Aktuelles

Côtes de Provence Rosé 2015

Zurück im rosaroten Paradies

Das ist Rosé for Lovers. Rosé für Kenner. Unkomplizierter kann Roséspass nicht sein. Möge der Sommer kommen.

Winzer/Weingut: Domaine Perzinsky, Ile de Porquerolles, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Kalk- und Schieferböder auf der Insel.

Cotes de Provence Rosé 2014 Allgemeines: An die dreissig Jahre lang hat Richard Auther bei einer Domaine auf der Insel Porquerolles als Verantwortlicher Weine von Weltrang gemacht. Dann gab es einen unverständlichen wie unschönen Abgang. Nach drei Jahren Pause ist er wieder im Weingeschäft zurück und zeichnet jetzt bei seinem Schwager für die Weine der Domaine Perzinsky, ebenfalls auf der Ile de Porquerolles, verantwortlich; unweit seiner alten Wirkungsstätte. Cyrille und Alexis Perzinsky, zwei Brüder russischer Abstammung, die in Frankreich via Tunesien eingewandert sind, stellen seit 1993 Wein her und verkaufen diesen noch direkt aus ihrem Keller. Drei Weine macht man auf der Domaine, einen Rotwein, einen Weisswein und einen Rosé. Und dieser eröffnet heute offiziell die Rosé-Saison. Ich freue mich, dass ich wieder Weine aus Richard Authers “Werkstätte” im Glas habe, weil ich seine alten Kreationen kenne und davon immer sehr begeistert war. Der Côtes de Provence Rosé 2015 ist eine Cuvée aus Syrah, Grenache, Cinsault und Mourvèdre und ich bin bereits gespannt was Richard da wieder in die Flaschen gezaubert hat.

14. März 2016 | 0 Kommentare ...alles

Cuvée N°11 Unreifer Apfel | Eichenlaub 2014

Ist schon Weihnachten?

Bratapfel in flüssig, das ist meiner Meinung nach die treffendste Beschreibung für diesen alkoholfreien Zaubertrank.

Winzer/Weingut: Manufaktur Jörg Geiger, Schlat, Baden-Württemberg, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Streuobstwiesen in der schwäbischen Alb.

Prisecco Cuve No.11 Allgemeines: Manchmal muss man den Weg verlassen und sich anderen, neuen Genüssen zuwenden. In diesem Fall ist es zwar immer noch Schaumwein, doch ist der hier alkoholfrei. Er heisst auch nicht Pro, sondern Prisecco, was für prickelnd steht. Unter dem Motto Prickeln ohne Promille, stellt Jörg Geiger in Schlat, Baden-Württemberg, seine speziellen Kreationen her. Eine davon habe ich mir jetzt gerade aufgemacht, die Cuvée N° 11 “Unreifer Apfel | Eichenlaub” 2014. Unreifer Apfel heisst sie deshalb, weil 2013 fast die gesamte Ernte Jörg Geigers durch Hagel vernichtet wurde und er gezwungen war, die restlich verbliebenen Äpfel frühzeitig und unreif zu ernten und zu verarbeiten. Mit gewaschenem und angekochtem Eichenlaub “gewürzt”, kam dann dieser Sprudel, der im Edelstahltank ausgebaut wurde, zustande. Oft sind es eben besondere Ereignisse, die Besonderes hervorbringen. Der Unreife Apfel im Eichenlaub ist letzlich ein Beweis dafür, dass man auch aus dem Negativen immer Positives ziehen kann. Und jetzt kommt der fröhliche Sprudel in den Becher damit der Spass beginnen kann.

13. März 2016 | 0 Kommentare ...alles

Morstein Alte Reben 2014 Westhofen

Aromatisch-haptischer Gaumengruppensex

Ein Wein wie die Faust im Nacken. Einfach monumental, überwältigend, betörend, was das im Mund abgeht. Gigantisch, wunderbar!

Winzer/Weingut: Seehof-Westhofen, Westhofen, Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Morstein in der Gemeinde Westhofen im rheinhessischen Wonnegau.

