Stichwort: Chardonnay

Meursault Villages 2010 K&U Sonderedition

Rassig exotischer Orkan.

Möge sein Nachhall niemals enden und möge doch von irgendwo noch ein letzter kleiner dicker Tropfen Ananas auf der Zunge langsam verenden.

Winzer/Weingut: Domaine Antoine Jobard, Meursault, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von einer Meursault-Dorflage mit kalkhaltigen Böden.

Meursault Flasche/Etikett: Schlicht und einfach ist das Etikett das auf der Burgunderflasche klebt. Reinweiss, kein Schnickschnack oder sonst etwas das stören könnte. In der Mitte in schwarzer Copperplate Gothic gross MEURSAULT und oberhalb der Jahrgang, 2010. Unterhalb steht Appellation Meursault Controllee und das war’s dann auch schon wieder auf dem grossen weissen Stück Papier. Ganz unten am Rand steht in feiner Typo noch alles drauf was auf einem Etikett so stehen muss, Antoine Jobard ist fett gedruckt. Erst bei genauerem Hinsehen bemerkt man die kleine Spielerei am Etikett. Fast über die gesamte Höhe sind die Initialen AJ ganz zart eingedruckt und schimmern perlmuttartig hervor. Elegant und unscheinbar. Der Flaschenhals ist eingefasst von einer schwarzen Manschette mit dem weissen Aufdruck Antoine Jobard und den Initialen AJ. Rückenetikett gibt es keines. Für eine halbe Stunde wandert der Meursault Villages in die Karaffe, um sich ein wenig zu akklimatisieren bevor er in das Glas kommt.

Im Glas: In dichtem, kraftvollem gelb steht der Meursault Villages im Glas.

24. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Chablis ‘Bougros’ 2012 Grand Cru

Chablis für Leckermäuler.

Lang, intensiv und kreidig. Wer auf echte Kracher steht, der sollte sich mit diesem Tropfen einmal ausführlich unterhalten.

Winzer/Weingut: Patrick Piuze, Chablis, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus zugekauften Trauben von 19 verschiedenen Lagen rund um Chablis.

Chablis Grand Cru Flasche/Etikett: Unverändert, korrekt gesagt deckungsgleich ist das weisse Etikett das auf der braunen Burgunderflasche klebt. In gedecktem weiss, ohne irgendwelche Schnörkel, vollkommen unaufgeregt und deshalb umso eleganter. Treffender kann man das Stück Weinbeklebung nicht beschreiben. Am oberen Rand der Jahrgang, unten drunter in einer grösseren Outline-Typo CHABLIS GRAND CRU und unterhalb BOUGROS. Alles in Kapitalen, die Herkunft (ohne die geht nichts in Frankreich) völlig in den Vordergrund gestellt. Den unteren Rand füllen alle wesentlichen Information die noch nötig sind aus. Patrick Piuze in der Mitte und mehr gibt es über diesen Wein auch nicht zu sagen. Verschlossen ist auch diese Flasche mit einem cremefarbigen Siegellack und somit absolut luftdicht gemacht. Rückenetikett gibt es keines, alles was man wissen muss steht vorne drauf. Aus Erfahrung weiss ich, dass der Wein eine gute Portion Luft braucht und deshalb darf der Bougros bevor er in das grosse Burgunderglas kommt, für eine Stunde in der Karaffe ein paar ausgedehnte Runden drehen.

Im Glas: Helles strohgelb steht im Burgunderglas und zeigt feine grüne Reflexe.

23. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Les Perrières 2011 Mâcon Cruzille

Aromenorgie im Mund.

Ein Feuerwerk für die Synapsen, eine Aromenorgie die einen fesselt und ein Geschmack der sich unvergesslich ins Weinhirn einbrennt.

Winzer/Weingut: Domaine Guillot-Broux, Mâcon-Cruzille, Mâconnais, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von der Lage Les Perrières, einer alten und berühmten Lage mit Kalkmergelböden im Mâconnais.

