Stichwort: Frankreich

Crémant de Limoux Brut

Crémant zum lieb haben

Wer glaubt, dass es immer nur Champagner sein muss, der sollte mal schauen, wieviel Feines es an der “Basis” zu entdecken gibt.

Winzer/Weingut: Domaine La Louvière, Malepère, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Weingärten der AOC Limoux mit sehr kalkhaltiger Erde.

Cremant de Limoux blanc Flasche/Etikett: Schwarz wie die Nacht klebt das Etikett auf der grünen Flasche. Weiss bedruckt ist es, ganz spärlich und nur aufs Wesentliche konzentriert. Oben das Wappen der Domaine La Louvière, deren Name untrennbar mit dem Wolf verbunden ist. So halten auch zwei der Lupos links und rechts das Schild und heulen vor sich hin. Darunter in einer auf aristokratisch gestylten Schrift La Louvière sowie die Herkunft, Malviès Malpères Terres Pyrénéennes. CRÉMANT DE LIMOUX BRUT noch unterhalb und fertig ist das Etikett, das, wie der gesamte optische Auftritt der Domaine, von der Wiener Design-Künstlerin Cordula Alessandri gestaltet wurde. Das ebenso schwarze Rückenlabel informiert kurz über die Geschichte, die verwendeten Rebsorten und ebenso mit ein paar sensorischen Notizen. Die weisse Halsmanschette ist rundum mit dem Logo der Domaine bedruckt. Und weil der Sprudel bereits gut gekühlt ist kommt er jetzt dorthin wo er auch hin gehört, ins blank polierte Glas.

Im Glas: Strohblond perlt der Limoux fröhlich im Glas vor sich hin. Ganz zart und fein ist die Perlage.

7. November 2015 | 0 Kommentare ...alles

Simon 2012 Clos Marie

Traumwein aus dem Languedoc

Ein Wein dem man auf der Stelle verfällt und sich wünscht, dass dieses Abenteuer niemals enden möge.

Winzer/Weingut: Clos Marie, Lauret, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Lagen am Fuße des Pic St. Loup im französischen Midi.

Simon 2012 Flasche/Etikett: Beklebt ist die braune Burgunderflasche mit einem einfachen, aber ansprechend gestalteten Etikett. Ganz oben die Herkunft, ohne die in Frankreich gar nichts geht, Pic Saint Loup. Darunter ist die Illustration eines alten Segelbootes aus dem ein übergrosser Frauenkopf mit goldener Haube oder Haar heraus ragt aufgedruckt. Hinweise auf diese Symbolik die etwas ans 16. oder 17. Jahrhundert erinnert, sind leider nicht überliefert. Unterhalb der Illustration in Grossbuchstaben CLOS MARIE und dann in rot in eleganter geschwungener Schrift Simon und noch der Jahrgang, 2012. Ganz unten ist all das angeführt was sonst auf einem Rückenetikett zu stehen pflegt, weshalb auf selbiges dann auch verzichtet wird. Links aussen noch die Nummer der Flasche eingestanzt, 04931. Bevor der Simon aber in das blank polierte Glas kommt, darf er sich für eine Stunde an seine neue Umgebung in der Karaffe gewöhnen und sich mit der berühmten Wiener Luft anreichern.

Im Glas: Reif wie eine dunkle Kirsche funkelt Simon karminrot aus dem Becher raus.

31. Oktober 2015 | 0 Kommentare ...alles

Miraval 2014 Rosé

Hollywood in der Flasche

Ein durch und durch gelungener Südfranzose. Kein Wunder, steckt auch das Team der Famille Perrin dahinter.

Winzer/Weingut: Château Miraval, Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von eigenen und ausgesuchten zugekauften Trauben.

Miraval 2014 Flasche/Etikett: Hollywood lässt grüssen. Eine normale Flasche hat jeder haben sich Angelina und Brad wohl gedacht und ihren Miraval Rosé (wie übrigens auch den weissen und den roten) in eine auffällige, einer dicken Keule gleichenden Flasche gefüllt. Oder waren es doch die Perrins? In der Mitte nichts als ein kleiner Sticker, Etikett kann man das nicht wirklich nennen. Kreisrund, in schwarz mit einer goldenen Linie als Rahmen. Im breiten schwarzen Teil MIRAVAL und Côtes de Provence eingedruckt. In der Mitte eine grosse weisse Fläche mit Blüten verziert. Fertig. Sieht äusserst feminin aus. Das Rückenetikett auch nicht gerade etikettenhaft, sondern schlicht und einfach eine transparente Folie aufgeklebt und nur das Nötigste darauf. Nach dem Motto “Wer braucht Infos, wir sind’s, Brangelina“. Was aber auch egal ist, weil sowieso nur zählt was in der Flasche drin ist und nicht was aussen drauf klebt. Drum kommt der Miraval Rosé jetzt auch ohne Umweg in das Glas. Auf Kameras und roten Teppich wird dabei bewusst verzichtet.

Im Glas: Lachshellorange funkelt der rosarote Hollywood-Star aus dem Glas heraus. Oder ist es doch hellorangerosa? Egal. Ist ja auch nicht aus Hollywood, sondern aus der Provence.

4. September 2015 | 0 Kommentare ...alles

Monblanc ‘Petit Salé’ 2013

Nicht nippen, trinken!

Trinken Sie den Wein so wie er gedacht ist; in vollen Zügen und keinesfalls zu knapp bemessen. Sommerliches Teufelszeug. À la vôtre.

Winzer/Weingut: Raimond Villeneuve, Château de Roquefort, Roquefort la Bédoule/Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken auf einer Hochlage von 350 – 400 Metern die in verschiedenen Terrassen bis zum Mittelmeer abfallen.

Petit Sale Flasche/Etikett: Ich liebe die Etiketten die Raimonds Flaschen zieren einfach. Gestaltet sind diese von der international geschätzten österreichischen Designerin Cordula Alessandri, die auch für den gesamten Print- und Internetauftritt des Château de Roquefort verantwortlich zeichnet. Wie gewohnt hüpft einem der Name Petit Salé in dicken schwarzen Lettern die irgendwie an die Flower Power-Ära erinnern in die Augen. Darauf das gold gehaltene, hochgeprägte Familienwappen der Familie Villeneuve aus dem 11. Jahrhundert. Im rechten Teil alle Angaben zum Wein inklusive Informationen über Anbau, Ausbau und Rebsorte, im linken Teil des einteiligen Etiketts eine wunderschöne Beschreibung von Tim Johnston, der meint, dass dies “keine Weine zum nippen, riechen, und stundenlangen rumtun sind, sondern einfach in grossen Zügen getrunken werden wollen”. Und weil ich mich dem nur vollinhaltlich anschliessen kann, wird der “kleine Salzige” jetzt aufgemacht und verputzt.

Im Glas: So wie das Wortspiel “mein Weisser”, so weiss steht der Petit Salé im Glas. Nicht wirklich weiss, nur äusserst hell in seinem gelb. Alles klar?

27. Juni 2015 | 0 Kommentare ...alles

Marcillac Lo Sang del Pais 2013

Fruchtig, griffig, würzig, stoffig, rot.

12,5 PS, keine 9 Euro und ein Reifepotential bis über 2020 sollten Anreiz genug sein, um von diesem Wein ein paar Kisten im Keller zu vergraben.

Winzer/Weingut: Domaine du Cros, Goutrens/Marcillac, Frankreich.

Lage/Herkunft:Von Kalkmergelböden aus dem Tal von Marcillac im Herzen des Aveyron im Südwesten Frankreichs.

Marcillac Flasche/Etikett: Das Etikett das auf der Burgunderflasche klebt zwingt mir ein Lächeln ab. Es ist dermassen überladen, dass es fast schon weh tut und doch strahlt es eine nicht zu leugnende Liebenswürdigkeit aus. Oben ganz gross MARCILLAC und dann ein Gewitter einer Illustration die sich über das ganze Stück Papier ausdehnt. Unter grossen dicken Trauben eine Hügellandschaft (das Tal von Marcillac) mit Hütten und Weinbergen, so banal wie lieb. Erinnert an die Zeichnungen in alten Gedichtbänden. Unten all das was sonst auf einem Rückenetikett stehen würde, welches aber fehlt und deshalb vorne drauf steht. In schlichtem beige und braun ist das Etikett gehalten, wirkt auf alt getrimmmt und verströmt jenen Hauch von Exzentrik die zu 100% zu dem was in der Flasche ist passt. Oben am Hals noch ein kleiner Kleber mit Lo Sang del Pais und 2013 und fertig ist das Stück ‘Kulturgut’ aus dem Tal von Marcillac. Eine halbe Stunde darf sich der Lo Sang del Pais in der Karaffe mit der Luft anfreunden, dann kommt er in den polierten Degustationskelch.

Im Glas: Dunkles violett mit blauen Reflexen steht im Glas. Dabei ist es ausgesprochen klar und transparent.

29. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Chardonnay ‘En Barberon’ 2012

Popcorn & Vanillepudding.

Ein mehr als saftiges Erlebnis, welches dank Mineralität und Dichte zu einem richtig runden Trinkspass wird.

Winzer/Weingut: Stèphane Tissot, Montigny-les-Arsures/Jura, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von verschiedenen Parzellen mit Lehm- und Kalkmergelböden aus der Region Arbois.

En Barberon Chardonnay Flasche/Etikett: Nichts wirklich Neues gibt es von der Designfront zu vermelden. Konsequent setzt Stéphane Tissot das Corporate Design fort und zeigt auch auf dieser Flasche das gelbliche Etikett mit der von links nach rechts in hellem grau hineinragenden alten Weinpresse. Oben steht wie gewohnt der Name des Weines, EN BARBERON, in Grossbuchstaben, mit einem goldenen Balken unterstrichen. Hochgestellt wie gehabt der Jahrgang, 2012, ebenfalls mit goldenem Balken unterhalb versehen. Rechts unten liest man wieder Bénédicte & Stéphane Tissot. Mehr gibt es vorne nicht zu sehen. Hinten am Rückenetikett erfährt man wieder das Notwendigtse über den Wein selbst und liest in der Mitte ganz gross und fett Côtes du Jura. Auch diese Flasche ist mit einer knallig gelben Manschette verschlossen und am Hals der Sachsenkeule ist wie immer JURA eingeprägt. Der En Barberon darf bevor er ins Burgunderglas kommt für eine Stunde in der Karaffe dümpeln, um sich auf seinen “Dienstantritt” langsam einzustellen.

Im Glas: In saftigem Gelb leuchtet der En Barberon aus dem grossen Becher heraus.

19. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Les Graviers 2012

Interstellarer Raumgleiter.

Sauber, kalkig, aromatisch. Chardonnay ist eine Sache, Chardonnay von Stéphane Tissot ist Kult. Man mag es oder hasst es, take it or leave it.

Winzer/Weingut: Stèphane Tissot, Montigny-les-Arsures/Jura, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von verschiedenen Parzellen mit Lehm- und Kalkmergelböden aus der Region Arbois.

Les Graviers Flasche/Etikett: Das Etikett das auf der Sachsenkeule klebt ist in der Zwischenzeit bekannt. Ganz oben LES GRAVIERS in Grossbuchstaben mit einem goldenen Balken unterstrichen und der Jahrgang quer gedruckt, ebenfalls mit einem goldenen Unterstrich versehen. Von links nach rechts ragt eine alte Weinpresse in hellem grau in das das gelbliche Etikett hinein. Unten im rechten Eck Bénédicte & Stéphane Tissot und das war’s dann auch schon wieder vorne. Am hinteren Stück Papier ganz oben Chardonnay 2012 und die Erklärung, dass Les Graviers eine Selektion von verschiedenen Parzellen ist. In französisch selbstverständlich. In der Mitte ganz gross und fett Arbois, damit man weiss woher der Wind weht der Wein kommt und alles was sonst noch angeführt sein muss. Eingefasst ist die Flasche von einer knallgelben Kopfmanschette die der Sache Pepp verleiht. Stéphane Tissots Weine brauchen durch die Bank einen guten Happen Luft und deshalb kommt auch der Les Graviers bevor er angetrunken wird zuerst einmal für eine Stunde in die Karaffe.

Im Glas: In kräftigem strohgelb dreht der Les Graviers seine Runden im Burgunderbecher.

18. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles