Archiv für April, 2013

Pinot Noir 2009 Au Bon Climat

Pinot Noir mit grossem Genussfaktor.

Für Geniesser und für Freunde vornehmer Zurückhaltung, die aber trotzdem nicht auf Expressivität verzichten wollen. Grosser Pinot!

Winzer/Weingut: Jim Clendenen, Au Bon Climat, Santa Barbara/Kalifornien, USA.

Lage/Herkunft: Aus dem Weinberg Le Bon Climat im Santa Maria Valley nördlich von Santa Barbara.

Santa Maria Valley Pinot Noir Flasche/Etikett: Auf der Burgunderflasche klebt ein auf den ersten Blick äusserst gewöhnungsbedürftiges Etikett. Es hat weder die üblichen vier Ecken noch ist es rund oder oval. Dieses Stück Papier ist ein überdimensionales Dreieck welches oben zu einem schlanken Spitz zusammenläuft. In zartem rosa gehalten, was den Inhalt ankündigt und in knalligem rot sowohl was drin ist wie auch ein ebensolcher ovaler Rahmen mit dem Aufdruck K&U Sonderedition. Grafisch alles andere als umwerfend, und wahrscheinlich genau aus diesem Grund schon wieder mit einem aussergewöhnlich hohen Wiedererkennungswert ‘gesegnet’.

Am Rückenetikett steht nichts was wirklich wichtig wäre drauf, vielmehr typisch amerikanisch alle Hinweise darauf, was Alkohol bewirkt, dass Schwangere die Finger davon lassen sollen usw. Nur so ist man vor Klagen etwaiger ‘Kreativer’ sicher. Bevor der ‘Spezial-Pinot’ in die grossen Becher kommt, darf er sich nach seiner langen Reise über den grossen Ozean für eine Weile in der Karaffe akklimatisieren. Soviel Zeit muss sein im ‘Verkostungslabor’.

Im Glas: Kirschrot und fast transparent steht der Pinot Noir im grossen Kelch und beeindruckt mit seiner klaren Erscheinung. Wie in einen Bergsee blickt man bis auf den Grund durch.

30. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Ruffino Chianti 2011 Superiore

Saftiger, unkomplizierter Trinkspass.

Kein Wein der philosophischer Betrachtungen bedarf. Flasche aufmachen und einfach einen auf Dolce Vita machen. Purer Saft und toller Trinkspass.

Winzer/Weingut: Ruffino, Pontassieve, Italien.

Lage/Herkunft: Die Trauben stammen von Valdarno bei Arezzo und aus der Gegend um die Ortschaft Monteriggioni.

chianti + pasta Flasche/Etikett: Abgefüllt in der legendären Fiasco-Flasche steht der Chianti Superiore vor uns. Unten ist die Flasche in das typische Strohkleid eingewickelt, welches der Neuzeit entsprechend politisch korrekt aus umweltfreundlichem Papier ist. Das Etikett ist eine Banderole, welche sich in der Mitte um die ‘Taille’ wickelt. Darauf in weiss Chianti und in goldener Schrift RUFFINO inklusive Wappen. Informationen über den Wein erhält der interessierte Weinfreund am Rückenetikett. Im kleinen Anhänger der am Flaschenhals befestigt ist erfährt man einiges über die Geschichte der Fiasco-Flasche und der Hommage durch Ruffino an sie. Ebenso in königlichem mitternachtsblau verschliesst eine Halsmanschette die das goldene Ruffino-Logo trägt die bauchige Flasche. Chianti in moderner Form, mit einem leisen Sentiment an das Original.

Weil soviel Nostalgie auch entsprechende Begleitung verlangt, wurde für die Runde mächtig aufgekocht um dem Klischee gerecht zu werden. Und dazu passt nichts besser als ein Riesentopf Spaghetti mit einer frisch gebastelten Tomaten-Knoblauch-Basilikum-Oregano-Sauce mit ganz viel Faschiertem drin (so heisst das hier in Österreich). Bevor der Chianti angetrunken wird, kommt er kurz in die Karaffe um sich auf seine ‘Vermählung’ mit den feststofflichen Aromen vorbereiten zu können.

29. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

‘Salamander’ 2010 Chardonnay

Meister der leisen Töne.

Ein Wein der so erdverbunden wie sein Namensgeber ist. Ein Meister der leisen Töne, ohne aber lautlos zu sein. Meditationsweins pur.

