Stichwort: K&U Weinhalle

‘ZaZin’ Zinfandel Lodi 2009

Macht die Welt schöner.

Ein kraftvoll konzentrierter Muskelprotz, der mächtig Power unter der Haube hat. Wein zum Träumen und zum Fliegen.

Winzer/Weingut: Terra Divina Vineyards, Central Valley, Kalifornien, USA.

Lage/Herkunft: Von einem mehr als 100 Jahre alten Weinberg in Lodi im kalifornischen Central Valley.

Flasche/Etikett: Die dunkle Bordeauxflasche ist mit einem langen Etikett beklebt, das sich farblich in zwei Hälften teilt. Oben steht auf gedecktem Rot mit Riesenbuchstaben !ZA ZIN in schwarz darauf, der untere Teil ist in vanille gehalten, um einen starken Kontrast zu setzen. Auf diesem Teil der Name des Weins, der Hinweis auf die alten Reben und die Herkunft aufgedruckt. Ebenso der Jahrgang und die ‘Winery’. Ein sehr klar und durchaus modern gestaltetes Etikett mit einem hohen Wiedererkennungswert. Ganz unten, fast versteckt und winzig klein, der zarte Hinweis auf die PS die ZaZin unter der Haube hat.

Am etwas kleineren Rückenetikett erfährt der interessierte Weinfreund alles über die Lage und den Weinberg, sowie den Ausbau des Weines in französischen und amerikanischen Eichenfässern. Wie es sich gehört wird der Dekanter ausgepackt und ZaZin für eine Stunde an die Luft gesetzt. Dort darf er seine Runden drehen bevor er in die Gläser kommt.

Im Glas: Bläulichrot steht der ZaZin im Glas, ist dicht und lässt nicht allzu tief blicken. An der Innenseite läuft ein fetter Film die Glaswand runter.

16. Dezember 2012 | 0 Kommentare ...alles

‘L´Esprit du Couvent’ 2008

Wuchtbrumme mit Stil & Klasse.

Mit mächtig PS unter der Haube gibt der Tropfen richtig Gas. Trotzdem bleibt er ein Lord und zeigt wie man Muskeln stilvoll einsetzt.

Winzer/Weingut: Domaine Guy Capmartin, Maumusson, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus der im Südwesten Frankreichs gelegenen Weinbauregion Madiran im Département Hautes-Pyrénées.

Flasche/Etikett: Auf der langen schlanken Flasche kebt ein Etikett, welches von der Farbgestaltung eher unüblich ist, in Anspielung auf den Inhalt aber durchaus Sinn macht und somit wieder passt. Komplett in zartblau und in Folienoptik ist es gehalten, die Domaine und die Herkunft in kräftigem Marineblau oben und unten aufgedruckt. Blau/Schwarz das Wappen und in der Mitte in schattiertem Gold und in verspielter Typo der Name des ‘rauen Burschen’, L´esprit du couvent. Alles eingefasst in einem goldenen Rahmen.

Am kleinen Rückenetikett gerademal das Wichtigste und das was unbedingt noch drauf sein muss. Am wichtigsten der Hinweis auf die Appellation Madiran Controlée. Nachdem wir schon einige Rodeotropfen dieser Gattung zugeritten haben, entscheiden wir uns dem L´Esprit du Couvent zwei Stunden im Dekanter Zeit zu geben um sich dort entsprechend auszubuckeln. Schliesslich wollen wir ja nicht unbedingt vom Pferd getreten oder gar ganz ungemütlich aus dem Sattel geworfen werden.

Im Glas: Stockfinster ist es im Glas, es sieht es aus als hätte jemand das Licht ausgemacht. Fast schwarz im Kern steht der ‘L´Esprit du Couvent’ darin, nur ein ganz schmaler bläulich-violetter Rand blitzt auf. Ein dicker Film bleibt an der Innenwand kleben und fliesst nur schwerlich wieder ab.

2. Dezember 2012 | 0 Kommentare ...alles

‘Passagem’ Douro tinto 2006

Überfahrt in der Ersten Klasse.

Rauchig, saftig, fruchtig, edel herb und mächtig kraftvoll sorgt der ‘Portugiese’ für ein Abenteuer erster Klasse.

Winzer/Weingut: Joint Venture von Sophia Bergqvist & Jorge Moreira, Bandeiras/Douro, Portugal.

Lage/Herkunft: Von einem Weinberg in Bandeiras am Douro der einzig mit der Rebsorte Touriga Nacional bepflanzt ist.

Flasche/Etikett: Elegant steht die Bordeauxflasche auf unserem Tisch der Wahrheit. Beklebt mit einem Etikett, welches sowohl stilistisch überzeugt wie auch auf den geschichtlichen Hintergrund des Namens hinweist. Rechts Portugal, links England in rot auf den stilisierten Landkarten der Iberischen Halbinsel und der von Grossbritannien eingefärbt, zeigt es die ‘Reiseroute’ wofür Passagem steht. In diesem Fall in schwarzer, hochgeprägter und partiell lackierter Typo. Oben die Herkunft, unten der Jahrgang. Ein eigener kleiner Streifen über dem Etikett weist auf die Kooperation der Quinta de la Rosa und Jorge Moreira hin. Das Etikett, das sich so gut wie über die ganze Flasche zieht, gibt am hinteren Teil sowohl in portugiesisch wie in englisch Auskunft über den Wein, seine Herkunft sowie das Joint Venture zwischen Sophia Bergqvist und Jorge Moreira. Und weil der Passagem ein ‘rauer Bursche’ ist, darf er sich für neunzig Minuten im Dekanter austoben bevor wir ihn seiner finalen Bestimmung zuführen.

Im Glas: In einem kräftigen und dunklen Karminrot steht der Passagem im Glas, zu den Rändern hin hellt es etwas auf und es schimmert mit leichten violetten Reflexen.

30. November 2012 | 0 Kommentare ...alles

Nebbiolo Langhe ‘Maggiur’ 2009

Wein mit zwei Gesichtern.

Der Wein hat zwei Gesichter und zeigt beide in unverschämter Ehrlichkeit. Nichts für Warmduscher oder Freunde fröhlich-freundlicher Tropfen.

Winzer/Weingut: Cascina Luisin, Barbaresco/Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von mehr als 60 Jahre alten Rebstöcken aus dem Ortsteil Rabajà in der Gemeinde Barbaresco.

Flasche/Etikett: Ein elegantes cremefarbiges Etikett ziert die leicht modifizierte Burgunderflasche. Farblich ebenso auf edel getrimmt ist die Beschriftung in gold und weinrot, sowie die senfgelb eingearbeiteten Initialen der Cascina Luisin. Ein insgesamt klassisch und vornehm wirkendes Etikett auf dem alles was es zu wissen gibt aufgebracht ist ohne überladen zu wirken. Abgerundet wird das Ganze durch eine zarte weinrote Rahmung. Als ‘Krönung’ ist die Flasche mit einer eleganten goldgelben Halskrause überzogen.

Um die ‘Diva’ aus dem Piemont auch ebenso zu behandeln, darf sie für zwei Stunden in den Kristalldekanter um sich entsprechend vorzubereiten und ‘ausgehfein’ zu machen. Gut Ding braucht Weile und spröde Schönheiten wie ‘Maggiur’ natürlich ebenso. In der Zwischenzeit polieren wir die grossen Kelche, denn die Diva braucht viel Luft um sich perfekt zu präsentieren.

29. November 2012 | 0 Kommentare ...alles

Viña Pedrosa ‘Crianza’ 2008 Ribera del Duero

Megasüffiger Spasswein.

Eine megasüffige ‘Crianza’ die es locker mit einigen ‘Reservas’ aufnimmt und einige davon völlig humorlos in den Schatten stellen würde.

Winzer/Weingut: José Manuel Pérez, Bodegas Hnos. Pérez Pascuas, Pedrosa de Duero, Spanien.

Lage/Herkunft: Von den Hängen des Duero, die auf einer Hochebene zwischen 500 und 800 m hoch liegen und extremen Witterungsschwankungen ausgesetzt sind.

Flasche/Etikett: Auf der langen schlanken Flasche klebt ein ebenso langes und schlankes, in weiss gehaltenes Etikett. Irgendwie sieht es ‘typisch spanisch’ aus, kennt man die Art dieses Designs, der klassischen Typografie und der irgendwie schlichten, unaufgeregten und leicht verstaubt wirkenden Gesamtgestaltung. Ein Etikett wie ein Klischee, mit elegant geschwungenem Namen in der Mitte, die Qualitätsbezeichnung als Bestandteil dessen und auch was Herkunft und Produzent angeht und somit nichts wirklich Neues in der Welt der Weinbeklebungen. Einzig der am Flaschenhals aufgeprägte Name der Crianza sorgt für etwas Abwechslung.

