Stichwort: Deutschland

Chardonnay Hadorne 2013

Kommt Zeit, kommt Kalk.

Füllig und doch rassig. Ein Chardonnay der dank seiner charmanten Art das Zeug zum Selbstläufer hat.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Hagedorn, einer der traditionellen Weinbergslagen mit schweren Tonböden in Ilbesheim.

Chardonnay Hadorne 2013 Flasche/Etikett: Im Gegensatz zu 2010 ist 2013 nicht mehr in der klobigen Burgunder- sondern in einer schlanken Schlegelflasche abgefüllt. Oben in der Mitte wie gewohnt das reduzierte Logo mit dem als I umfunktionierten Nützling im Namen LEINER. Unten i ebenso bekanntem Design die drei feinen Linien, in welchen Chardonnay, sowie links der Jahrgang und rechts trocken eingebunden sind sind. Selbstverständlich krabbeln auf dem reinweissen Etikett auch wieder die ‘Weinbergmitarbeiter’ Sven Leiners durch die Gegend, in diesem Fall zwei Chilopoda, die dem Laien nur als Hundertfüsser nicht ganz unbekannt sein dürften. Ganz unten ebenfalls in gold und Schreibmaschinen-Typo hadorne-ilbesheim, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der Name Hadorne leitet sich übrigens von der Lage Hagedorn, einer Benennung des Weißdorn der Hagebutten als Früchte hervorbringt ab. Rechts aussen wieder alles was es über Lage, Klima, An- und Ausbau zu wissen gibt. Demeter-Zertifizierung und Bio-Siegel selbstverständlich. Bevor der Chardonnay Hadorne ins Glas kommt, darf er für eine Stunde zur Luftaufnahme ein paar Runden in der Karaffe drehen.

Im Glas: Strahlendes Goldgelb leuchtet aus dem Glas heraus. Ind den Nasenflüglen wirkt der Hadorne weich und rund.

20. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Weissburgunder 2013 Kaliber 9

Wie ein kleines Feuerwerk.

Saftig, säurefrech und trotzdem weich auf der Zunge, während er am Gaumen ein wahres Feuerwerk abbrennen lässt.

Winzer/Weingut: Adams Wein, Ingelheim/Rhein, Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Schlossberg mit Löss-Lehmböden mit deutlichen Kalkmergel Einschlüßen.

Adams Weissburgunder Kaliber 9 2013 Flasche/Etikett: Jung, frisch und modern wirkt das reinweisse Etikett das auf der Burgunderflasche klebt. Grafisch klar und schnörkellös ist es durch das hochgestellte ADAMS WEIN in eine linke und eine rechte Hälfte getrennt. Rechts steht schlicht und einfach Kaliber 9 und in der linken Hälfte liest man alles was technisch und gesetzlich über den Wein und dessen Herkunft angeführt sein muss. Ganz oben steht quer über allem 2013 Weissburgunder und ganz unten in magenta das Logo AW für Adams Wein. Fertig ist das äusserst ansprechende Etikett, das eher an das Cover eines Grafikmagazins erinnert als an Wein. Rückenetikett gibt’s keines weil alles was gesagt werden muss bereits am vorderen platziert ist. Damit sich der Weissburgunder ein wenig konsolidieren kann bevor er durch die Gegend ballert, wird er für eine halbe Stunde in die Karaffe gefüllt. Nur so zur Vorsicht. Man weiss ja nie wie gefährlich es wirklich werden kann.

Im Glas: Sehr helles strohgelb steht im Glas, geht fast schon ins Weisse.

3. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Spätburgunder Kalmit 2012

Ein Wein wie eine Trüffelsau.

Errinnert an die ersten kühleren Herbsttage, an trockenes Laub, an feuchtes Unterholz und ebensolche Erde.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Aus dem Naturschutzgebiet Kleine Kalmit, der höchsten dem Haardtrand vorgelagerten Erhebung in der Rheinebene.

Spaetburgunder Kalmit 2012 Flasche/Etikett: Die erste Änderung ist gleich einmal die Flasche. Nicht mehr dieses dicke Ding steht da, sondern die leichtere, klassische Variante. Das Etikett so gut wie unverändert, nur eben dem neuen, modernen Corporate Design angepasst. Strahlend weiss wie üblich, oben in der Mitte LEINER als reduziertes Logo mit einem Nützling der die Position des I einnimmt. Unten die drei feinen Linien im Stile eines Notenblatts. Ganz gross in schwarz Spätburgunder und links und rechts davon der Jahrgang (2012) und trocken. Unterhalb in goldener Schreibmaschinen-Typo KALMIT, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der ‘Weinbergmitarbeiter’, wie Sven Leiner seine Nützlinge nennt, in diesem Fall einer aus der Familie der Reduviidae. Muss man nicht kennen, ist aber nichts anderes als eine Raubwanze. Die man auch nicht kennen muss. Am rechten äusseren Rand des einteiligen Etiketts noch ein paar Informationen über die Lage und deren Böden sowie über die biodynamische Bewirtschaftung. Um dem Spätburgunder Zeit zu geben sich ausgehfein zu machen, darf er sich für eine Stunde in der Karaffe akklimatisieren.

Im Glas: In kraftvollem kirschrot steht der Spätburgunder Kalmit im grossen Kelch und zeigt sich von seiner transparentesten Seite.

29. April 2015 | 0 Kommentare ...alles

Riesling Seehof Anno 1811 Westhofen 2013

Wie Zucker richtig Spass macht.

Wenn Süsse herb und Saft stoffig ist, dann macht Zucker richtig Spass.

Winzer/Weingut: Seehof-Westhofen, Westhofen, Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von den besten Steingrube- und Morsteinpartien.

Seehof Anno 1811 Flasche/Etikett: Auf der dunkelbraunen Schlegelflasche klebt ein reinweisses Etikett mit einer auf den ersten Blick abstrakten Grafik die an eine Bordüre erinnert. Erst nach einiger Betrachtung und Gewöhnung durch das Auge stellt sich heraus, dass es sich dabei um den Namen Seehof handelt, welcher oben und unten in einer Blur ähnlichen Schrift angeschnitten aufgedruckt ist. Oberhalb, wie schon die ‘Grafik’ in bronze ist ein Pferd über dem Namen SEEHOF angebracht und unten in schwarz steht Riesling ANNO 1811 Westhofen 2013 drauf. Am rechten äusseren Rand des in einem Stück gedruckten Etiketts noch einmal Riesling Westhofen 2013 sowie alle nötigen Angaben die unbedingt vorhanden sein müssen. Mit 12,5% sollte der ‘Kometenwein’, so bezeichnete man diesen Jahrgang damals, ein ebenso kometenhaftes wie auch leichtes Trinkvergnügen werden. Eingefasst ist die Flasche von einer bronzenen Halsmanschette mit dem Aufdruck Seehof drauf und einem Drehverschluss, von dem sie jetzt befreit wird.

Im Glas: In leuchtendem strohgelb dreht der Anno 1811 seine Runden im Glas.

31. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Spätburgunder Rosé 2013

Ein echter Macho und alles andere als charmant.

Griffig, stoffig, alles andere als charmant. Schert sich null und nichts um Konventionen und macht sein Ding ohne Rücksicht auf Verluste.

Winzer/Weingut: Enderle & Moll, Münchweier, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Münchweier Kirchhalden mit 25-35 Jahre alten Rebstöcken auf Buntsandsteinböden.

Spätburgunder Rosé Flasche/Etikett: Im gewohnt klassischen Anti-Design ist auch das Etikett des Spätburgunder Rosé gehalten. Leicht vergilbt, mit einer dünnen Linie als Rahmen umzogen, prangt oben das Wappen von Münchweier, welches eine blaue Sichel zwischen zwei grünen Nadelbäumen zeigt. Geschwungen steht ganz gross in schwarz Spätburgunder Rosé in der Mitte und ganz unten wie gewohnt ENDERLEMOLL. Mehr gibt´s vorne nicht zu sehen und auch am Rückenetikett steht gerade einmal drauf was unbedingt auf einem Etikett stehen muss. Oben liest man LANDWEIN OBERRHEIN sowie die Losnummer. Links unten gross die lustigen 11,5 PS die in dieser Flasche für Vortrieb sorgen. Weil auch der Rosé unfiltriert abgefüllt ist und man etwas Trub erkennen kann, wird auch er in die Karaffe umgefüllt damit sich dieser setzen kann. Ausserdem, so vermute ich, tut dem rosaroten Tropfen ein wenig Umgebungsluft ganz gut und so darf er sich für eine halbe bis dreiviertel Stunde an selbige anpassen bevor er in den Kelch kommt.

Im Glas: Dunkelrosaerdbeerrot. Genau so sieht der Spätburgunder aus im grossen Becher.

26. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Müller. 2013

Kappe ab und weg damit.

Trinkt sich schneller weg als die Temperatur um zwei Grad zunimmt und sorgt dabei für richtig grossen Trinkspass.

Winzer/Weingut: Enderle & Moll, Münchweier, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von den Münchweier Kirchhalden mit 25-35 Jahre alten Rebstöcken auf Buntsandsteinböden.

Mueller Flasche/Etikett: Haben bis jetzt alle Etiketten von Enderle & Moll mit klassischem Nicht-Design geglänzt, so stellt sich der Müller mit einem mehr als auffälligen Stück Flaschenbeklebung vor. Auf der klaren Schlegelflasche klebt ein Etikett im Stil eines Gemäldes. Banal, kindlich, einfach und bunt. Ein Mann mit Hut, hinter ihm ein paar Hügel sowie eine rote Sonne. Links unten einfach Müller, in rot. Mit einem Punkt. Der Punkt ist wichtig. Rechts der Jahrgang 2013 und fertig ist das schicke Teil. Gelb dominiert und sorgt dafür, dass man dieses Etikett mit seinem extrem hohen Wiedererkennungswert nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Am kleinen weissen Rückenetikett steht DEUTSCHER WEIN und was sonst noch unbedingt vorhanden sein muss. Eine knallgelbe Halsmanschette und ein ebensolcher Schraubverschluss komplettieren diese spassige Erscheinung. Um dem Trub die Möglichkeit zu geben sich zu setzen, wird der Wein in die Karaffe umgefüllt und kurz danach ins Glas befördert.

Im Glas: Strohgelb und relativ trüb dreht der Müller seine Runden im Glas. Man sieht sehr genau den Trub der sich langsam gen Boden bewegt.

25. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Grauer Burgunder Katzebosch 2013

Fitzcarraldo unter den Grauburgundern.

Knochig, trocken, kompromisslos. Das ist Autoren-Kino und alles andere als Grauburgunder-Mainstream.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von durchschnittlich 30 Jahre alten Reben auf Lehm- und Lössböden der Lage Heißbühl (Katzebosch).

Grauer Burgunder Katzebosch 2013 Flasche/Etikett: Wie alle Ortsweine von Sven Leiner klebt auch auf dieser braunen Schlegelflasche das neu gestaltete, moderner wirkende Etikett. Strahlend weiss, oben in der Mitte LEINER als reduziertes Logo mit einem Nützling der die Position des I einnimmt. Unten drei feine Linie im Stile eines Notenblatts. Ganz gross in schwarz Grauer Burgunder und links und rechts davon der Jahrgang (2013) und trocken. Unterhalb in gold und alter Schreibmaschinen-Typo katzebosch-ilbesheim, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der ‘Weinbergmitarbeiter’, so nennt Sven Leiner seine Nützlinge, der sich auf diesem Etikett von links oben gross in gold nach unten schlängelt ist diesmal ein Chilopoda, Nichtexperten besser als Hundertfüsser ein Begriff. Auch auf diesem in einem Stück produzierten Etikett steht ganz rechts aussen alles was es über die Lage, das Klima, die Bedingungen, den An- und Ausbau zu wissen gibt. Demeter-Zertifizierung und Bio-Siegel selbstverständlich. Bevor der Katzebosch jedoch ins grosse Glas darf, wandert er für eine Stunde in die Karaffe.

Im Glas: In kräftigem Stroh- bzw. Goldgelb funkelt der Katzebosch mit zarten grünlichen Reflexen aus dem grossen Becher raus.

17. März 2015 | 0 Kommentare ...alles