Winzer/Weingut: Weingut Andreas Tscheppe, Leutschach/Steiermark, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken welche sich im steirischen Glanz am Czamillonberg befinden.

salamander Flasche/Etikett: Das wirklich schöne und ansprechend gestaltete Etikett der ‘Tier’- bzw. Nützlingsserie ziert in diesem Fall ein nach oben kriechender Feuersalamander. Ein toller Blickfang der mehr als nur Eyecatcher ist und auf den Nutzen dieses Molches im Weinberg hinweisen soll. Neben dem Feuersalamander ist sein wissenschaftlicher Name [salamandra salamandra] angeführt und im oberen rechten Eck die Initialen von Andreas Tscheppe in Kleinbuchstaben. Links unten wieder [andreas tscheppe] …als Weinbauer, sowie die Rebsorte. Ein recht unterhaltsamer wie auch origineller Hinweis auf Andreas Tscheppes berufliche Tätigkeit.

Am Rückenetikett wird ausführlich über den Wein und über seine Qualitätsmerkmale informiert. Um einen Landwein handelt es sich, unfiltriert ist er und aus Trauben aus biologischem Anbau stammt er. Wir haben unsere Burgunderkelche glanzpoliert und füllen den Salamander fürs Erste einmal für zwei Stunden in den grossen Dekanter um. Dort darf er sich in seine schönste Schale werfen und sich für seinen grossen Auftritt vorbereiten.

Im Glas: Richtig satt und dunkel sieht das Goldgelb aus das sich im grossen Kelch ausbreitet. Der Kern in Gelb-, der breite Rand in Rotgold. Satt und saftig steht der Salamander im Glas und zieht einen schönen Film über die Wand.

28. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Schwarz 1 Blauer Wildbacher 2007

Purer Saft im weichen Plüsch.

Ein ungewöhnlicher wie auch aussergewöhnlich anderer Wein, der erst am zweiten Tag sein volles Potential zeigt und zur Höchstform aufläuft.

Winzer/Weingut: Wein & Sektmanufaktur Strohmeier, Steiermark, Österreich.

Lage/Herkunft: Die Trauben stammen von den verschiedenen Rieden des Weinguts in der Weststeiermark.

schwarz 1 Flasche/Etikett: Auch diese Flasche ziert das kleine Papierhäubchen, welches mit einer einfachen Paketschnur über dem Flaschenkopf festgebunden ist. Darauf steht wie gehabt in deutsch und englisch einiges über die Philosophie die hinter und in diesem Wein steckt. Auf der Flasche selbst wieder das runde, randgewellte Etikett im nostaligischen Papierdesign. Im bereits bekannten Papyrus-Font steht wieder a) der Name des Weins, b) die Serie welcher er entstammt und c) der Erzeuger drauf. Dazwischen der Hinweis, dass der Wein ohne Zugabe von Schwefel und anderen Zusatzstoffen, sowie unfiltriert ist. Am hinteren Etikett erfährt der interessierte Weinfreund alles Wesentliche über den Wein und findet nützliche Hinweise bezüglich möglicher Depotbildung, Dekantier- und Glasempfehlung. Ebenso der Hinweis, dass der Wein am besten bei kühlen 15º getrunken werden sollte. Eine Information die so einfach ist, nichts kostet und meiner Meinung nach auf jeder Flasche Wein stehen sollte. Menschen die gerne Wein trinken aber keine ‘Experten’ sind würden sich über solche Hinweise sicher freuen und man könnte viele negative Erlebnisse damit vermeiden.

Bevor der ‘Schwarze’ bzw. Blaue Wildbacher in die grossen Burgundergläser kommt wird er umgefüllt und darf für 90 Minuten in der grossen Karaffe seinen Runden drehen.

Im Glas: Farblich macht der Schwarz 1 seinem Namen alle Ehre, denn so wie er heisst so steht er auch im Glas; nämlich schwarz. Am Rand zeigt sich ein etwas hellerer, rotbrauner Farbton. Sonst ist es absolut finster im Kelch.

27. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Meruge 2008

Würziger Spassmacher.

Rassig, schlank und trotzdem ganz schön kraftvoll. Ein würziger Spassmacher für Freunde elegant-robuster Weine.

Winzer/Weingut: Lavradores de Feitoria, Sabrosa, Portugal.

Lage/Herkunft: Von zwei Weinbergen im Cima Corgo zwischen Piñhao und San Joao de Pesqueira am rechten Ufer des Douro.

meruge Flasche/Etikett: Die Burgunderflasche und das auf ihr befindliche Etikett sind voll nach meinem persönlichen Geschmack. Alles ganz in schwarz. Eindrucksvoll, geheimnisvoll, modern. Auf einem schmalen Streifen oberhalb des eigentlichen Etiketts das modern gestaltete Logo der Lavradores de Feitoria aufgedruckt, am grossen Stück Papier in weissen Kapitalen MERUGE drauf. In ebensolchen Grossbuchstaben alles andere was diesen Wein betrifft. Zwar schwer lesbar aufgrund der Schriftart, aber hier geht es wohl mehr ums Design. Als kontrastreicher Kontrapunkt ist nur der Jahrgang in orange eingedruckt, der wiederum die perfekte Eränzung zur ebenso orangen Halsmanschette ist. Der Meruge schindet schon rein optisch Eindruck.

Am grossen grauen Rückenetikett ist alles drauf was drauf sein muss. Das grosse ‘Siegel’ Douro DOC macht unmissverständlich auf die Herkunft seines Inhalts aufmerksam. Auch wenn der Meruge nicht wirklich mehr ein ‘junger Hüpfer’ ist, er kommt trotzdem zumindest für eine Stunde in die Karaffe. Schon des geliebten Rituales wegen.

Im Glas: So dunkel wie die äusserliche Erscheinung des Meruge ist, so leuchtend hell und klar steht er in brillantem Rubinrot nun im Glas. Er leuchtet förmlich mit sich selbst um die Wette.

25. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Três Bagos 2011

Sommerwein für Avantgardisten.

Ein Tropfen mit dem man gerne spielt im Mund, den man gerne länger wirken lässt um ihn zu ertasten. Sauvignon mit Wohlfühl-Faktor.

Winzer/Weingut: Lavradores de Feitoria, Sabrosa, Portugal.

Lage/Herkunft: Selektion von steilen Schiefer- und Granitterrassen entlang des Dourotales.

tres bagos Flasche/Etikett: Ein relativ hohes, weisses Etikett klebt auf der Bordeauxflasche und sieht aufgrund seiner farblichen Gestaltung insgesamt sehr elegant aus. Das grafisch klar und modern designte Logo der Lavradores de Feitoria steht am oberen Rand in schwarz, darunter in klassischer Buchtpyo três bagos in grauen Kleinbuchstaben. Drei grüne Punkte unterhalb des Namens wirken wie an einer Perlenkette aufgefädelt und setzen einen gekonnten farblichen Kontrast zur grauen Schrift. Sehr schön, sehr stilvoll.

Am ebenso hohen weissen Rückentikett steht alles drauf was wichtig für den Weinfreund ist. Ebenso der Hinweis darauf, dass der Wein aus einem Weingarten in Mateus (Villa Real) kommt und die Bezeichnung Vinho Regional Duriense. Da der Três Bagos kein ‘Sponti’ ist entfällt auch unser heiss geliebtes Ritual des Karaffierens. Er wird er einfach aufgemacht und in die frisch polierten Gläser eingeschenkt.

Im Glas: Strahlendes Strohgelb funkelt aus dem Glas heraus, grüne Reflexe verleihen dem Wein zusätzliches Leben.

24. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

TBA Chardonnay ‘Lüss’ 2007

Rotgold ist die Ananas.

Eindrucksvolle Demonstration was eine Trockenbeerenauslese von höchster Qualität von banalem ‘Süsswein’ unterscheidet.

Winzer/Weingut: Angerhof Tschida, Illmitz/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Aus den um den Neusiedlersee verteilten Lacken und Salzlacken im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel im Burgenland.

Trockenbeerenauslese Chardonnay 2007 Flasche/Etikett: Wie schon bei den beiden Flaschen vorher, wird auch auf dieser das Design der Etiketten konsequent weiterverfolgt. Turmhoch und weiss klebt es auf der Flasche, in der Mitte das goldene Emblem der Süssweinschmiede TSCHIDA. Unten drunter, so golden wie jenes das aus der Flasche leuchtet, Trockenbeerenauslese Chardonnay 2007 aufgedruckt. Oben drauf der runde Sticker mit dem Hinweis, dass dieser Wein vom Sweet Winemaker of the Year ist.

Im Glas: Rotgold, mit einem leichten Drift ins bernsteinfarbige dreht der Chardonnay seine Kreise im Glas. Dick und langsam fliesst der Film an der Glaswand ab.

In der Nase: Kräftig und intensiv steigt ein Duft von saftigen Ananas in die Nase. Eine sehr feine Würze steht daneben und reife, dunkle Blütenaromen mischen sich unter diesen ausgeprägten Duft. Es riecht ausgesprochen süss, gleichzeitig verwoben mit einer kräftigen gelben Würze die dem Wein eine exotische Aromatik verleiht.

22. April 2013 | 0 Kommentare ...alles