Das Rückenlabel ist in spanisch abgefasst, weist auf die rigorose Selektion des Leseguts und den 18-monatigen Barriqueausbau hin und darunter, auf einem eigenen kleinen Streifen noch der Hinweis, dass es sich um einen Wein aus dem ‘Herzen des Duero’ handelt. Bevor die Crianza in die Gläser kommt wird sie im Dekanter etwas Sauerstoff aufnehmen und nach einer Stunde darf sie dann zeigen was sie kann.

31. Oktober 2012 | 0 Kommentare ...alles

Muret Azul tinto 2008

Bäuerlicher Okkultismus.

Dunkelwürzig riecht er, dunkelwürzig schmeckt er und erdig, rustikal und bäuerlich fühlt er sich an. Konzentrierte Grenache für ‘echte Männer’.

Winzer/Weingut: Bodega Vinae Mureri, Murero/Saragossa, Spanien.

Lage/Herkunft: Von 80-100 Jahre alten Reben, die auf steilen Schiefer-Lagen auf einem 800 und 1000 m hohen Plateau in Aragon stehen.

Flasche/Etikett: Rank und schlank steht die Bordeauxflasche auf dem Tisch und auf ihr klebt ein in äusserst unüblichem blau gehaltenes, turmhohes Etikett. Eine farbliche Wohltat unter dem gewohnten Einerlei. Auch der geschichtliche Hintergrund des Namens ist insoferne interessant als sich der Name Muret auf die Schlacht um Muret bezieht, als das Languedoc noch unter der Lehnsherrschaft des Königreiches von Aragonien stand. Was den Beinamen Azul angeht heisst zwar auch eine brasilianische Billigfluggesellschaft so, in diesem Fall aber steht er wohl eher für die blaue Farbe der Beklebung auf der Flasche. Graphisch anspruchsvoll gestaltet ‘fliegt’ die Schrift fast auf dem blau schimmernden Etikett. Am Rückenetikett Wissenswertes in spanisch, interessant dabei die Angaben über die Reifung von 14 Monaten, die optimale Reife, die Trinkempfehlung von 2010 bis 2015 und die Trinktemperatur von 14º. Wir halten uns daran und giessen den Wein, nachdem er eine Weile im Dekanter Luft geschnappt hat, entsprechend kühl in unsere Gläser.

Im Glas: In leuchtendem dunkelkirschrot dreht der Muret Azul seine Kreise im Glas und lässt trotz seiner Dichte noch einen tiefen Einblick in den Kern zu. Die Glaswand wird vollflächig von einem kräftigen Film benetzt und deutet entsprechend Gehalt im Kelch an.

30. Oktober 2012 | 0 Kommentare ...alles

Gutedel ‘Heugumber’ 2011 Tafelwein

Fröhlich frecher Wonnetropfen.

Ein Alltagswein von dem man mindestens das Doppelte im Mund hat als man es erwartet hätte. Charaktervoller Spasswein für jeden Tag.

Winzer/Weingut: Hanspeter Ziereisen, Efringen-Kirchen/Baden-Württemberg, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Weinbergne im Einzugsbereich der Burgundischen Pforte mit extrem kalkreichen Böden runden um Efringen-Kirchen.

Flasche/Etikett: In der grünen Burgunderflasche steht der ‘Heugumber’ also vor uns und darauf klebt ein einfaches, aber umso ‘fetzigeres’ Etikett. In perfekt passender gelblicher Farbe mit einem grünen ‘Wasauchimmer’ oben. Ist das ein Autogramm, einfach etwas ‘Hingekritzeltes’ oder steckt da gar ein tieferer Sinn dahinter? Es gefällt mir und ohne dem was drunter steht, nämlich Heugumber 2011 Ziereisen, könnte ich es mir durchaus gut in einem feinen Rahmen an meiner Wand vorstellen. Aber dazu ist es dann wohl doch nicht gedacht, oder doch?

Auf der Rückseite erfährt man alles Wesentliche über diesen Wein und ebenso, dass es sich dabei um eine der ältesten Kulturrebsorten der Welt handelt. Viel Platz wird der Herstellung eingeräumt und man erfährt, dass der ‘Grashüpfer’ 8 Monate auf der Hefe reifte bevor er in die Flasche durfte. Wir sind bereit der Hüpfer raus zu lassen und ‘knacken’ die Flasche einfach auf.

Im Glas: Aus dem Glas strahlt der Heugumber in einem hellen und intensiven strohgelb. Ein feiner grünlicher Film liegt auf der saftigen Farbe.

29. September 2012 | 0 Kommentare ...alles