Stichwort: Piemont

Monsicuro 2008

Sünde & Naturschauspiel.

2500 Flaschen gibt es von diesem heiligen Saft, von der in jeder ein Meer von Schokolade, Saft und Tabak schlummert und eine pure Sünde ist.

Winzer/Weingut: Villa Terlina, Agliano Terme, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von Mergel-Gipsböden mit ungeklontem Rebmaterial aus den alten Weinbergen der Villa Terlina.

monsicuro 2008 Flasche/Etikett: Wie schon den Gradale, ziert auch diese Flasche ein hohes Etikett, das in seiner Stilistik an Kirchliches bzw. an einen christlichen Orden erinnert. Dafür sorgt die unter der römisch inspirierten Darstellung des Namens Villa Terlina aufgedruckte Sibermünze mit dem Prankenkreuz in der Mitte. Liest man den Spruch der die Münze umrandet erfährt man, dass es um den Codex Astensis, eine mittelalterliche Sammlung von Dokumenten der Region Asti aus dem 14. Jahrhundert geht. Auch der ‘Herr’ (Dominus), in diesem Falle Gott, wird erwähnt und als Datum wird das Jahr 1554 angeführt. Womit der optische Eindruck tatsächlich richtig interpretiert wurde. Unter der Münze wieder in ‘mittelalterlicher’ Typo Monsicuro in rot aufgedruckt. Insgesamt präsentiert sich die Flasche, mit diesem Wissen im Hinterkopf, in der Tat als eine heilige Erscheinung. Entsprechend respektvoll wird sie von uns geöffnet und danach darf der Monsicuro für drei volle Stunden seine ‘Gebete’ im grossen Dekanter sprechen.

Im Glas: Wie ein blankpolierter Rubin leuchtet der Monsicuro aus dem grossen Burgunderkelch heraus. Trotz seiner dunklen Erscheinung ist der Wein klar und überraschend transparent, gewährt tiefe Einblicke. Am Rand etwas helleres kirschrot, das nicht minder funkelt.

3. Februar 2013 | 0 Kommentare ...alles

Gradale 2008

Saft und Kraft für kalte Nächte.

Ein Barbera mit mächtig Dampf in den Zylindern. Ein echter Kraftprotz der es schafft trotz Muskelmasse elegant zu bleiben.

Winzer/Weingut: Villa Terlina, Agliano Terme, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Vom Weinberg Gradale aus Kalk-Mergelböden, welcher mit 4.800 Reben/Hektar bepflanzt ist.

gradale 2008 Flasche/Etikett: Abgefüllt in eine dunkle Bordeauxflasche ist der Gradale und so steht er auch auf unserem Tisch der Wahrheit. Beklebt mit einem hohen, einfachen, dafür aber umso schickeren Etikett. Auf hellem Untergrund präsentiert sich oben der Name in römisch angehauchter Typo mit einer darunter aufgedruckten Silbermünze. Darunter dann in rot Gradale in ebensolcher Typo, um dem ganzen eine gewisse ‘antike’ Stilistik zu verleihen. Mit dem in der Münze aufgebrachten Kreuz erweckt man fast den Eindruck etwas ‘Kirchliches’ vor sich zu haben. Unterhalb der Jahrgang und, ganz wichtig, der Hinweis, dass es sich um einen Barbera d´Asti handelt, was eine wesentliche Information ist. Rückenetikett gibt´s keines, weil alles was zu wissen ist schon vorne draufsteht, inklusive den PS, die sich hier mit 14,5% bemerkbar machen.

Auch wenn der Wein schon ein paar Jährchen in der Flasche zugebracht hat, darf er sich bevor er in die Gläser kommt für zwei Stunden im Dekanter akklimatisieren.

6. Januar 2013 | 0 Kommentare ...alles

Nebbiolo Langhe ‘Maggiur’ 2009

Wein mit zwei Gesichtern.

Der Wein hat zwei Gesichter und zeigt beide in unverschämter Ehrlichkeit. Nichts für Warmduscher oder Freunde fröhlich-freundlicher Tropfen.

Winzer/Weingut: Cascina Luisin, Barbaresco/Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von mehr als 60 Jahre alten Rebstöcken aus dem Ortsteil Rabajà in der Gemeinde Barbaresco.

Flasche/Etikett: Ein elegantes cremefarbiges Etikett ziert die leicht modifizierte Burgunderflasche. Farblich ebenso auf edel getrimmt ist die Beschriftung in gold und weinrot, sowie die senfgelb eingearbeiteten Initialen der Cascina Luisin. Ein insgesamt klassisch und vornehm wirkendes Etikett auf dem alles was es zu wissen gibt aufgebracht ist ohne überladen zu wirken. Abgerundet wird das Ganze durch eine zarte weinrote Rahmung. Als ‘Krönung’ ist die Flasche mit einer eleganten goldgelben Halskrause überzogen.

Um die ‘Diva’ aus dem Piemont auch ebenso zu behandeln, darf sie für zwei Stunden in den Kristalldekanter um sich entsprechend vorzubereiten und ‘ausgehfein’ zu machen. Gut Ding braucht Weile und spröde Schönheiten wie ‘Maggiur’ natürlich ebenso. In der Zwischenzeit polieren wir die grossen Kelche, denn die Diva braucht viel Luft um sich perfekt zu präsentieren.

29. November 2012 | 0 Kommentare ...alles

Barbera d´Asti ‘Bricco Francia’ 2009

Einstiegs-Barbera mit Suchtpotential.

Eine Barbera die frisch und fröhlich den Frühling einläutet und mächtig Spass macht. Unkomplizierter Genuss zu vielen Anlässen.

Winzer/Weingut: Paolo Alliata, Villa Terlina, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von Kalk-Mergelböden der Hügellandschaft südöstlich von Agliano Terme, im Herzen des Piemont.

Flasche/Etikett: Ein turmhohes, elegantes Etikett klebt auf der Bordeauxflasche. Gross der Name Bricco Francia darauf, die Herkunft und Rebsorte etwas kleiner in der Mitte. Geschmückt von einem blauen Wappen mit goldenen Adlern. Ein elegantes Stück Papier, irgendwie schön italienisch. Aber was Design angeht waren die Italiener immer schon eine Klasse für sich.

Im Glas: Nach 40 Minuten im Dekanter wird eingeschenkt. Im Glas zeigt sich die Barbera in einem kräftigen rubinrot mit etwas helleren Rändern. Nicht zu dunkel oder zu dicht lässt einen der Wein noch tief ins Glas blicken.

In der Nase: Es riecht würzig und fruchtig in der Nase, nach Waldbeeren und Veilchen. Aber auch eine feine pikante Note strömt einem entgegen und erfrischt angenehm kühl die Nase. Ein Hauch von Bitterschokolade macht sich bemerkbar und verleiht dem Bukett eine feingewirkte Opulenz die frisch und saftig wirkt.

30. März 2012 | 0 Kommentare ...alles