Stichwort: Pinard de Picard

Les Carlines 2012 Terrasses du Larzac

Frisch wie eine Brise des Nordatlantiks

Kühl, frisch und filigran. Viel feiner und eleganter kann man Languedoc nicht in die Flasche bringen.

Winzer/Weingut: Mas Haut-Buis, La Vacquerie, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Böden, die auf knapp 700 Metern ausschließlich aus Stein und Kalk bestehen.

Les Carlines 2012 Allgemeines: Von einem Weinberg auf knapp 700 Metern Seehöhe kommt der Wein, der heute am Tisch der Wahrheit steht. Und dieser ist sogar noch UNESCO-Welterbe. Der Weinberg, nicht der Wein. Olivier Jeantet baut auf dieser Höhenlage die Weine seiner Domaine Mas Haut-Buis im Herzen des Midi, bei Lodève im Languedoc an und darf sich somit fast schon als Gebirgswinzer bezeichnen. Ist man sonst aus dem Languedoc eher heisse und schwere Brummer gewohnt, so sorgt diese hohe Lage für frische, kühle und ausgesprochen mineralische Weine. Durch ihre besondere Ausrichtung bekommen die Rebstöcke auch nur am kühlen Morgen und am frühen Nachmittag die Sonne ab, später liegen sie dann bereits im angenehmen Schatten und entkommen so dem Hitzestress. Sein Les Carlines 2012 von der Appellation Terrasses du Larzac ist so ein “Höhenwein”. Eine Cuvée aus Grenache, Carignan und Syrah, traditionell in Betontanks ausgebaut und für 14 Monate darin der Reifung überlassen. Mit moderaten 13 PS lässt der Les Carlines dazu auch auf ein frisches Trinkerlebnis schliessen. Eine halbe Stunde wandert er zuvor in die Karaffe um sich dort auf seinen Auftritt im Glas vorzubereiten.

8. Juli 2016 | 0 Kommentare ...alles

Triennes 2015 Rosé

Schon mal das Meer geatmet?

Einer jener Rosés, von dem man am besten mehrere Flaschen in einen mit Eiswürfeln gefüllten Eimer steckt und diese einfach wegmacht.

Winzer/Weingut: Domaine de Triennes, Nans-les-Pins, Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit Lehm- und Kalksteinböden.

Triennes 2015 Allgemeines: Wer Dujac und Romanée-Conti hört, fällt gewöhnlicherweise verzückt in eine gewisse Schockstarre. Nun, die beiden Namen haben auch mit dem heutigen Wein zu tun, obwohl der nur ein kleiner Rosé aus Nans-les-Pins in der Provence ist. Dort betreiben die beiden Herren Jacques Seysses von der Domaine Dujac und Aubert de Villaine von Romanée-Conti nämlich ein Gemeinschaftsprojekt; die Domaine de Triennes. Das Ziel ist so einfach wie ehrenwert: die beiden wollen mit dem selben hohen Qualitätsanspruch der auf ihren grossen Domainen herrscht, in der Provence Weine machen die für alle leistbar sind. Das ist einmal eine Ansage die auf offene Ohren stösst. Und weil der Sommer gerade an die Tür klopft gibt es heute den Rosé de Triennes 2015, ein “kleiner” Südfranzose, dem jedoch bereits ein grosser Ruf voraus eilt. Denn was aus den Händen dieser beiden Kapazunder kommt das kann einfach nicht wirklich klein sein. Drum Schrauber runter von der Pulle und richtig gut gekühlt ins Glas damit.

24. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Dolcetto d´Alba rosso 2013

Spass hoch zehn & liebenswert

Das ist allerbester Dolcetto für jeden Tag. Gibt nichts vor zu sein was er nicht ist und macht einfach grossen Spass. Dolcetto zum Verlieben.

Winzer/Weingut: Cantina del Pino, Barbaresco/Langhe, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von durchschnittlich 40 Jahre alten Reben aus den besten Barbaresco-Lagen des Weinguts.

Dolcetto 2013 Allgemeines: Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich von Renato Vacca, dem Eigentümer der Cantina del Pino aus Barbaresco im Piemont, seinen Langhe Nebbiolo 2013 DOC im Glas. Ein richtig feiner und geschmeidiger Nebbiolo wie man ihn sich wünscht. Wer einmal in Turin ist, sollte die eine Autostunde investieren und unbedingt dort vorbeischauen und sich mit feinen Weinen eindecken. Heute steht Renato Vaccas “kleiner Hüpfer”, der Dolcetto d`Alba 2013 am Tisch der Wahrheit. Ein sogenannter Brot & Butter-Wein. Wie alle Weine der Cantina del Pino kommt auch der Dolcetto aus der Appellation Barbaresco und wie alle anderen Weine, wird auch der Dolcetto d`Alba im Stahltank ausgebaut sowie unfiltriert und ungeschönt abgefüllt. Und weil ich immer wenn ich Nebbiolo oder Dolcetto höre reflexartig an Salami, Käse, Antipasti und andere Köstlichkeiten denken muss, werde ich mir diese jetzt auch gleich mal vorbereiten. Das geht sich locker aus in der knappen Stunde die der gute Tropfen in der Karaffe zugestanden bekommt.

10. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Kepos di Ampeleia 2013

Kepos steht für Spass & Freude am Genuss

Ein eleganter, feiner, ungewöhnlicher (weil gar so untypisch italienisch) und vor allem ein ausgesprochen trinkfreudiger Wein.

Winzer/Weingut: Elisabetta Foradori, Ampeleia, Maremma, Italien.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergelböden auf drei unterschiedlichen Höhenlagen (Ampeleia di Sopra, Ampeleia di Mezzo und Ampeleia di Sotto).

Kepos di Ampeleia 2013 Allgemeines: Von der “Königin des Teroldego” kommt jener Wein, der heute bei mir am Tisch der Wahrheit steht. Im Zuge ihres Projektes Ampeleia in der italienischen Maremma, hat sich Elisabetta Foradori gemeinsam mit zwei Freunden (Thomas Widmann und Giovanni Podini) dazu aufgemacht, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich den alten mediterranen Rebsorten wie Grenache, Sangiovese, Carignan, Alicante und Cabernet Franc zu widmen. Der Kepos di Ampeleia ist so ein Wein der diesem ehrgeizigen wie auch wunderbaren Projekt entstammt. Der Kepos 2013 besteht hautsächlich aus Alicante Nero (besser bekannt als Grenache) sowie aus Carignan und Alicante Bouschet, einer Neuzüchtung von Henri Bouschet, aus Grenache und Petit Bouschet. Ausgebaut wurde der Kepos 2013 im Zementtank und reifte danach noch für weitere 7 Monate in der Flasche. Ampeleia ist biologisch zertifiziert. Kepos kommt übrigens aus dem griechischen und heisst ‘Garten’. Womit der Kreis zum Weinberg so wieder geschlossen wäre. Für eine Stunde wandert der Kepos aber erst einmal in die Karaffe um sich einzustimmen.

8. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Alta Mora 2014 Etna bianco

Grandioser Zaubertrank vom Ätna

Wer auch nur ansatzweise italophil ist, muss nach Sizilien zum Ätna und Weine wie diesen Carricante trinken. Zauberstoff. Einfach genial.

Winzer/Weingut: Cusumano Vini, Partinico, Palermo, Sizilien.

Lage/Herkunft: Von Weinbergen auf 600 Metern Seehöhe rund um Milo.

Alta Mora 2014 Allgemeines: Wer an Sizilien denkt, dem kommt auch unweigerlich Palermo und die Mafia in den Sinn. Kein Klischee ist schöner und hartnäckiger. Was heute bei mir am Tisch der Wahrheit antritt ist allerdings kein Mafiosi, sondern ein Wein aus der Region um ein Dorf namens Milo am Osthang des Ätna-Vulkans, das so schön und kitschig ist, dass es schon weh tut. Die Brüder Alberto und Diego Cusumano haben das Weingut im Sinne alter Tradition gekonnt mit der Moderne verschmolzen und gehören heute zu den Referenzweingütern Siziliens. Cusumano, der Löwe von Sizilien. So wird das Weingut auch genannt und das spiegelt sich auch im Firmenlogo wieder, das aus halb Sonne und halb Löwe besteht. Viel interessanter aber ist der Wein der heute vom Löwen Siziliens aus der Flasche gelassen wird, der Alta Mora Etna bianco 2014, ein Wein aus 100% Carricante, der autochthonen Hauptrebsorte im DOC-Weißwein Etna bianco. Ausgebaut wurde der Alta Mora im Stahltank, lag 4 Monate auf der Feinhefe und jetzt wird er von seinem Kork befreit auf dass er endlich in das Glas darf. Karaffe kann, muss nicht sein.

1. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Moulin à Vent rouge 2011

Beaujolais von einem anderen Stern

Das ist Beaujolais vom Allerallerfeinsten, Beaujolais für wahre Afficionados. Das ist ganz ganz grosses Kino.

Winzer/Weingut: Domaine Jules Desjourney, Beaujolais, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von teilweise 100 Jahre alten Reben von den besten Granitlagen des Beaujolais.

Moulin a Vent 2011 Allgemeines: Was soll man gross sagen, wenn Frankreichs einflussreichster Weinkenner, Michel Bettane, lapidar meint, dass der Wein, der heute hier am Tisch der Wahrheit steht, zu den “20 besten französischen Weinen des Jahrgangs” gehört? Man kann ihn nur verkosten und sich selbst ein Urteil bilden. Deshalb wird der Moulin à Vent 2011 (ein sortenreiner Gamay von Granitböden) von der Domaine Jules Desjourney heute auch entsprechend “untersucht”, wenngleich es etwas schwer ist völlig objektiv zu bleiben, wird doch Fabien Duperray nicht nur als Naturereignis, sondern auch als ungekrönter König des Beaujolais bezeichnet. Als Gründer und Kopf der Domaine setzte Fabien Duperray von Anfang an auf nichts anderes als Qualität, kaufte nur die allerbesten Weinberge mit 50 bis 140 Jahre alten Reben die auf den besten Granitböden von Fleurie und Moulin à Vent wachsen und produziert dort still und leise Weine von Weltformat. Weine um die sich die internationale Szene reisst. Ich habe heute also das Vergnügen, einen seiner grossen Weine ganz allein für mich zu haben und mir mit ihm den Tag zu versüssen. Zwei Stunden lasse ich den Moulin à Vent in der Karaffe Kreise ziehen und poliere in der Zwischenzeit den grossen Becher blank. Denn der ist Pflicht bei einem Wein wie diesem.

18. Mai 2016 | 0 Kommentare ...alles

Valmaggiore 2013 Nebbiolo d’Alba

Grosses Piemonteser Kino

Es könnte auch edelster Burgunder sein, auch feinster Barbaresco. Weil der hier locker in der Liga der “aussergewöhnlichen Gentlemen” mitspielen könnte.

Winzer/Weingut: Luciano Sandrone, Barolo, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von Der Lage Valmaggiore, der berühmtesten des Roero mit teilweise 100% (45º) Gefälle.

Sandrone 2013 Allgemeines: Von der berühmtesten Lage des Roero im Piemont kommt der Wein der heute am Tisch der Wahrheit steht; Valmaggiore. Luciano Sandrone ringt diesem Weinberg, der teilweise ein Gefälle von 100% (45º) aufweist, dank rigoroser Ertragsbegrenzung Weine ab, die den weit bekannteren Vertretern aus Barolo und Barbaresco mehr als nur Paroli bieten. Valmaggiore wird von sandigen Böden dominiert, weshalb die Weine dieser Lage auch feiner und ziselierter sind. Der Valmaggiore Nebbiolo d’Alba 2013 von Luciano Sandrone wurde im Stahltank vergoren und anschliessend im französischen 500 Liter-Eichenfass ausgebaut. Abgefüllt wurde dieser Nebbiolo von dem es 21.000 Flaschen gibt, im Dezember 2014. Heute steht er zur Verkostung an und weil ich bekennender Piemont-Fan bin und Weine dieser Gegend wirklich liebe, freue ich mich ganz besonders, diesen Tropfen gleich im Glas zu haben. Vorher kommt er aber zur Belüftung für eine Stunde in den grossen Dekanter. Zwei sind sicher besser, aber die Neugier ist wie´s heisst ein Hund, und der will eben seinen Knochen haben.

22. April 2016 | 0 Kommentare ...alles