Les Perrieres Flasche/Etikett: In blassem gelb klebt das so typisch französisch wirkende Etikett auf der braunen Burgunderflasche. Als zentrales Motiv ist oben in braun ein Pferd abgebildet, das von einem Gestrüpp aus Pflanzen umgeben ist. Darunter steht in einer Art Frakturschrift Domaine Guillot-Broux und in grün der Name Les Perrières. Mehr gibt es nicht zu sehen, ausser das ganz unten noch klein aufgedruckte AB®-Zertifikat. Eingefasst ist alles von einem beigen Rahmen. Wenn man die Flasche dreht, findet man am rechten seitlichen Rand alle Informationen die den Wein betreffen. Mâcon-Cruzille ganz oben, Herkunft ist das Wichtigste bei französischen Weinen. Ohne dieser Angabe geht nichts in Frankreich. Dann noch ein paar technische Infos und die beiden Siegel von AB und ECOCERT, damit man weiss, dass man hier ‘echten’ Biowein in der Flasche hat. Am Flaschenhals ein kleines Etikett das in grün den Jahrgang trägt und mit einer grauen Manschette mit dem Schriftzug Domaine Guilllot-Broux und dem Pferd in gold oben eingefasst. Für eine Stunde kommt der Les Perrières in die Karaffe, weil das auch explizit empfohlen wird. Danach darf er ins frisch polierte Glas.

Im Glas: Ausgesprochen dunkles Goldgelb leuchtet aus dem Glas heraus.

22. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Chardonnay Hadorne 2013

Kommt Zeit, kommt Kalk.

Füllig und doch rassig. Ein Chardonnay der dank seiner charmanten Art das Zeug zum Selbstläufer hat.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Hagedorn, einer der traditionellen Weinbergslagen mit schweren Tonböden in Ilbesheim.

Chardonnay Hadorne 2013 Flasche/Etikett: Im Gegensatz zu 2010 ist 2013 nicht mehr in der klobigen Burgunder- sondern in einer schlanken Schlegelflasche abgefüllt. Oben in der Mitte wie gewohnt das reduzierte Logo mit dem als I umfunktionierten Nützling im Namen LEINER. Unten i ebenso bekanntem Design die drei feinen Linien, in welchen Chardonnay, sowie links der Jahrgang und rechts trocken eingebunden sind sind. Selbstverständlich krabbeln auf dem reinweissen Etikett auch wieder die ‘Weinbergmitarbeiter’ Sven Leiners durch die Gegend, in diesem Fall zwei Chilopoda, die dem Laien nur als Hundertfüsser nicht ganz unbekannt sein dürften. Ganz unten ebenfalls in gold und Schreibmaschinen-Typo hadorne-ilbesheim, was die Lage und die Herkunft anzeigt. Der Name Hadorne leitet sich übrigens von der Lage Hagedorn, einer Benennung des Weißdorn der Hagebutten als Früchte hervorbringt ab. Rechts aussen wieder alles was es über Lage, Klima, An- und Ausbau zu wissen gibt. Demeter-Zertifizierung und Bio-Siegel selbstverständlich. Bevor der Chardonnay Hadorne ins Glas kommt, darf er für eine Stunde zur Luftaufnahme ein paar Runden in der Karaffe drehen.

Im Glas: Strahlendes Goldgelb leuchtet aus dem Glas heraus. Ind den Nasenflüglen wirkt der Hadorne weich und rund.

20. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Grande Réserve Brut Premier Cru

Hefe, Zitrusfrucht & weisse Blüten.

Traumhaft weich und lebendig sorgt der Sprudel mit viel Birne, Zitrusfrucht und Bäckereiaromen für mächtig Spass im Mund.

Winzer/Weingut: Fourny & Fils, Vertus, Champagne-Ardenne, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Reben die auf mit Braunerde überzogenen kalkigen Böden stehen.

Grande Reserve Flasche/Etikett: Schwarz wie die Nacht ist das kunstvoll in Form eines Schildes gehaltene Etikett das auf der grünen Flasche klebt. Ein feiner goldener Rahmen unterstreicht die Silhouette und ganz oben prangt in gold das Familienwappen der Fournys mit einem grossen F auf weissem Untergrund. In weiss darunter in geschwungener Schrift Champagne Grande Réserve. In der Mitte des schwarzen Stück Papiers in gold ganz gross VVE FOURNY & FILS a Vertus. Unten drunter wieder in weiss Brut und Premier Cru. Ein paar allgemeine Informationen in gold vervollständigen das edle Etikett. Interessant ist das komplett in gold gehaltene Rückenetikett, das ähnlich einem Datenblatt alle wesentlichen Informationen zu diesem Champagner bereits hält. Man erfährt alles über die Herkunft, die Böden, die Zusammensetzung, den Ausbau, die Dosage. Vorbildlich, besser kann man nicht informieren. Eingefasst ist die Flasche ebenfalls von einer schwarzen Halsmanschette mit Goldaufdruck. Und jetzt wird der Stoppel einfach raus befördert und der Schampus in das Glas verfrachtet.

Im Glas: Goldgelb funkelt die Grande Réserve aus dem Glas heraus. Ganz fein perlt es und in einem ebenso feinen Film setzen sich die Blasen an der Oberfläche fest.

1. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Schützner Stein 2012 (Orange)

Von Orchideen, Magnolien und Lilien.

Wie beim Floristen, eingetaucht in Orchideen, Magnolien und Lilien. Als würde man sich in einem Nebel von Blütenstaub befinden. Mineralik rules.

Winzer/Weingut: Die Winzerei, Grosshöflein/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Weingärten aus der Gegend von Grosshöflein.

Schuetzen Flasche/Etikett: Im Gegensatz zum Etikett des Salvatore ist dieses hier nicht schlammgrün sondern schlicht und einfach schwarz. Das Grunddesign ist gleich geblieben, von oben schlängeln sich wieder unzählige Wurzelverästelungen hinab, welche auch hier in dunkelschwarz partiell lackiert sind. WINZEREI in weiss sorgt auf dem dunklen Stück Papier für noch mehr Kontrast und oben drüber stehen die beiden Namen der Winzer, Ringhofer und Pairits. Im linken unteren Eck in kupfer 2012 Schützner Stein und am rechten äusseren Rand (auf diese Weise erspart man sich ein separates Rückenetikett) findet man wieder das Nötigste was eben drauf sein muss. Als Hinweis jedenfalls SB + CH orange damit man wenigstens die Rebsorten weiss und dass es sich um einen Orange Wine handelt. Verschlossen ist die Flasche mit einem schwarzen Schraubverschluss. Für eine knappe Stunde wandert der gute Tropfen jetzt erst mal in die Karaffe um sich entsprechend akklimatisieren zu können. In der Zwischenzeit wird das Burgunderglas poliert.

Im Glas: Optisch nicht als Orange Wine erkennbar. In stark grünstichigem strohgelb steht der Schützner Stein im Glas und alles ausser orange kommt einem in den Sinn.

28. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Chardonnay ‘En Barberon’ 2012

Popcorn & Vanillepudding.

Ein mehr als saftiges Erlebnis, welches dank Mineralität und Dichte zu einem richtig runden Trinkspass wird.

Winzer/Weingut: Stèphane Tissot, Montigny-les-Arsures/Jura, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von verschiedenen Parzellen mit Lehm- und Kalkmergelböden aus der Region Arbois.

En Barberon Chardonnay Flasche/Etikett: Nichts wirklich Neues gibt es von der Designfront zu vermelden. Konsequent setzt Stéphane Tissot das Corporate Design fort und zeigt auch auf dieser Flasche das gelbliche Etikett mit der von links nach rechts in hellem grau hineinragenden alten Weinpresse. Oben steht wie gewohnt der Name des Weines, EN BARBERON, in Grossbuchstaben, mit einem goldenen Balken unterstrichen. Hochgestellt wie gehabt der Jahrgang, 2012, ebenfalls mit goldenem Balken unterhalb versehen. Rechts unten liest man wieder Bénédicte & Stéphane Tissot. Mehr gibt es vorne nicht zu sehen. Hinten am Rückenetikett erfährt man wieder das Notwendigtse über den Wein selbst und liest in der Mitte ganz gross und fett Côtes du Jura. Auch diese Flasche ist mit einer knallig gelben Manschette verschlossen und am Hals der Sachsenkeule ist wie immer JURA eingeprägt. Der En Barberon darf bevor er ins Burgunderglas kommt für eine Stunde in der Karaffe dümpeln, um sich auf seinen “Dienstantritt” langsam einzustellen.

Im Glas: In saftigem Gelb leuchtet der En Barberon aus dem grossen Becher heraus.

19. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles