranzösischen Languedoc.

Fontauriol Flasche/Etikett: Was auf dem hellen Etikett sofort ins Auge springt, ist das grosse, in päpstlichem metallic-lila gehaltene Tolosanerkreuz, welches nach der Stadt Toulouse benannt ist, was wiederum auf den okzitanischen Namen der Stadt, Tolosa, zurück geht. Darunter in ebenso päpstlichem lila die beiden Rebsorten Syrah und Grenache in der Mitte und oberhalb in Grossbuchstaben FONTAURIOL. Klein darüber steht noch Reserve 2013. Am unteren Rand Plateau des Monts Ramus, die Herkunft dieses Weines aus der Region Languedoc-Roussillon. Am kleineren Rückenetikett liest man gerade einmal das was nötig ist. Pays d’Oc und IGP verraten was man in der Flasche hat, einen Landwein. In der Mitte in hellgrau wieder das Tolosanerkreuz. Etwas unterhalb der Hinweis auf Les Domains Auriol, in dessen Verbund die Domaine Fontauriol agiert. Das war es dann auch schon und weil der Wein keinerlei Vorbereitung braucht, wird der Rosé Fontauriol jetzt einfach von seinem silbernen Schraubverschluss befreit und eingegossen.

Im Glas: In hellorangem rosa, wie ein ausgebleichter Lachs, steht der Fontauriol im Glas.

8. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Mouth Bomb 2011

Stoff der gesoffen werden will.

Ein Zechwein der nichts als weggesoffen werden will. Selbst wenn man am Ende dabei in die Luft geht.

Winzer/Weingut: Zio Porco Wines di Marco Giovanni Zanetti, San Michele di Bassano del Grappa (VI), Italien.

Lage/Herkunft: Aus einem 2,5 ha großen Weinberg, welcher im Jahr 2000 als Versuchsanbau angelegt wurde.

Mouth Bomb Flasche/Etikett: Nachdem es sich bei diesem Wein um keine weitere vierbeinige Erscheinung aus dem Zanetti’schen Wildschweingehege handelt, trampelt auch kein Eber wie gewohnt von rechts nach links durchs Bild. Dafür springt einem auf diesem Etikett ganz unverblümt in dicken, fetten, überdimensionalen Lettern schon als Warnung der Name MOUTH BOMB ins Gesicht. Damit man aber diese Drohung auf keinen Fall unterschätzen oder gar missverstehen könnte, symbolisiert eine rote Fliegerbombe die tatsächliche Gefahr die vom Inhalt dieser Flasche ausgeht. Oben drüber steht noch WINEPUNK, damit man weiss von wem das Teil gebastelt und scharf gemacht wurde. In Handschrift ist auf die Bombe 2011, das Abwurfdatum eingedruckt. Auf der linken Seite des im Vintage-Style gehaltenen Etiketts noch Rough & Smoky, 100% with Passion, Turn & Burn verewigt. Auf ein Rückenetikett hat man generös verzichtet. Braucht man nicht. Wozu auch, wird das Teil doch sowieso in Kürze in die Luft gesprengt.

Im Glas: In funkelndem Rubinrot steht die ‘Bombe’ ausgesprochen klar im Glas.

26. November 2014 | 1 Kommentar ...alles

Syrah ‘Gestad’ 2011

Schlank und rank und pfefferwürzig.

Ein schlanker Wein, dessen Durchflussgeschwindigkeit beängstigend ist. Syrah aus Deutschland, die es mit Vertretern von der Nordrhône locker aufnimmt.

Winzer/Weingut: Hanspeter Ziereisen, Efringen-Kirchen, Baden-Württemberg, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Kalkböden am Efringer Ölberg über dem Baseler Becken.

Gestad Flasche/Etikett: Vanillegelb wie all die anderen Etiketten ist auch dieses, das die dunkelbraune Burgunderflasche ziert. Im grossen oberen Stück ist wieder das in Sepia gehaltene Bild mit den im Weinberg arbeitenden Frauen angebracht und unterhalb steht wie gewohnt schlicht und einfach ZIEREISEN in roten Grossbuchstaben. Unterhalb des grossen Etiketts klebt wieder ein zweiter kleiner Streifen, auf dem nichts anderes als der Jahrgang und der Name des Weines, in diesem Fall Gestad, steht. Was zuerst unlogisch erscheint, macht dann aber doch Sinn wenn man davon ausgeht, dass Hanspeter Ziereisen das Hauptdesign nicht verändern will und nur den schmalen Streifen jeweils neu für einen speziellen Wein druckt. Am Rückenetikett wird wieder ausführlich über An- und Ausbau informiert, sowie mit ein paar sensorischen Notizen aufgewartet. Die silberne Halsmanschette ist wieder von einem schmalen Streifen mit der Signatur von Hanspeter Ziereisen überklebt. Bevor der Gestad ins Glas kommt, darf er sich für eine Stunde in der Karaffe akklimatisieren.

Im Glas: In relativ hellem kirschrot zeigt sich der Gestad im Glas.

24. November 2014 | 1 Kommentar ...alles

Palistorti di Valgiano 2009

Bäuerliche Naturgewalt.

Wild, eckig, stur und störrisch wie eine bäuerliche Naturgewalt. Da tanzt der Knecht in seinen Stiefeln und nicht die nette kleine Ballerina.

Winzer/Weingut: Tenuta di Valgiano, Lucca, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit steinigen Kalkmergelböden auf rund 250 m Seehöhe.

Palistorti di Aalgiano Flasche/Etikett: Das Etikett, bzw. die beiden Etiketten auf der Flasche, lösen optische Irritation aus. Ist das obere, grosse Stück in vanillegelb noch absolut minimalistisch gestaltet – es steht nur der Name des Weines PALISTORTI DI VALGIANO und der Jahrgang 2009 drauf – so ist das untere, schwarze Stück Papier bedruckt wie die letzte Seite einer Gebrauchsanweisung. In ttürkis, einer recht unüblichen Farbe auf Weinetiketten, ist alles angeführt was gesetzlich vorgeschrieben ist und genauso sieht es dann auch aus. Einerseits als Design nicht wirklich zum Kauf verleitend (Leute die nach Etikett kaufen gibt es immer), andererseits ist es gerade dieses Nicht-Design, dieses eher technisch anmutende Erscheinungsbild, das einen neugierig macht. Auf ein Rückenetikett wird komplett verzichtet und so sollte man sich einfach überraschen lassen was aus dieser Flasche kommt. Bevor das allerdings passiert darf sich der ‘Toskaner’ für eine Stunde mit sich selbst in der Karaffe vergnügen.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Rubin steht der Palistorti rosso im Glas. Sehr klar und alles andere als blickdicht.

29. August 2014 | 0 Kommentare ...alles