Morstein Alte Reben 2014 Allgemeines: Vor knapp einem Jahr hatte ich einen sogenannten “kleinen” Wein vom Weingut Seehof-Westhofen aus Westhofen in Rheinhessen, das von der Familie Fauth bereits in der fünften Generation betrieben wird, im Glas. Den Anno 1811, ein richtig kleiner, entzückender Freudenspender. Heute steht was Grosses, und zwar wirklich Grosses von Florian Fauth am Tisch der Wahrheit. Ein Morstein, konkret sein Flaggschiff, der Riesling Morstein Alte Reben 2014. Von der renommiertesten Einzellage der Gemeinde Westhofen im rheinhessischen Wonnegau, eine Grand-Cru-Lage. Der Wein selbst darf aber nicht als Grosses Gewächs gekennzeichnet und verkauft werden, weil Florian Fauth kein Mitglied des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) ist. Irre Weinwelt. Andererseits, egal. Gross bleibt gross. Ich habe diesen Giganten aus dem Wonnegau, der jetzt gerademal am Anfang seiner Entwicklung steht im Glas und bin mehr als neugierig wie dieses GG, das man nicht so nennen darf, sich präsentieren wird.

11. März 2016 | 0 Kommentare ...alles

C.A.I. Riesling 2014 Mosel Kabinett

Schieferwein in seiner abgespecktesten Form

Na gut, ein Stück Pfirsich und eine einsame Scheibe einer Limette sind schon da, aber der Rest ist einfach pure Mineralik. Ein steiniges Naturschauspiel.

Winzer/Weingut: Immich-Batterieberg, Enkirch an der Mosel, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von einer Selektion der besten Parzellen aus Enkircher Steillagen mit Schiefer- und Quarzitböden.

Mosel 2014 Kabinett Allgemeines: Im Juli 2014 hatte ich meinen “ersten” von Gernot Kollmann. Den Riesling Escheburg 2009 vom Weingut Immich-Batterieberg aus Enkirch an der Mosel. Seitdem habe ich immer wieder den einen oder anderen Moselaner im Glas gehabt. Heute steht wieder ein Riesling aus der Hand von Gernot Kollmann am Tisch der Wahrheit, der C.A.I. Riesling 2014 Kabinett. C.A.I. steht für Carl August Immich, den Gründer des Weinguts. Auf Schiefer- und Quarzit-Steillagen stehen die teils 60 Jahre alten Rebstöcke, welche die Trauben für diesen Riesling liefern. Ein kleiner Teil wurde im Holz, der Grossteil im Stahltank ausgebaut. Vergoren wurde, wie üblich bei Gernot Kollmann, spontan und auch auf der Hefe wird und wurde diesem Wein reichlich Zeit gelassen. Keine Schönung, keine Zusätze oder sonstiges Zeug kommt ihm in seine Weine, nur ausreichend Zeit um zu “Werden”. Was aus dem Kabinett mit seinen schlanken 10%vol. bereits geworden ist, dem gehe ich jetzt auf den Grund. Vorher lasse ich den jungen Hüpfer aber eine Stunde in der Karaffe stehen damit er sich für seinen Auftritt öffnen kann.

9. März 2016 | 0 Kommentare ...alles

333 Grüner Veltliner 2011

Weicher Schmelz in einem Berg voll Erde

Ein Charakterkopf der sich ständig wandelt, der neckt, der fordert und letztlich keine Kompromisse macht. Grüner Veltliner für Abenteurer.

Winzer/Weingut: Weingut Türk, Stratzing, Kremstal, Österreich.

Lage/Herkunft: Aus den besten Trauben der drei Toplagen Kremser Sandgrube, Kremser Frechau und Kremser Thurnerberg.

GV 333 2011 Allgemeines: Heute wird einmal so richtig mit Zahlen geprotzt. Erstens, der Name des Weines der jetzt am Tisch der Wahrheit steht heisst schlicht und einfach 333. Er ist aus 2011, das Alter der Rebstöcke ist 38 Jahre. Von diesem Wein gibt es genau 1380 Flaschen und jede einzelne davon ist mit einem Sicherheitsmerkmal versehen und von Franz Türk persönlich von Hand nummeriert. Der Wein? Ein Grüner Veltliner. Aus den besten Trauben der drei Toplagen Kremser Sandgrube, Kremser Frechau und Kremser Thurnerberg. 3 Lagen, 3 Böden, 3 Kleinklimata – fertig ist die Zahl 333. Auch angelehnt an den Walzer Opus 333 von Johann Strauss Sohn „Wein, Weib und Gesang“. Zehn Jahre hat Franz Türk in die Entwicklung dieses Veltliners gesteckt und ich habe jetzt das Vergnügen die Flasche mit der Nummer 1112 aufzumachen und den Inhalt seiner Bestimmung zuzuführen. Bevor es aber soweit ist, folge ich der Empfehlung des “Erfinders” und lasse ihn für eine Stunde in der Karaffe stehen damit er etwas Sauertsoff aufnehmen kann.

4. März 2016 | 0 Kommentare ...alles

Löss 2013 Grüner Veltliner

Rubens auf Diät

Ananas und Erde, eine tolle Kombination. Etwas Brot und Butter sowie ein dezenter herber Nebel am Gaumen, dann darf es auch mal etwas fester sein.

Winzer/Weingut: Zuschmann-Schöfmann, Martinsdorf/Weinviertel, Österreich.

Lage/Herkunft: Von tiefgründigem Löss-Lehm-Boden der Lage Ralessen in Martinsdorf.

Loess Veltliner Allgemeines: Zwei Grüner Veltliner habe ich bereits aus dem Haus Zuschmann-Schöfmann aus Martinsdorf im niederösterreichischen Weinviertel mit Genuss verkostet. Der eine ein Klassiker, der Muschelkalk, der andere ein Kultwein, der Brünnerstrassler. Heute steht der “grosse” Veltliner aus der Reihe Lauf der Zeit am Tisch der Wahrheit. Die Reben dieses Veltliners wachsen auf tiefgründigem Löss-Lehm-Boden der Lage Ralessen in Martinsdorf. Schlicht und einfach Löss haben ihn Else Zuschmann und Peter Schöfmann getauft und ihn nach der Ganztraubenpressung im Stahltank spontan vergoren und anschließend mehrmals aufgerührt. 8-10 Jahre Lagerpotentzial soll er haben, der Grüner Veltliner Löss 2013, dieser hier wird davon aber absolut nichts merken. Die Weinserie Lauf der Zeit stellt die Spitze des Sortiments dar. Nur die aussergewöhnlichsten ihres Jahrgangs schaffen es dort rein. Der Löss gehört wie erwähnt dazu und wie sich der nun zeigen wird, dem gehe ich jetzt auf den Grund. Angetrieben wird der Löss von 13 PS. Bevor er ins Glas kommt, wandert er für eine halbe Stunde in die Karaffe.

29. Februar 2016 | 0 Kommentare ...alles

End des Berges 2014 Grüner Veltliner

Charmanter und eigenwilliger Charakterkopf

Verbirgt mehr als er zeigt wenn man ihm keine Zeit gibt. Tut man es jedoch, dann ist der Spass ein grosser.

Winzer/Weingut: Leo Uibel, Ziersdorf/Schmidatal, Weinviertel, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Riede Hundsberg mit sandigen Lössböden, am Ziersdorfer Köhlberg.

End des Berges Allgemeines: Wieder einmal im wunderschönen Weinviertel unterwegs. In Ziersdorf und Umgebung, dort wo Leo Uibel seine Weingärten bewirtschaftet. Um die 7,5 Hektar sind das heute, auf denen er Grüner Veltliner, Chardonnay, Pinot Noir, Zweigelt und Rivaner anbaut. Leo Uibel gehört der Gemeinschaft Junge Wilde Winzer an, eine lose Vereinigung von jungen Winzern, die ihre Weine gerne auch etwas “gegen den Strich” bürsten und aus purer Neugier experimentieren. Ich habe heute seinen End des Berges 2014 im Glas. Ein Grüner Veltliner von jener Lage die korrekterweise Hundsberg heisst, jeder “Einheimische” aber weiss welcher Berg damit gemeint ist. Ausgebaut wurde der Wein im 500 Liter Eichenfass. Sechs Monate liess Leo Uibel seinen End des Berges auf der Vollhefe reifen, auf Schwefelzugabe hat er verzichtet, und ihn direkt von der Hefe auf die Flasche gefüllt. Ich hab ihn erst einmal in die Karaffe umgefüllt und ihn eine halbe Stunde vor sich hin dümpeln lassen. Und weil ich etwas unsicher war habe ich ihn aus dem grossen und dem kleinen Glas angetrunken.

28. Februar 2016 | 0 Kommentare ...alles