Stichwort: Pfalz

Spätburgunder Kalmit 2012

Ein Wein wie eine Trüffelsau.

Errinnert an die ersten kühleren Herbsttage, an trockenes Laub, an feuchtes Unterholz und ebensolche Erde.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Aus dem Naturschutzgebiet Kleine Kalmit, der höchsten dem Haardtrand vorgelagerten Erhebung in der Rheinebene.

Spaetburgunder Kalmit 2012 Flasche/Etikett: Die erste Änderung ist gleich einmal die Flasche. Nicht mehr dieses dicke Ding steht da, sondern die leichtere, klassische Variante. Das Etikett so gut wie unverändert, nur eben dem neuen, modernen Corporate Design angepasst. Strahlend weiss wie üblich, oben in der Mitte LEINER als reduziertes Logo mit einem Nützling der die Position des I einnimmt. Unten die drei feinen Linien im Stile eines Notenblatts. Ganz gross in schwarz Spätburgunder und links und rechts davon der Jahrgang (2012) und trocken. Unterhalb in goldener Schreibmaschinen-Typo KALMIT, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der ‘Weinbergmitarbeiter’, wie Sven Leiner seine Nützlinge nennt, in diesem Fall einer aus der Familie der Reduviidae. Muss man nicht kennen, ist aber nichts anderes als eine Raubwanze. Die man auch nicht kennen muss. Am rechten äusseren Rand des einteiligen Etiketts noch ein paar Informationen über die Lage und deren Böden sowie über die biodynamische Bewirtschaftung. Um dem Spätburgunder Zeit zu geben sich ausgehfein zu machen, darf er sich für eine Stunde in der Karaffe akklimatisieren.

Im Glas: In kraftvollem kirschrot steht der Spätburgunder Kalmit im grossen Kelch und zeigt sich von seiner transparentesten Seite.

29. April 2015 | 0 Kommentare ...alles

Grauer Burgunder Katzebosch 2013

Fitzcarraldo unter den Grauburgundern.

Knochig, trocken, kompromisslos. Das ist Autoren-Kino und alles andere als Grauburgunder-Mainstream.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von durchschnittlich 30 Jahre alten Reben auf Lehm- und Lössböden der Lage Heißbühl (Katzebosch).

Grauer Burgunder Katzebosch 2013 Flasche/Etikett: Wie alle Ortsweine von Sven Leiner klebt auch auf dieser braunen Schlegelflasche das neu gestaltete, moderner wirkende Etikett. Strahlend weiss, oben in der Mitte LEINER als reduziertes Logo mit einem Nützling der die Position des I einnimmt. Unten drei feine Linie im Stile eines Notenblatts. Ganz gross in schwarz Grauer Burgunder und links und rechts davon der Jahrgang (2013) und trocken. Unterhalb in gold und alter Schreibmaschinen-Typo katzebosch-ilbesheim, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der ‘Weinbergmitarbeiter’, so nennt Sven Leiner seine Nützlinge, der sich auf diesem Etikett von links oben gross in gold nach unten schlängelt ist diesmal ein Chilopoda, Nichtexperten besser als Hundertfüsser ein Begriff. Auch auf diesem in einem Stück produzierten Etikett steht ganz rechts aussen alles was es über die Lage, das Klima, die Bedingungen, den An- und Ausbau zu wissen gibt. Demeter-Zertifizierung und Bio-Siegel selbstverständlich. Bevor der Katzebosch jedoch ins grosse Glas darf, wandert er für eine Stunde in die Karaffe.

Im Glas: In kräftigem Stroh- bzw. Goldgelb funkelt der Katzebosch mit zarten grünlichen Reflexen aus dem grossen Becher raus.

17. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Riesling ‘Setzer-Göcklingen’ 2013

Alles, nur kein Weichei.

Frucht ist gut, doch die Mineralik gibt den Ton an. Saftiger, süffiger und vor allem kerniger Riesling.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Vom Setzer-Berg, der gegenüber der Kleinen Kalmit auf der Westseite Richtung Pfälzer Wald liegt.

Riesling Setzer-Göcklingen 2013 Flasche/Etikett: Moderner ist das Design der Ortswein-Etiketten geworden, etwas eleganter. Das neue Logo auf dem strahlend weissen Stück Papier zeigt nunmehr nur den Namen LEINER mit einem Nützling der als I im Namen fungiert. Gleich geblieben sind die drei feinen Linien in welche Riesling gross und links und rechts 2013 und trocken kleiner eingebunden sind. Unterhalb in einer alten Schreibmaschinen-Typo setzer-göcklingen in gold. Den grössten Unterschied macht die Darstellung des, wie Sven Leiner seine Nützlinge bezeichnet, ‘Weinberg-Mitarbeiters’ aus. Die Ichneumonida, dem Laien besser als Schlupfwespe bekannt. Ganz gross in gold nimmt sie den grössten Raum am weissen Etikett ein. Ganz aussen rechts am einteiligen Etikett liest man, dass SETZER ein ‘Phantasiename’ ist, sowie alles über diese Lage, deren Böden, die Geschichte und auch über An- und Ausbau. Das Demeter-Logo zeugt für die biodynamische Bewirtschaftung. Zur kurzen Luftaufnahme kommt der Setzer-Göcklingen in die Karaffe.

Im Glas: Dichtes, intensives Goldgelb steht im Glas und zeigt sogar zarte orange Töne.

16. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Spätburgunder Dorf 2012

Spätburgunder für Bergwerker.

Knackig frischer wie auch kerniger Saufwein mit Charakter. Phantastischer Minimalismus, schockierend individuell und eigenständig.

Winzer/Weingut: Andreas Durst, Bockenheim, Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Weingärten in Bockenheim an der Weinstrasse.

Durst PN Flasche/Etikett: Schlegelflasche mit Schraubverschluss. Dunkelbraun, das Glas. Mit einem düster wirkenden Etikett beklebt. Wie aus einem alten Film. Schwarzweiss gehalten, mit einer grossen Gruppe von Radfahrern, aufgestellt in Reih und Glied vor einem Haus. Sieht aus als würde sich ein halbes Dorf versammelt haben. Postkartenromantik aus den 50ern. Links oben DORF in schwarz in Kapitalen. Mehr ist nicht. Muss reichen. Am rechten äusseren Teil des in einem Stück gedruckten Etiketts dann ein paar Informationen damit man wenigstens weiss was in der Flasche drin ist. Ganz wichtig DURST – Ein Name, kein Programm. Wo käme man denn da auch hin? Spätburgunder Pfälzer Landwein steht noch drauf. Pfälzer unterstrichen, Man zeigt Herkunft, ist ja wohl klar. Noch ein paar weitere Infos die so drauf sein müssen und der Hinweis auf lustige 12,5 Umdrehungen komplettieren dieses eigenwillige Stück Weinbeklebung. Damit sich der Wein ein wenig akklimatisieren kann kommt er für eine Stunde in die Karaffe.

Im Glas: Klares, leuchtendes Himbeerrot dreht seine Runden im Burgunderglas.

3. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Weisser Burgunder ‘Handwerk’ 2012

Von der Butternuss verweht.

Mild und wohltuend füllt er den Mundraum aus und begeistert mit seiner wunderbar nussigen wie auch edlen herben Charakteristik.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergel durchsetzten Lehm- und Lössböden von unterschiedlichsten Lagen in der Pfalz.

Weisser Burgunder Handwerk 2012 Flasche/Etikett: Auch das Etikett das auf der Flasche des Weissburgunders 2012 klebt ist in seiner Stilistik, was die Farbgestaltung angeht, jenem des 2010er Jahrgangs ähnlich. Es ist nur leicht modifizert worden und wirkt insgesamt ein wenig abgespeckter. Keine schwarzen Punkte mehr, alles ist auf die Farben weiss und orange reduziert. Wie gehohnt die fetten Fingerabdrücke im unteren Teil und in den drei feinen Linien Weißer Burgunder gross aufgedruckt. Unterhalb in orange - handwerk - in Schreibmaschinentypo und der berühmte Nützling der auf keinem Etikett Sven Leiners fehlen darf. Der Mitarbeiter des Monats – so nennt Sven Leiner seine Nützlinge – ist in diesem Fall ein Coccinellidae, auch unter dem Namen Marienkäfer bekannt. Oben, und hier dürfte es sich um die erste Evolution des neuen Designs handeln, ist noch das Logo vom Weingut aufgedruckt, welches offensichtlich erst ab dem Jahrgang 2013 rein auf den Namen reduziert worden ist. Aus Erfahrung weiss ich, dass Sven Leiners Weine gerne Sauerstoff aufnehmen und deshalb darf der Weisse Burgunder Handwerk auch für eine Stunde in der Karaffe seine Runden drehen.

Im Glas: Ein kräftiger grüner Schimmer überzieht das helle strohgelb das im Glas seine Kreise zieht.

24. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Riesling 2013 Handwerk

Knackiger Zechwein für jeden Tag.

Süffig, saftig, würzig und supertrinkig ist dieser Alltagstropfen und für 7 Euro 50 ab Hof fast schon unanständig günstig.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Lagen mit kalkigen Böden rund um Ilbesheim.

Riesling Handwerk 2013 Flasche/Etikett: Auf den ersten Blick hat sich am Design der Etiketten aus der Linie Handwerk nicht wirklich etwas verändert. Erst auf den zweiten Blick stellt man kleine Modifikationen fest. Wie gewohnt dominiert die Farbe Orange am weissen Hintergrund, zeigt wahllos Fingerabdrücke und auch der “Mitarbeiter”, wie Sven Leiner seine Nützlinge bezeichnet, ist in knalligem orange abgebildet. In diesem Fall eine Ichneumonidae, dem Botaniker auch als Schlupfwespe bekannt. Über drei zarten, durchgängigen Linien steht gross Riesling und unterhalb in einer alten Schreibmaschinen-Schrift - handwerk - in Kleinbuchstaben. Nur das Logo oben am Etikett hat sich verändert. Es wurde reduziert und in moderner Typo gestaltet. Das I im Namen LEINER stellt ein Insekt dar und unterhalb steht Ilbesheim, Pfalz. Am rechten äusseren Rand des in einem Stück gedruckten Etiketts erfährt man ausführlich alles über das Wesen und die Bedeutung der Schlupfwespe. Weiters ist das demeter-Siegel angebracht und das europäische BIO-Gütesiegel. Eine halbe Stunde darf der Riesling ‘Handwerk’ in der Karaffe Luft aufnehmen.

Im Glas: Goldgelb steht der Riesling Handwerk im Glas und leuchtet mit sich selbst um die Wette.

23. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles

DURST Sylvaner 2013

Sylvaner weit abseits vom Mainstream.

Wunderschöner wie auch harmonischer Wein, der jenen die auf Mineralität und Ausdruck stehen grosse Freude machen wird.

Winzer/Weingut: Andreas Durst, Bockenheim a. d. Weinstrasse, Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Weingärten in Bockenheim an der Weinstrasse.

Sylvaner Flasche/Etikett: Äusserst minimalistisch ist das Design des Etiketts das auf der langen braunen Schlegelflasche klebt. Weiss wie Schnee und schwarz bedruckt. DURST, unterstrichen und daneben Ein Name, Kein Programm. Unterhalb Sylvaner und der Jahrgang 2013. Unter dieser ‘Informationsflut’ noch ein Logo, das auf den ersten Blick wie eine stilisierte Blume aussieht, auf den zweiten aber zwei Hände aus denen ein Weinglas empor ragt erkennen lässt. Fertig ist das Meisterwerk. Reduziert bis zum Anschlag. Ganz viel weniger ist ganz viel mehr. Am ebenso weissen Rückenetikett ganz oben Pfälzer Landwein, in der Mitte gross 12,5 PS und unterhalb noch eine Verzehrempfehlung die da lautet: Lassen Sie sich nicht vom Durst verleiten, geniessen Sie ihn mit Bedacht, nehmen Sie sich Zeit. Diese wird dem Tropfen auch wie eingangs schon erwähnt gegeben und deshalb darf der Wein, nachdem die Flasche von ihrem Schraubverschluss befreit wurde, zum “Aufwärmen” erst einmal zwei Stunden in der Karaffe ein paar atmungsaktive Runden drehen. Soviel Zeit muss sein, denn Geduld ist eine Tugend, wie man weiss.

Im Glas: Helles strohgelb matcht sich mit leichtem grünlichen Schimmer im Glas.

15. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles